Darmflora

Bakterien-WG bestimmt Körpergewicht

21. April 2011, 08:16

Menschen mit Übergewicht besitzen besonders fleißige Darmbakterien

Brüssel/Heidelberg - Ob ein Mensch dick ist oder nicht, könnte auch an seinen Darmbakterien liegen. Das hat eine internationale Forschergruppe unter Federführung des Europäischen Laboratoriums für Molekularbiologie (EMBL) in Heidelberg herausgefunden. Menschen lassen sich demnach einem von drei verschiedenen Darmtypen zuordnen.

Die Bakterien helfen dem Körper, bei der Verdauung aufgenommene Nahrung in Energie zu verwandeln. Je effektiver sie dabei vorgehen, umso mehr Energie nimmt der Mensch aus seiner Nahrung auf - und desto eher habe er mit Übergewicht zu kämpfen, erläuterten die Wissenschafter um Manimozhiyan Arumugam vom EMBL.

Drei Darmtypen

Menschen haben wahrscheinlich mehr als eine Milliarde Bakterien im Darm. Sie bilden gemeinsam und mit dem Menschen ein Ökosystem. "Wir haben entdeckt, dass die Zusammensetzung von Mikroben im menschlichen Darm nicht zufällig ist", erläuterte Peer Bork vom EMBL. "Unsere Darmflora kann in drei verschiedene Typen eingeteilt werden - je nachdem, wie häufig bestimmte Bakterienarten in einem Darm vorkommen. Man könnte auch von drei verschiedenen Ökosystemen sprechen." Diese scheinen nicht von Geografie, Diät, Geschlecht oder Alter abzuhängen.

Jeder Mensch könne einer der drei Darmtypen zugeordnet werden - ähnlich wie bei Blutgruppen, erklärte Jeroen Raes, der an der Studie mitgewirkt hat und inzwischen an der Universität Brüssel arbeitet.

Die Experten untersuchten zunächst Stuhlproben von 39 Menschen aus Europa, Asien und Amerika. Dann folgten Analysen von weiteren etwa 300 Proben. Die Studie wird im Fachjournal "Nature" veröffentlicht.

Therapien anpassen

Die Darmtypen arbeiten auf unterschiedliche Weise - je nachdem welche und wie viele Bakterien in ihnen enthalten sind. So seien manche Bakterien effektiver in der Verarbeitung von verschiedenen Stoffen als andere. Raes: "Das könnte erklären, warum die Menschen Medikamente oder Nährstoffe unterschiedlich gut aufnehmen."

Die Forscher erhoffen sich von der Studie unter anderem die Möglichkeit, individuelle Therapien für Patienten zu erstellen. So könnte die Behandlung und Dosierung der Medikamente je nach Darmtyp festgelegt werden, erläutern die Wissenschafter. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 28
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nix do
00
29.8.2011, 11:23
das hat schon die Oma gewusst

dass die Einen die guten, die Anderen die schlechten Futterverwerter sind :)

Orange Canyon
00
yipieeehhh...

...da hab ich jetzt wieder eine neue Ausrede um nicht abnehmen zu müssen ;o)

Percival Cox
00
28.4.2011, 11:07
Frau Rehak?

Frau Rehak? Wo sind sie?
Wo bleibt ihr Kommentar? ;-)

holodeck austria
11
27.4.2011, 10:35

deshalb wirken low carb diäten. weniger zucker wird der darmflora zur verfügung gestellt - daher weniger zucker resorbierende bakterien und auch bei gewöhnung weniger hunger auf kohlehydrate.

Es ist eine interessante symbiose - wo die bakterienmengenverhältnisse auch den appetit auf nahrungsmittel bestimmen. Kann jeder beobachten. heißhunger entsteht dann, wenn bakterien nicht sterben wollen. ;)

A Voice
00
22.4.2011, 20:13
Ah!

Also eine Antibiotikum-hammer-Therapie damit man endlich abnehmen kann!

Julian Bashir
08
21.4.2011, 20:04

"Menschen haben wahrscheinlich mehr als eine Milliarde Bakterien im Darm."

wtf? Die Aussage ist technisch ebenso korrekt wie "Ein Flugzeug fliegt wahrscheinlich schneller als 20 km/h". Es sind keine 10^9, sondern eher 10^14 Bakterien in der Darmflora eines gesunden Erwachsenen vorhanden.

f 3
00
22.4.2011, 08:10

kann julian bashir nur rechtgeben.
interessanterweise sind es sogar mehr bakterienzellen als körpereigene zellen. wir (unsere körperzellen) sind somit die minderheit in dieser wg :-(

luke skywalker
00
21.4.2011, 20:19
Mein Gott, die paar "Zehnerpotenzen" ...

Hansi Ho
 
00
21.4.2011, 21:17

Teufel - Bakterien sind wie die Zuckerkugerl: durch die höhere Potenz erhöht sich auch die Wirkung .. :-)

Mann40
01
21.4.2011, 14:27

"Bakterien-WG"

isch liebe diese neue Wortschöpfung ;-)

metall81
06
21.4.2011, 14:09
Das ist richtig.

Als ich mit Studienende aus der Bakterien-WG ausgezogen bin, ging auch mein Köpergewicht runter.

marillensuppe
00
21.4.2011, 17:52
in memoriam

großartig !

alles wg-hältige ist mir wieder eingefallen -
ich hab mich jetzt minutenlang aufs allerherzlichste zerkugelt

merci :-)

du hast echt kabarettistische qualitäten

AntonPostBote
02
21.4.2011, 10:59
Und wie

geben diese Bakterien ihre Energie an den Menschen weiter? Dachte, dass die für sich arbeiten - also Nahrung zersetzen und darum den Organen bei der Aufnahme der Nährstoffe helfen? Oder gehts im Endeffekt um das, was diese Bakterien wieder ausscheiden?

Percival Cox
00
28.4.2011, 10:58

geh wäääh, ich ess doch keine Bakterienscheisse!

werwolfi
01
22.4.2011, 17:23

ich schätze das ist so gemeint, dass der darm aus schlechter von den bakterien "vorzerlegter" nahrung weniger nährstoffe entnehmen kann.

D.S.1
00
27.4.2011, 00:33

Vielleicht können die Bakterien auch aus Ballaststoffen, wie Fasern, Proteine erzeugen, die dann wiederum vom Wirt verdaut und aufgenommen werden können, so ähnlich wie bei den Wiederkäuern! Und die Kühe werden sogar durch Gras fett!

Percival Cox
01
28.4.2011, 10:59

Kühe sind nicht fett!
Mollig vielleicht, aber nicht fett! ;-)

theEdge
 
51
21.4.2011, 10:13
Dubios

"Je effizienter sie sind, desto eher hat der Mensch mit Übergewicht zu kämpfen"... Sollte ein Mensch nicht umso aktiver und energetischer sein und kaum Gewicht zunehmen, wenn die Masse-Energie-Konvertierungsrate recht hoch ist? Sollte nicht ein Mensch an Übergewicht leiden, dessen Bakterien wenig Energie aus der gleichen Masse gewinnen können?

Abgesehen davon erinnern mich die drei Darmtypen sehr an die bereits etablierten Somatotypen (Ekto-, Endo- und Mesomorph).

styliann
11
21.4.2011, 10:45

wenn 2 personen die gleiche menge essen, aber einer davon entzieht 1000kcal aus der nahrung, der andere 1500kcal ... dann wird vermutlich letzterer eher zunehmen als der erste!

theEdge
 
21
21.4.2011, 11:15

kommt drauf an ob
a) der 1000-kcal-mensch die restliche masse einfach nur ausscheidet oder anlegt und ob
b) der 1500-kcal-mensch nicht einen höheren grundumsatz hat; in welchem fall er einfach mehr energie braucht

ehschowissn2
00
22.4.2011, 08:50

unser darm verdaut nicht, in dem er alles einsaftet und die bakterien wohnen nebenbei zum spaß in der darm-wg. bakterien sind teil unserer verdauung, d.h. sie zersetzen die nahrung. "faule" bakterien zersetzen weniger nahrung, der rest wird unverdaut wieder ausgeschieden. "fleißige" bakterien hingegen zersetzen viel nahrung, welche von uns aufgenommen wird. verstehen? nicht "zuerst essen die bakterien und wir kriegen was überbleibt". wär ja noch schöner, wenn die untermieter privilegien hätten. die arbeiten für ihr bleiberecht. ^^

theEdge
 
00
22.4.2011, 09:12

ändert nichts an der offenen frage, ob eine effektivere bakterienkolonie nicht kausal für einen generell erhöhten Energiestoffwechsel ist oder umgekehrt; beide jedoch Hand in Hand gehen, was dann nicht unbedingt das Übergewicht in die Verantwortung der Bakterien legt.

ehschowissn2
00
22.4.2011, 09:26

ich denk man muss das getrennt von anderen faktoren wie individuellen energieumsatz etc. betrachten. mich würde ja mehr interessieren, wie sehr diese bakterienbesiedlung beeinflussbar ist bzw. ob man zeit seines lebens zum gleichen typ gehört.

theEdge
 
01
22.4.2011, 09:56

ich glaube, die bakterienkultur lässt sich mit ernährung beeinflussen.
eine über lange zeit umgestellte diät verändert garantiert das bewohnerprofil im darm, wobei da sicherlich auch die herkunft und qualität der nahrung eine rolle spielt.
drei afrikaner mit vergleichbarem typus werden sicher nicht die selbe bakterienkulturen aufweisen wie ein ostasiate oder europäer.

ansonsten denke ich nicht, dass man die anderen faktoren einfach aus der gleichung ausblenden sollte, denn erstens sind diese ganz maßgeblich für das ergebnis "übergewicht" (wie etwa der grundumsatz und das generelle stoffwechselverhalten) verantwortlich und andererseits bedingen sie sich möglicherweise sogar gegenseitig.

ehschowissn2
00
22.4.2011, 10:59

hm, da haben sie wahrscheinlich recht. ich meinte nur, bei der betrachtung obiger erkenntnisse muss man andere faktoren ausblenden - die wurden ja in der studie imho auch nicht berücksichtigt. letztlich is unser körper halt doch um einiges komplexer, als man uns oft verkaufen will...

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