40.000 auf der Flucht

20. April 2011, 17:58
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Mindestens 80 Tote seit Beginn der Nachwahl-Unruhen

Abuja - Wegen der blutigen Nachwahl-Unruhen in Nigeria sind nach Angaben des Roten Kreuzes fast 40.000 Menschen auf der Flucht. Zudem seien mehr als 400 Menschen bei den Ausschreitungen verletzt worden, sagte am Mittwoch ein Mitarbeiter der Hilfsorganisation. Mindestens 80 Menschen sind nach übereinstimmenden Angaben von Beobachtern getötet worden.

Die nigerianische Polizei hat hunderte Menschen im Norden des Landes festgenommen. Der Polizeichef der Stadt Kaduna sprach von 400 Verdächtigen, die in Gewahrsam seien. Die Polizei in der noch weiter nördlich gelegenen Stadt Kano erklärte, mindestens 50 Personen seien verhaftet worden.

Hintergrund der jüngsten Gewaltwelle ist die Präsidentenwahl von Sonntag. Befürworter des früheren Militärmachthabers Muhammadu Buhari - ein Muslim aus dem Norden - attackierten ihre politischen Gegner, nachdem die Wahlkommission den amtierenden Präsidenten Goodluck Jonathan zum Sieger der Wahl erklärt hatte. Jonathan ist ein Christ aus dem Süden. Buharis Anhänger werfen ihm Wahlfälschung vor. Beobachter rechneten damit, dass die Gewalt noch Wochen andauern könnte und weitere Menschen in die Flucht getrieben werden könnten. (red/DER STANDARD, Printausgabe, 21.4.2011)

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