"Mars an Innsbruck: Alles Roger!"

20. April 2011, 17:28
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Österreichisches Weltraumforum führt Projekt in Spanien durch: Raumanzug und Mars-Rover im Test

Innsbruck - Eine bemannte Mars-Expedition simuliert das Österreichische Weltraumforum (ÖWF) in der spanischen Halbwüstengegend Rio Tinto. Gesteuert wird das Projekt allerdings von Österreich aus: Es werde über Satellit von einem Missionskontrollzentrum in Innsbruck koordiniert und überwacht, teilten die Projektleiter am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Tirol mit. Getestet werden ein Raumanzug sowie ein Mars-Rover unter marsähnlichen Bedingungen.

Sowohl die Steuerung der Elektronik als auch des Anzug können von Österreich aus übernommen werden. "Es ist unglaublich, was hier geschafft wird", lobte Frits De Jong von der European Space Agency (ESA) das heimische Weltraumforum. Für die Projektdauer von einer Woche kooperiert die ESA mit den insgesamt 40 ÖWF-Mitarbeitern in Spanien und Innsbruck.

Bei dem Anzug handle es sich nicht um einen echten Raumfahrtanzug, sondern um einen "Analoganzug" - drei Jahre dauerte dessen Herstellung. Auch die ESA selbst ist mit einem 750 Kilogramm schweren Roboterfahrzeug "Eurobot" vor Ort, weiters ist die Universität Innsbruck in die Simulation eingebunden. Die Wissenschafter wollen Technologien zur sterilen Probenentnahme auf dem Mars untersuchen.

Mit Herzblut bei der Sache

"In Österreich sagt man leider oft: 'Wir können eh nichts dazu beitragen. Die anderen sind viel besser'. Aber bei diesem Projekt beweisen wir, dass man trotz weit geringerer Mittel, aber mit umso mehr Herzblut ähnlich viel erreichen kann wie ESA oder NASA", meinte der Astronom und Physiker Rudolf Albrecht vom ÖWF. Man wisse nicht, wann die erste bemannte Mars-Vision möglich sei, aber irgendwann werde es soweit sein. Dann müssten alle Fragen beantwortet sein. Dafür würden derartige Analogforschungsprojekte dienen, erklärte Albrecht.

Rund 20.000 Euro musste das ÖWF für die Mission aufbringen. 30.000 Euro machten die Materialkosten für den Raumfahrtanzug aus. Das "Rio Tinto"-Projekt sei Teil des Analogforschungsprogrammes "PolAres". "Wenn wir das alles analysiert haben, dann könnte es sein, dass wir in zwei oder drei Jahren eine Mission in der Arktis durchführen. Wir wollen über die Pole den Weg zum Mars finden", gab Alexander Soucek vom ÖWF bereits einen Ausblick auf mögliche zukünftige Vorhaben. (APA/red)

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    Heute Spanien, morgen die Arktis und übermorgen vielleicht wirklich der Mars - das Österreichische Weltraumforum will bis dahin gewappnet sein.

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