Eva Blimlinger: "Vermitteln, dass Universität Zukunft ist"

21. April 2011, 14:09
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Designierte Akademie-Rektorin will "eine gewisse Ruhe hineinbringen" - Generalsanierung als vorrangiges Projekt

Wien - Viel wurde in den vergangenen Jahren umstrukturiert, umgebaut, umgedacht an der Akademie der Bildenden Künste. Hier fingen 2009 die Uni-Proteste an, das Gebäude soll generalsaniert werden, nach einem Jahrzehnt wird Rektor Stephan Schmidt-Wulffen abgelöst. Seine frischgekürte Nachfolgerin Eva Blimlinger will jetzt erst einmal "eine gewisse Ruhe hineinbringen", wie sie am Donnerstag erklärte. "Nach diesen vielen Veränderungen der vergangenen Jahre will ich für die Mitarbeiter - und dazu zähle ich letztlich auch die Studierenden - zunächst einen Rahmen schaffen für eine Stabilität und eine Kontinuität."

"Gewaltige logistische Aufgabe"

Nach der Entscheidung des Unirates gestern, Mittwoch, bei der Blimlinger sich gegen Kunsthistorikerin Felicitas Thun-Hohenstein und den Kurator und einstigen Leiter des Festivals der Regionen, Martin Fritz, durchsetzte, sei sie allerdings "nicht jemand, der schon am nächsten Tag sagt, was jetzt alles passieren wird", so die Historikerin. "Das vorrangigste Projekt, das jetzt ansteht, ist sicher die Generalsanierung, das ist auch eine gewaltige logistische Aufgabe."

Inhaltliche Neupositionierungen stehen dagegen zunächst nicht auf dem Aufgabenzettel: "Die Akademie ist außerordentlich gut positioniert, auch international. Die Frage ist eher, ob man das beibehalten kann, wenn das Budget nicht erhöht wird." Aus finanzieller Sicht nicht zum attraktivsten Zeitpunkt an die Spitze einer Uni gekommen, will die designierte Rekotrin "der Politik vermitteln, dass Universität Zukunft ist. Hier zu sparen und dann zu sagen, 'Naja, schauen wir mal', das ist natürlich ganz fatal. Da geht es schlicht und einfach um Investition in die Zukunft." Wer jetzt ein Rektorsamt antrete, müsse sich daher vorrangig "der Sicherstellung der Finanzierung" widmen.

Blimlinger gibt Lehrtätigkeit auf

Inwieweit diese neuen Aufgaben mit ihren anderen Funktionen und Tätigkeiten kompatibel sein werden, müsse sie sich erst im Detail überlegen. Ihre eigene Lehrtätigkeit an der Angewandten wird Blimlinger jedenfalls aufgegeben, Lehre an der Akademie käme "vielleicht in zwei, drei Jahren, wenn alles gut läuft" in Betracht. Im ORF-Publikumsrat will Blimlinger in jedem Fall bleiben, "ganz sicher" auch im Restitutionsbeirat. Ob sich auch noch die wissenschaftiche Leitung der Kommission für Provenienzforschung ausgeht, ist noch nicht klar. "Jetzt ist es einmal wichtig, alle Kapazitäten auf die neue Funktion zu bündeln." (APA)

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