Einmal tanken kostet so viel wie 170 Ostereier

21. April 2011, 12:44
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Obwohl die Rohölpreise den Rekordwert von 2008 noch nicht erreichten, ist tanken heuer so teuer wie noch nie zu Ostern

Wien - Wer am heutigen Gründonnerstag seinen 60-Liter-Autotank mit Superbenzin füllt, könnte sich um den Gegenwert 170 Ostereier kaufen - vor sechs Jahren hätte es dafür nur knapp hundert Eier gegeben. Im Vorjahr wären sich 145 bunte Eier ausgegangen. Obwohl die Rohölpreise den Rekordwert aus dem Jahr 2008 noch nicht erreicht haben, ist tanken heuer so teuer wie noch nie zu Ostern. "Bei Diesel zahlt man für eine 60-Liter-Tankfüllung sogar um rund 16 Euro mehr als letztes Jahr", rechnete ÖAMTC-Experte Martin Grasslober auf APA-Anfrage vor.

Dabei ist tanken hierzulande noch günstiger als in den meisten Nachbarländern. "Dafür verantwortlich ist der harte Wettbewerb der heimischen Tankstellenbetreiber untereinander. Zum Beispiel kostet Superbenzin 95 an der Zapfsäule in Deutschland laut EU-Erhebung von dieser Woche im Durchschnitt um 28 Cent/Liter, in Italien um 16 Cent/Liter oder in Ungarn um 4 Cent/Liter mehr als in Österreich. Diesel ist in Deutschland um 7 Cent/Liter, in Italien um 10 Cent/Liter oder in Ungarn um 5 Cent/Liter teurer", betonte Christoph Capek, Geschäftsführer des Fachverbandes der Mineralölindustrie.

Keine ungerechtfertigten Aufschläge

Er verweist auf den jüngsten Spritpreisgipfel im Wirtschaftsministerium, wo das Institut für höhere Studien (IHS) und die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) festgestellt hätten, dass es keine ungerechtfertigten Preisaufschläge gäbe. Allerdings wurde bei dem Gipfel vereinbart, für mehr Transparenz bei den Preisen zu sorgen. Die entsprechende Novelle zum Preistransparenzgesetz soll nächste Woche in Begutachtung gehen, hieß es aus dem Wirtschaftsministerium. Das ist der FPÖ aber zu wenig. "Ich fordere die neue Bundesregierung auf, die Belastungen, welche der Bevölkerung aufgebürdet worden sind, zurückzunehmen", so Landtagsklubobmann Gerald Hauser.

An den internationalen Märkten zogen heute die Preise an. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Auslieferung im Juni kostete im frühen Handel 124,63 US-Dollar (85,86 Euro). Das waren 78 Cent mehr als am Mittwoch. (APA)

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    Mäderl und Hase lassen sich das Fest dennoch nicht verderben.

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