ProSiebenSat.1 verringert Schuldenberg durch Verkauf

20. April 2011, 15:39
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Töchter in Niederlanden und Belgien um 1,2 Milliarden Euro verkauft

 Der Fernsehkonzern ProSiebenSat.1 kann seinen Schuldenberg durch den milliardenschweren Verkauf von Auslandsgeschäften deutlich verringern. Die TV- und Printaktivitäten in den Niederlanden und Belgien seien an ein Konsortium internationaler Medienunternehmen veräußert worden, teilte das Unternehmen am Mittwoch in München mit. Die Sparten wurden beim Verkauf mit 1,2 Mrd. Euro bewertet.

Mit dem Erlös kann der von Finanzinvestoren kontrollierte TV-Konzern einen Teil seiner Schulden los werden. Zum Jahresende 2010 lag die Verschuldung nach Angaben einer Sprecherin bei rund drei Milliarden Euro. Mit einem Verkauf der Aktivitäten in Belgien und den Niederlanden war bereits seit einigen Monaten gerechnet worden. Die verkauften Geschäftsbereiche haben den Angaben zufolge 2010 einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 115 Mio. Euro zum Ergebnis des Konzerns beigetragen.

"Der Verkauf dieser Aktivitäten war das Ergebnis einer umfassenden Analyse strategischer Optionen, die die ProSiebenSat.1 Group in Belgien, den Niederlanden und den nordeuropäischen Ländern durchgeführt hat", hieß es. An den Beteiligungen in Nordeuropa will der Konzern aber festhalten.

ProSiebenSat.1 ist seit der Übernahme durch die Finanzinvestoren KKR und Permira im Jahr 2006 im Umbau und fährt einen strikten Sparkurs. Seine Sender holte der Konzern vollständig von Berlin nach München und trennte sich vom schwächelnden Nachrichtensender N24.

Im vergangenen Jahr profitierte die Sendergruppe kräftig von der unerwartet starken Belebung der Werbemärkte und konnte den Gewinn mit 312,7 Mio. Euro mehr als verdoppeln . Der Umsatz wuchs um 8,7 Prozent auf rund 3 Mrd. Euro. Im laufenden Jahr rechnet ProSiebenSat.1 mit einem Umsatzplus im mittleren einstelligen Prozentbereich. Seit Monaten wird darüber spekuliert, dass KKR und Permira sich mit diesen Zahlen von ProSiebenSat.1 verabschieden und ihre Anteile an die Börse bringen könnten. (APA) 

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