Designierte Akademie-Rektorin will "eine gewisse Ruhe hineinbringen" - Generalsanierung als vorrangiges Projekt
Wien - Viel wurde in den vergangenen Jahren umstrukturiert,
umgebaut, umgedacht an der Akademie der Bildenden Künste. Hier fingen
2009 die Uni-Proteste an, das Gebäude soll generalsaniert werden,
nach einem Jahrzehnt wird Rektor Stephan Schmidt-Wulffen abgelöst.
Seine frischgekürte Nachfolgerin Eva Blimlinger
will jetzt erst
einmal "eine gewisse Ruhe hineinbringen", wie sie am Donnerstag
erklärte. "Nach diesen vielen Veränderungen der vergangenen Jahre
will ich für die Mitarbeiter - und dazu zähle ich letztlich auch die
Studierenden - zunächst einen Rahmen schaffen für eine Stabilität und
eine Kontinuität."
"Gewaltige logistische
Aufgabe"
Nach der Entscheidung des Unirates gestern, Mittwoch, bei der
Blimlinger sich gegen Kunsthistorikerin
Felicitas Thun-Hohenstein und
den Kurator und einstigen Leiter des Festivals der Regionen, Martin
Fritz, durchsetzte, sei sie allerdings "nicht jemand, der schon am
nächsten Tag sagt, was jetzt alles passieren wird", so die
Historikerin. "Das vorrangigste Projekt, das jetzt ansteht, ist
sicher die Generalsanierung, das ist auch eine gewaltige logistische
Aufgabe."
Inhaltliche Neupositionierungen stehen dagegen zunächst nicht
auf
dem Aufgabenzettel: "Die Akademie ist außerordentlich gut
positioniert, auch international. Die Frage ist eher, ob man das
beibehalten kann, wenn das Budget nicht erhöht wird." Aus
finanzieller Sicht nicht zum attraktivsten Zeitpunkt an die Spitze
einer Uni gekommen, will die designierte Rekotrin "der Politik
vermitteln, dass Universität Zukunft ist. Hier zu sparen und dann zu
sagen, 'Naja, schauen wir mal', das ist natürlich ganz fatal. Da geht
es schlicht und einfach um Investition in die Zukunft." Wer jetzt ein
Rektorsamt antrete, müsse sich daher vorrangig "der Sicherstellung
der Finanzierung" widmen.
Blimlinger gibt Lehrtätigkeit auf
Inwieweit diese neuen Aufgaben mit ihren anderen Funktionen und
Tätigkeiten kompatibel sein werden, müsse sie sich erst im Detail
überlegen. Ihre eigene Lehrtätigkeit an der Angewandten wird
Blimlinger jedenfalls aufgegeben, Lehre
an der Akademie käme
"vielleicht in zwei, drei Jahren, wenn alles gut läuft" in Betracht.
Im ORF-Publikumsrat will Blimlinger in
jedem Fall bleiben, "ganz
sicher" auch im Restitutionsbeirat. Ob sich auch noch die
wissenschaftiche Leitung der Kommission für Provenienzforschung
ausgeht, ist noch nicht klar. "Jetzt ist es einmal wichtig, alle
Kapazitäten auf die neue Funktion zu bündeln." (APA)