Anti-Gbagbo-Truppen gehen aufeinander los

21. April 2011, 07:49
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    foto: reuters/finbarr o'reilly

    Schuhe der Rekruten der Republican Forces of Ivory Coast (FRCI). Auch nachdem der abgewählte Präsident Gbagbo verhaftet wurde, kommt das Land nicht zur Ruhe.

Hauptquartier von Warlord angegriffen

Zwei Wochen nach der Verhaftung des Ex-Präsidenten Laurent Gbagbo durch französische Spezialkräfte in der ivorischen Metropole Abidjan gehen nun Truppen des international anerkannten neuen Staatschefs Alassane Outtara aufeinander los.

Wie Ohrenzeugen in dem Arbeitervorort Abobo berichten, habe in den Mittagsstunden des Mittwoch Maschinengewehrfeuer die Nachbarschaft in Atem gehalten. Dem Vernehmen nach galten die Schüssen aus Regierungskanonen dem Hauptquartier von Ibrahim Coulibaly, einem Warlord, der in der Vergangenheit zwei Mal erfolglos gegen die ivorische Regierung geputscht hatte. Während der jüngsten Kämpfe gegen die Truppen Gbagbos verdanke Outtara seinen Sieg maßgeblich der Unterstützung durch Coulibaly, so Experten.


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Ein Sprecher Coulibalys sagte der Nachrichtenagentur Associated Press (AP), seine Leute hätten die Outtara-Truppen zurückgeschlagen. Erst vor wenigen Tagen hatte Ibrahim Coulibaly in einem Interview seine Loyalität zu Präsident Outtara erklärt. (red, derStandard.at, 21.4.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 56
1 2
Malkaye
00
30.11.2011, 11:23
HAARGENAU dasselbe.

- Gleiches Jahr
- Gleicher Kontinent
- Zwei souveräne Staaten die angegriffen werden
- Jedes Mal die selben Angreifer
- Beide Male im Namen der Demokratie
- Beide Male bekämpfen sich die "Befreier"/Söldner
- Beide Male gehen die humanitären Verbrechen
danach weiter
- Beide Male schweigt die Presse sobald der "Böse"
besiegt ist

Die Rede ist von der Elfenbeinküste und Libyen.

mic
20
22.4.2011, 11:42
Verstehe nicht ...

... warum um dieses Land keine Mauer kommt.
Dann keine Ausländer mehr rein.
Sollen die doch da unten sich das untereinander ausmachen - ich kann es schon nicht mehr hören!

Das war schon vor 35 Jahren so als ich da unten war und wird in 100 Jahren genauso sein.

Gerda Soros
00
28.4.2011, 09:21
Waren Sie am gleichen Kontinent wie ich?

Vor 35 Jahren, also um 1976, galt die Côte-d'Ivoire als die Schweiz Afrikas mit einem zu Recht gerühmten guten Zusammenleben aller ethnischen Gruppierungen, die von Felix Houphouet-Boigny recht weise an der Macht beteiligt wurden.

Was Sie vor 35 Jahren hier erkannt haben wollen, ist mir als oftmaliger Reisender in dieses Land rätselhaft. Waren Sie sicher am richtigen Kontinent oder haben Sie sich verflogen?

Bertel Mann
00
22.4.2011, 18:49
Dummerweise gehören die Kakaoplantagen den Ausländern...

Fritz Wunderlich
00
26.4.2011, 18:48

komisch, wird genau von vier dummies behauptet, die das nie belegen
peter w1, grumblduke, bertelmann, vega

tatsächlich ist französisches kapital in der infrastruktur des landes, eisenbahn, telekommunikation, banken und rohstoffhandel

aber das übersteigt deren abstraktionsniveau

französische staatsbürgerinnen sind 12.000 vor ort, davon 7.000 doppelstaatsbürgerinnen

Bertel Mann
01
22.4.2011, 08:18
Lang hatt sich diese Meldung nicht auf der Startseite gehalten

Wie überhaupt die Elfenbeinküste sehr schnell aus dem Blickfeld unserer unabhängigen Meien verschwunden ist.

Kuni bert
02
22.4.2011, 17:24

Das liegt daran, dass die "Guten" gewonnen haben. Seitdem gibt es nichts mehr über dieses Land zu berichten.

Raptor Jesus
00
22.4.2011, 06:35
Ich wusste das da was faul war!

Franzosen hatten noch nie militärische Siege errungen, und es sieht so aus, als ob sie mit der Premierefeier doch etwas warten müssen!

Der Kluge
31
21.4.2011, 21:55

Die Hasstiraden gegen Frankreich sind wieder einmal lächerlich. Als ob österreichische Nicht-Einmischung der bessere Weg wäre. Im Sudan sehts was passiert, wenn sich der Westen nicht einmischt.

Hunderttausende christliche Schwarzafrikaner von muslimischen Arabern abgeschlachtet. Ja, der Westen mischt sich nicht ein und die antiimperialistischen Stanard.at-Kampfposter können dem Westen nicht die Schuld für das Leid in Afrika geben. Aber das wird den Betroffenen egal sein.

Man sollte auch einmal offen diskutieren, ob die Demokratie wirklich so eine tolle Staatsform ist, die in allen Ländern funktioniert. Oft genug führen Streitigkeiten bei Wahlen zu Kriegen in Afrika...

multivitamin saft
 
01
21.4.2011, 18:06

so ein dreckloch kann ein land gar nicht sein, dass sich nicht ein paar leute finden die machtgeil sind und bereit dafür zu töten.

Fritz Wunderlich
02
21.4.2011, 14:58

wie schon gepostet, es war eine koalition gegen gbago, die den sieg errang, es liefen wichtige warlords zu quattara über (hat wahrscheinlich einiges gekostet)
ursprünglich wurde ja quattara in abidjan belagert, bis un/f entsatz brachten
aber nun ist die koalition quattaras am zerfallen
wer weiß, vielleicht taucht gbago wieder auf

entenfutallesgut
28
21.4.2011, 13:12
Das ist ja köstlich

"verdanke Outtara seinen Sieg maßgeblich der Unterstützung durch Coulibaly, so Experten" ??

Ibrahim Coulibaly wurde 2008 von einem französischen Gericht in Abwesenheit zu 4 Jahren Knast verurteilt, der sollte derzeit gerade noch einsitzen !

Wiki:
"France and Côte d'Ivoire have both issued international arrest warrants for Coulibaly. On March 10, 2008, a trial of Coulibaly, involving his alleged plot to seize power and kill Gbagbo with mercenaries in 2003, began in Paris. Coulibaly was tried in absentia; his lawyers said that they did not know where he was."

Ja wie schön, daß Frankreich ihn wiedergefunden hat, und ihm diesmal gleich beim Schießen auf den Präsidentenpalast half...

Tief gesunken unter Sarkozy, abgrundtief.

Enrico Furioso
09
21.4.2011, 18:37
"Tief gesunken unter Sarkozy, abgrundtief."

Die französische Afrika-Politik ist schon seit Jahrzehnten völlig skrupellos. So unterstützen sie seinerzeit Kaiser Bokassa, und als dieser dann doch ein wenig zu peinlich wurde, stürzten sie ihn (Unternehmen Barracuda), und setzten einen ihn gefälligeren Mann an die Staatsspitze. Dessen ungeachtet gaben sie den durch französische Elitesoldaten gestürzten Diktator in Frankreich Asyl und schützen ihn so vor Strafverfolgung.

Wer sich ein wenig mit Frankreichs Afrika-Politik seit 1945 beschäftigte, konnte daher auch nur zynisch lächeln, als Sarkozy plötzlich im Libyen-Konflikt die Verteidigung von Demokratie und Menschenrechte als Kriegsgrund aus den Hut zauberte.

Raptor Jesus
04
21.4.2011, 19:55
Er weiß das er abgewählt wird

Deswegen veranstaltet er Maximum Damage, damit die sichere noch-Opposition was zu knabbern hat.
Erfahrungsgemäß wird die es nicht schaffen und die kriegen die ganze Schuld zugeschoben.
4 Jahre später sieht die Situation garnicht mehr so übel aus und gleich bei der Wiederwahl hat man ein "Erfolg" verbucht.

yes2bertl
16
21.4.2011, 12:59
Ein Resultat des Sarkozy - ismus.

Sarkozy - ismus. Hoch ansteckende Erkrankung, bei der der Erkrankte denkt, nur er wisse was gut für die Welt sei und diese Sicht mit allen ihm zur Verfügung stehenden, auch gewaltsamen, Mitteln durchsetzt.

ChilliPalmer
05
21.4.2011, 14:36
Hat er wohl aus den USA eingeschleppt, diese Krankheit…

Kritiker1A
13
21.4.2011, 12:31
Ja genausoviel hilft es wenn man sich von außen einmischt. Nämlich gar nix.

linker Schlechtmensch
03
21.4.2011, 12:20
wie

unerwartet

Chien de Pique
113
21.4.2011, 12:19

Bravo, wirklich gut gemacht, petit Nicolas. Und so ähnlich, nur ärger, wird es in Libyen nach dem Sieg fast unvermeidlich auch kommen, so heterogen die Opposition ist (und mittlerweile dank Einladung fremder Streitkräfte und Dauer-Bombardement im Westen des Landes wohl auch verhasst).

Johannes99
40
21.4.2011, 18:13
Bravo. Das nenn ich eine vernünftige Weltsicht.

Hätten's doch den alten Diktator in seinem Palast sitzen lassen, was geht das wen anderen an? Und Libyen? Das Gadaffi-Regime ist noch immer besser als was jetzt kommen wird, wenn ich Sie richtig interpretiere. Tolle Einstellung. Meine ist es nicht

Chien de Pique
00
22.4.2011, 16:55

2. Versuch: Man kann durchaus intervenieren, aber nicht zugunsten des nächsten und offenbar noch brutaleren Herrschers, sondern der Zivilisten auf beiden Seiten. Das Land ist ethnisch-religiös tief gespalten, beide Kandidaten haben die Wahl manipuliert (durch ein höriges Gericht bzw
Einschüchterungen), beide haben zur Waffe gegriffen (und Ouattara hat sich offenbar mit den ärgsten Leuten überhaupt verbündet) und verdienten keinerlei Unterstützung. Die Cholera durch die Pest zu ersetzten, hilft niemandem.
Nun hat man sich damit nicht einmal Ruhe und Stabilität erkauft, sondern das Lager der Sieger zerfällt auch noch in Gewalt.
Eher hätte man beide festnehmen und nach Den Haag bringen sollen, um dort das Ausmaß ihrer Schuld zu klären.

Enrico Furioso
07
21.4.2011, 18:42
"Das Gadaffi-Regime ist noch immer besser als was jetzt kommen wird, wenn ich Sie richtig interpretiere."

Vermutlich ist das sogar völlig richtig. Gegen das, was wahrscheinlich kommt, nämlich ein zweites Somalia, war das Gaddafi-Regime tatsächlich besser. Immerhin: die Ölfelder werden wohl durch PMCs (private military companys) gut geschützt werden, der Zugriff auf's libysche Öl durch die großen Konzerne dürfte damit wohl ausreichend gesichert sein; und was die Zivilbevölkerung durch das Hauen und Stechen der Warlords erleidet, nun, da wird man sich plötzlich wieder darauf besinnen, dass das die inneren Angelegenheit des libyischen Staates sind in die man sich nicht einmischen darf.

ricardo loiola
15
21.4.2011, 11:43

was zu erwarten war...sind halt eher söldner, die das ganze mit frankreich und der uno durchgefochten haben...wieso hört man eigentlich nichts mehr von den menschenrechtsverletzungen und massakern, die die "guten" rebellen angerichtet haben?

sepp schilehrer
23
21.4.2011, 11:38

Lesen Sie nach bei Scholl-Latour.

Wahlen in Afrika sind nicht eine Auswahl von Parteien oder politischen Ideen. Es geht stets um Stammeskonflikte. Nur erklärt das uns im Westen (fast) niemand.

Ist in Libyen nichts anders.

Gerda Soros
01
28.4.2011, 09:24

Scholl-Latour hat sicher manche gescheiten Sachen geschrieben, genauso aber auch Blödsinn. Für 53 afrikanische Staaten so zu verallgemeinern, ist z.B. so ein Blödsinn. Wo haben Sie z.B. in Mali Stammeskonflikte?

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