Frist für Sanierungsplan läuft heute aus

22. April 2011, 09:18
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Freitag endet die Frist für den angekündigten Sanierungs­plan, ob ihn Mehrheitseigentümer Al Jaber vorlegt, steht in den Sternen

Innsbruck/Wien - Der von Mehrheitseigentümer Mohamed Al Jaber angekündigte Sanierungsplan für die insolvente Tiroler Skifirma Kneissl lässt weiter auf sich warten. "Bis heute liegt jedenfalls keiner vor", sagte Walter Hintringer vom Kreditschutzverband von 1870 (KSV) am Donnerstag.  Heute Freitag um 24.00 Uhr endet die vom Gericht gesetzte Frist. Vor zwei Wochen hatten Geschäftsführer Andreas Gebauer und Vertreter der JJA Beteiligungsverwaltungs GmbH bei der Prüfungstagsatzung erklärt, ein Sanierungskonzept erarbeiten zu wollen.

Kneissl war in die Insolvenz geschlittert, nachdem Al Jaber mehrfach zugesagte Kapitalspritzen unterlassen hatte.

Al Jaber fühlt sich getäuscht

In einem Interview im neuen "profil" (vorab) erklärt Al Jaber, dass er bei Kneissl "getäuscht" worden sei. Das Unternehmen sei nicht so profitabel gewesen, wie man ihn hätte glauben machen wollen, warf er seinen Partnern bei Kneissl vor.

Den Hinweis, dass bei Kneissl jeder wusste, dass die Firma nicht profitabel und immerhin auch schon zweimal in Konkurs gewesen sei, quittierte Al Jaber mit dem allgemeinen Hinweis, dass bei einer Kapitalisierung auch der Minderheitsgesellschafter hätte mitziehen müssen. Er bekräftigte, dass entgegen ursprünglicher Planungen nicht nur zwei, sondern bisher fünf Millionen in Kneissl investiert worden seien. "Vielleicht werden es noch einmal fünf." Aber jetzt wolle er nicht weiter darüber reden. "Das Unternehmen wird restrukturiert, danach sehen wir weiter." Darauf angesprochen, dass er eingedenk der Kneissl-Insolvenz auffallend gelassen sei, meinte Al Jaber, er "werde darüber sprechen, wenn die Restrukturierung abgeschlossen ist. Ich kümmere mich nicht um das Tagesgeschäft. Das machen meine Manager."

Wie es nun im Konkursverfahren weiter geht, darauf warten die Gläubigervertreter.

Geplant war, wie berichtet, zunächst die Rettung aller drei Pleite-Gesellschaften, nämlich der Kneissl Holding GmbH, Kneissl Tirol GmbH und Kneissl Star Lounge GmbH. Die (um die wechselseitige Mithaftung für Banken und um die Verrechnungsforderung bereinigten) Verbindlichkeiten der drei liegen bei rund 16,4 Mio. Euro.

Fortführung oder "Verwertungsprozess"

Sollte bis Anfang nächster Woche immer noch kein Sanierungsplan eingetroffen sein, werde der Masseverwalter prüfen, ob Voraussetzungen für eine Fortführung gegeben seien, erklärte Hintringer. Andernfalls werde er wohl mit dem Verwertungsprozess beginnen.

Nach der Prüfungstagsatzung hieß es, dass Interessenten vorhanden seien, mit denen die Gespräche nach einem Scheitern einer Sanierung durch die jetzigen Gesellschafter intensiviert würden. Für die Umsetzung eines Sanierungsplanes und für den Fortbetrieb sowie die notwendigen Restrukturierungsmaßnahmen werden laut KSV "einige Millionen" notwendig sein.

Über Kneissl wurde am 8. Februar nach monatelangem Hin und Her der Konkurs eröffnet. Al Jaber ließ wiederholt Zahlungsfristen für eine längst zugesagte rettende Kapitalerhöhung verstreichen. In einer am 23. November 2010 abgehaltenen Generalversammlung der Kneissl Holding GmbH wurde die Erhöhung des Stammkapitals beschlossen. Al Jaber verpflichtete sich über seine JJA Beteiligungsverwaltungs GmbH zu einer Kapitaleinlage von 1,2 Mio. Euro. Da diese bis zur Prüfungstagsatzung nicht geleistet worden war, forderte der Masseverwalter den Betrag ebenfalls innerhalb der angegebenen Frist.

Schon 1980 und 2003 war die Firma in die Pleite geschlittert. (APA)

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    Sollte bis Anfang nächster Woche immer noch kein Sanierungsplan für Kneissl eingetroffen sein, wird der Masseverwalter prüfen, ob Voraussetzungen für eine Fortführung gegeben seien.

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