"Richtig intensive Konfrontation" um "Krone"

20. April 2011, 18:02
1 Posting

Preisboxen: Schritte gegen Dichands Gerichtsverfügung geprüft, neue Schiedsverfahren

An ein paar Cents eskaliert in diesen Stunden der Clinch der Mediaprint-Gesellschafter - der Preiserhöhung für die Krone. Bei 817.549 verkauften Exemplaren wachsen sich auch ein paar Cent pro Stück zum Kriegsgrund aus, der schließlich den Wert der Kronen Zeitung bestimmt. Und der spielt eine gewichtige Rolle, wenn die Dichands die 50 Prozent der WAZ übernehmen wollen. Die Krone-Gesellschafter tun wieder einmal alles, um ihre Partnerschaft nicht gedeihlich aussehen zu lassen.

Der nächste Termin für einen kleinen Showdown ist schon beantragt: Krone -Geschäftsführer Wolfgang Altermann soll für Anfang Mai die Eigentümervertreter von Krone und Kurier in der Verlagstochter Mediaprint zur Sitzung geladen haben - Familie Dichand, die Altermann neben Herausgeber Christoph Dichand selbst vertritt, Kurier -Gesellschafter Raiffeisen, und die deutsche WAZ-Gruppe, die an beiden Zeitungen beteiligt ist.

Die Dichands wollen offenbar in der Sitzung die Preiserhöhung der Krone gemeinsam abblasen lassen, die Raiffeisen und WAZ gegen den Willen der Dichands im März beschlossen haben. Die Preiserhöhung für den Kurier trugen auch die Dichands mit.

Rechtsmittel gegen Verfügung

Die Dichands haben wie berichtet eine gerichtliche Verfügung gegen die Preiserhöhung in der Tasche. Die Verfügung untersagt Preiserhöhungen, bis ein Schiedsgericht diese Preisfrage entschieden hat. Das kann Jahre dauern. Doch die Mitgesellschafter prüfen nach Standard-Infos von Menschen mit Einblick in den Konzern gerade Rechtsmittel gegen diese Verfügung.

Neue Schiedsverfahren

Die WAZ könnte zudem mit weiteren Schiedsverfahren antworten. Themen dafür gären schon länger (der Standard berichtete): Die Essener verlangen den Nachweis, dass Krone-Boss Hans Dichand seinen Sohn Christoph vor seinem Tod formal korrekt zum Herausgeber bestellte. Und die Dichands fordern ihren garantierten Jahresgewinn von gut 8,5 Millionen Euro für das magere Geschäftsjahr 2008/9 von der WAZ, die sich weigert und auf höchstgerichtliche Urteile beruft. Heuer könnte ein Schiedsgericht den jahrelangen Streit um das Recht der WAZ, einen Chefredakteur zu nominieren, entscheiden.

Ein Konzernkenner rechnet nun mit einer "richtig intensiven Konfrontation".

Offizielle herrscht die gewohnte Funkstille bei Raiffeisenboss Christian Konrad, bei der WAZ in Essen, und auch Dichands Anwältin Huberta Gheneff war weiter auf Tauchstation. (Harald Fidler, DER STANDARD; Printausgabe, 21.4.2011)

Zum Thema
Dichand erwirkt Gerichtsverfügung gegen Preiserhöhung
- Gegen Beschluss von WAZ und Raiffeisen - Neues Schiedsverfahren bestätigt

Share if you care.