Osim hofft auf rasches Ende der Bosnien-Sperre

20. April 2011, 19:59
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Ex-Sturm-Erfolgscoach als Chef eines Normalisierungs-Komitees

Sarajevo - Ivica Osim, ehemaliger Erfolgstrainer des österreichischen Fußball-Clubs Sturm Graz, hat seine Arbeit zur Aufhebung der internationalen Sperre gegen Bosnien-Herzegowina aufgenommen. "Ich muss an diese Mission glauben, und ich glaube auch daran", meinte Osim am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in seiner Geburtsstadt Sarajevo.

Die jugoslawische Fußball-Legende führt ein vom Welt- (FIFA) und Europaverband (UEFA) eingesetztes, sechsköpfiges Normalisierungs-Komitee an, das für Bosnien den Weg aus der seit Anfang April gültigen Sperre ebnen soll. "Wir werden versuchen, die Meinung von FIFA und UEFA zu ändern. Jeder hat eine zweite Chance im Leben", sagte Osim.

Eine von Osims Hauptaufgaben ist es, eine Generalversammlung des nationalen Verbandes (NSBIH) vorzubereiten. Dort sollen die entsprechenden Statuten des Reglements besprochen und überarbeitet werden. Die Sitzung soll am 26. Mai stattfinden. "Mein Vorteil ist, dass ich nicht politischen Kreisen angehöre. Deshalb kann ich ohne Vorbehalte sprechen", glaubt der 69-Jährige, dass er der geeignete Mann ist.

Der Vielvölkerstaat Bosnien-Herzegowina lehnt einen einzigen Präsidenten als Verbandsboss ab. Derzeit stehen der Organisation drei Chefs vor. Der bosnische Verband hat in Sachen Führung dasselbe Rotationssystem wie an der Staatsspitze. Bosnien hat entsprechend dem Dayton-Friedensabkommen, mit welchem Ende 1995 der dreijährige Krieg beendet wurde, ein dreiköpfiges Staatspräsidium, in welchem die drei Staatsvölker - Bosniaken (Muslime), Serben und Kroaten - je einen Vertreter haben und sich an der Führungsspitze im Laufe einer Funktionsperiode ablösen.

Dieses Verbands-Statut wollten FIFA und UEFA bis Ende März geändert sehen. Da aber die serbischen und kroatischen Verbandsvertreter eine solche Lösung abgelehnt hatten, trat mit April nun die Sperre in Kraft. Die bosnische Nationalmannschaft und die Clubteams dürfen bis zur Lösung des Problems nicht an internationalen Wettbewerben teilnehmen. Anfang Juni stünden für die Bosnier zwei EM-Qualifikations-Partien gegen Rumänien und Albanien auf dem Programm. (APA/AFP)

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    Ivica Osim glaubt an seine Mission.

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