Gbagbo-Anhänger leisten weiter Widerstand

20. April 2011, 16:32
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Heftige Feuergefechte in Abidjan - Milizen des Ex-Machthabers wollen nicht aufgeben

Abidjan - Beim Versuch, die verbliebenen Milizen des ivorischen Ex-Präsidenten Laurent Gbagbo aus ihren Hochburgen in der Metropole Abidjan zu vertreiben, stoßen die Streitkräfte von Staatschef Alassane Ouattara offenbar auf heftigen Widerstand. Bewohner des Bezirks Yopougon berichteten am Mittwoch von schweren Feuergefechten in einigen Gebieten des Bezirks, in denen die Milizen immer noch aktiv seien. Die Feuergefechte und Explosionen waren auch in anderen Teilen der Millionenstadt zu hören. Zahlreiche Einwohner flüchteten vor den Gefechten in andere Stadtteile.

Seit der Festnahme Gbagbos am 11. April gelingt es der neuen Regierung von Präsident Ouattara nur schleppend, die Ordnung in Abidjan und dem Rest des Landes wiederherzustellen. Versuche der Regierung, die Milizen mit Schutzzusicherungen zur Abgabe ihrer Waffen zu bringen, verliefen bisher erfolglos, wie ein Vertreter des Verteidigungsministeriums sagte. Bereits am Vorabend hatte die Regierung eingeräumt, dass einige Gbagbo-treue "Milizionäre und Söldner" in Abidjan aktiv seien, insbesondere in Yopougon. In Abidjan hat die große Mehrheit der Gbagbo-treuen Beamtenschaft den Appell des neuen Präsidenten ignoriert und die Wiederaufnahme der Arbeit verweigert.

Besuchserlaubnis gefordert

Fünf Juristen, unter ihnen der französische Ex-Außenminister Roland Dumas, haben am Montag von Ouattara eine Besuchserlaubnis bei Gbagbo gefordert. Dem Advokaten-Kollektiv gehört auch der Star-Anwalt Jacques Vergès an. Nach Aussagen der Anwälte und von Gbagbo-Anhängern wurde der Ex-Präsident nicht von Ouattara-Truppen, sondern von Mitgliedern der französischen Spezialeinheit "Licorne" festgenommen.

Ouattara hatte die Präsidenten-Stichwahl im November vorigen Jahres nach Feststellung der unabhängigen Wahlkommission mit 54,1 Prozent der Stimmen gewonnen. Das von Gbagbo-Gefolgsleuten dominierte Verfassungsgericht rief jedoch den bisherigen Amtsinhaber zum Sieger aus, nachdem rund eine halbe Million Stimmen mit der Begründung annulliert worden war, dass in den Hochburgen Ouattaras im überwiegend muslimischen Norden Anhänger Gbagbos an der Stimmabgabe gehindert worden seien. (APA)

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