"Fahrlässigkeit"

BP klagt auf Milliarden-Schadenersatz

21. April 2011, 08:09
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    foto: dapd/gerald herbert

    BP wirft dem Bohrinsel-Betreiber Transocean Fahrlässigkeit vor.

Ein Jahr nach Beginn der Ölpest im Golf von Mexiko schlägt der britische Ölgigant zurück und geht gegen den "Deepwater-Horizon"-Eigentümer vor

New York - Der britische Ölkonzern BP will beim Betreiber der Unglücksplattform "Deepwater Horizon" 40 Milliarden US-Dollar (27,6 Mrd. Euro) Entschädigung eintreiben. Genau ein Jahr nach Beginn der Katastrophe verklagte das Unternehmen am Mittwoch (Ortszeit) in den USA die in der Schweiz ansässige Firma Transocean, von der sie die Bohrinsel "Deepwater Horizon" geleast hatte. Das bestätigte der Konzern am Donnerstag in London.

Außerdem geht BP gerichtlich gegen das Unternehmen Cameron International in Houston (Texas) vor, den Hersteller einer Einrichtung, die in Notsituationen automatisch den Ölfluss aus einer Quelle stoppen soll. In diesem Fall hatte dieser "Blowout Preventer" nicht funktioniert. Rechtliche Schritte hat BP zudem gegen das US-Unternehmen Halliburton eingeleitet. Halliburton war für die Einbetonierung der Quelle zuständig. Die Klagen wurden bei einem Bundesgericht in New Orleans (US-Staat Louisiana) eingereicht.

"Kontrollvorrichtungen haben versagt"

In der Klageschrift heißt es: "Fakt ist, dass am 20. April 2010 jedes einzelne Sicherheitssystem und -instrument sowie sämtliche Kontrollvorrichtungen für die Quelle auf der Deepwater Horizon versagt haben. Dies führte zu den Verlusten durch den Unfall."

Transocean nannte die Klage einen "verzweifelten Versuch" von BP, die volle Verantwortung für die Umweltverschmutzung und die daraus entstehenden Kosten von sich zu weisen. Die Klage sei "fadenscheinig und skrupellos", hieß es in einem Statement, das der Zeitung "Financial Times" (FT) vorlag.

Die Ölplattform war am 20. April vergangenen Jahres explodiert. Elf Arbeiter starben. 780 Millionen Liter Rohöl strömten ins Meer, bis die Quelle in 1.500 Metern Tiefe im August geschlossen werden konnte. 48.000 Menschen kämpften gegen das Öl, das 1.000 Kilometer Küste verschmutzte.

Folgekosten

Derzeit sind rund 30 Milliarden US-Dollar (20,7 Mrd. Euro) an Folgekosten eingeplant. BP hat bereits Vermögenswerte in Höhe von rund 24 Milliarden US-Dollar (16,5 Mrd. Euro) verkauft, etwa Ölfelder in Argentinien oder in der Nordsee.

Die Briten haben derzeit zahlreiche offene Baustellen: Die Ölpest hatte dem Unternehmen nicht nur einen massiven Image-Schaden eingebracht, sondern im vergangenen Jahr erstmals seit Jahrzehnten einen Verlust von 5 Milliarden US-Dollar (3,44 Mrd. Euro). Die Folgekosten für die Katastrophe dürften in naher Zukunft nicht versiegen.

Probleme gibt es außerdem in Russland. Dorthin hatte sich BP nach dem Golf-Desaster stärker ausrichten wollen. Ein Milliarden-Deal mit dem russischen Konzern Rosneft zu Ausbeutung von Vorkommen im Nordpolarmeer aber droht zum Fiasko zu werden.

Vorgesehen ist ein Aktientausch mit Rosneft im Wert von zehn Milliarden Pfund (11,28 Mrd. Euro). Allerdings hat das russische Oligarchen-Konsortium AAR gegen die geplante Zusammenarbeit ein Veto eingelegt. Mehrere Schlichtungsversuche sind bereits gescheitert. Die neue Frist für den Aktientausch ist der 16. Mai. (APA/Reuters)

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17 Postings
chg4711
00
21.4.2011, 15:02
Auch Rechtsanwälte wollen leben !

Das garantiert einen jahrzehnte dauernden Rechtsstreit zum Wohl einer ganzen Generation von Anwälten.

HoJo
00
21.4.2011, 14:54
Halliburton

... da war doch irgendwas mit Dick Cheney?

lord sinclair
29
21.4.2011, 11:38
dieses juristische geplänkel ist vollkommen lächerlich!

ich habe gestern in einer doku gesehen wie verseucht die fauna und flora im golf von mexico ist. da kommt ihnen das grausen...

die chemikalien haben voll ihre wirkung getan! öl weg von der wasseroberfläche, runter ins wasser wo es niemand sieht und die fische "atmen" und fressen die kleinen ölpartikel, lagern sich in kiemen und fleisch an und das ganze endet in der nahrungskette...so, und wer steht nun am ende ebendieser?!? du und ich!

klar, die strände sind wieder halbwegs sauber, obama war ein paar mal dort, hayward ist (mit millionenabfertigung) gegangen, nur was bleibt ist mehr als horror...

vor diesem hintergrund verklagen sich 2 firmen?!?

...man kann gar nicht so viel essen wie man kotzen muß...

Erzpiefke
 
30
21.4.2011, 21:57

Emotionales Geschrei mag sich zwar gut anhören, aber mit der Wirklichkeit hat es wenig zu tun.
Wir haben ja nun schon umfangreiche Erfahrungen mit Ölpest und diese besagen, daß die langfristigen Schäden sehr gering sind. Das Fische sind ja nun mal keine leidenschaftlichen Ölsäufer. Deshalb lassen sie diesen Dreck, der sich auf dem Meeresboden ablagert, auch in Frieden.

Lizz
00
26.7.2011, 13:05

warum muss ich bei diesem posting an "passivrauchen" denken?

master of the present moment
00
21.4.2011, 14:28
EIN AUSERWÄHLTES VOLK DASS DAZU BESTIMMT IST SICH SEIN EIGENES GRAB ZU SCHAUFELN

tja wir sind das auserwählte volk, die spitze der nahrungskette.
wir sind also auserwählt letztlich den dreck zu fressen den wir erzeugen. von eine höheren ebene betrachtet ist der mensch ein minderbegabtes wesen, das zu dumm ist um ursache und auswirkung zu begreifen. oder zumindest in einem tempo worüber man nur noch den kopf schütteln kann. aber wir sind halt das auserwählte volk das sich mit geld und profitgier geblendet hat und sich sein eigenes grab damit schaufelt.

parmigiano
03
21.4.2011, 11:53

ja, da kommt einem das grausen.

ja, auch meine meinung von BP ist nicht die beste, vorsichtig formuliert.

aus sicht von BP (bisher die einzige auf der plattform tätige firma, die zumindest in gewisser weise zu ihrer verantwortung stand), ist es aber mehr als nur verständlich, zu versuchen, auch die anderen involvierten firmen zur verantwortung zu ziehen. BP war ja gar nicht einmal der (alleinige) betreiber der plattform. oder soll eine firma sagen "wir sind zwar (vermutlich) nicht alleine schuld, nehmen es aber hin, dass die anderen gar nichts beitragen und nehmen es auch hin, dass amerikanische behörden und öffentlichkeit nur auf ein nichtamerikanisches unternehmen hinhaut"?

alle sollen brennen, die dafür verantwortlich waren!

forever52
1014
21.4.2011, 09:07
BITTE an BP Tankstellen vorbeifahren !!!!

Roter Baron
10
21.4.2011, 11:16

nur so gehts.

CoolMcCool
16
21.4.2011, 11:16

Lächerlich diese Aussage! Wenn schon konsequent bitte! An jeder Tankstelle mit dem Fahrrad vorbeifahren!

parmigiano
012
21.4.2011, 09:52

naja, ganz so unlogisch und unverschämt ist die klage wohl nicht.

BP hat die plattform nicht gehört und diese auch gar nicht allein betrieben. BP war "bloß" in den medien der alleinige sündenbock, was auch daran liegen mag, dass die anderen involvierten firmen US-firmen waren (schliesslich war der unfall auf US-territorium bzw hatte auf dieses auswirkungen).

dass BP nun geprüft haben will, inwiefern auch andere schuld haben und dementsprechend ihren teil beitragen müssen, ist nur logisch.

Black Adder
10
21.4.2011, 09:51

Kindisch, zumal das Öl der Raffinerien nicht von BP kommt.

Roter Baron
10
21.4.2011, 11:17

nur an der zapfsäule
kann man sie treffen !

Ivan Bukov
00
21.4.2011, 16:38

Ihren Nachbarn vielleicht. Sonst treffen sie niemand

Josef F.
00
21.4.2011, 14:34
An der Zapfsäule...

... verkaufen die Ölmultis das wenigste Öl, da wirst Du keinem treffen. Da müsstest Du Plastiksackerln, Auto- und Fahradreifen, diverse Schmierprodukte, fast alle Kunststoffe, selbst dein PC ist zu 80% aus Öl geformt, meiden.
Aber wer weiß schon was davon von BP kommt!?
Und die anderen Multis arbeiten genauso, damit eben wir alle hier einen PC haben usw..

Der junge Jim Kirk
00
21.4.2011, 12:56

Ja aber an jeder, denn das öl von bp hat ja kein mascherl sondern fließt auch an jeder anderen tankstelle aus dem zapfhahn.

Und jedem seine eigene Busspur
00
25.10.2011, 15:19
In Ostösterreich fast alles aus Schwechat

auch an der BP Zapfsäule...

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