Strache fürchtet "Masseneinwanderung"

20. April 2011, 15:06
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Klausur des FP-Parteipräsidiums in Hinterglemm - "ÖVP ist zerbröselt"

Saalbach-Hinterglemm - Kein gutes Haar hat FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache heute, Mittwoch, in einer Pressekonferenz anlässlich der Klausur des Parteipräsidiums in Hinterglemm an der Nominierung des JVP-Chefs Sebastian Kurz zum Integrationsstaatssekretär und von Johanna Mikl-Leitner zur Innenministerin gelassen. Die "Masseineinwanderung" nach Österreich werde weiterhin ermöglicht, "ich befürchte, dass die Integrationspolitik dramatisch schlimmer wird. Schlecht war sie ja schon bei Innenministerin Fekter".

Mikl-Leitner sei vom niederösterreichischen Landeshauptmann Erwin Pröll als "Statthalterin" in die Regierung entsandt worden, sie werde die bisherige ÖVP-Politik konsequent fortsetzen, prognostizierte Strache. Und in Richtung Sebastian Kurz meinte er: "Ich traue einem 24-Jährigen alles zu, im positiven Sinn. Es ist aber nicht eine Frage des Alters, sondern die der Persönlichkeit und Qualifikation." Kurz, den der FP-Chef heute als "Grasser-Kopie" bezeichnete, habe sich im Wiener Wahlkampf mit dem Slogan "Schwarz macht geil" disqualifiziert und auch die Rechnung dafür präsentiert bekommen.

FPÖ als Familien-, Umwelt und Antiatompartei

"Wenn man versucht, mit Krampf angeblich Junge ins Rennen zu schicken", sei dies lächerlich, setzte Strache seine Kritik fort und verwies auf SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Laura Rudas; "Sie ist alt im Denken." Der Erfolg der "Jungen" hänge davon ab, ob sie die Probleme der jungen Menschen in Österreich ansprechen würden und bereit seien, diese zu lösen. "Das sehen wir als unseren Erfolg, wir sprechen die Sorgen der jungen Menschen an. Kurz kann man daran messen, ob er bereit ist, freiheitliche Inhalte umzusetzen", sagte der FPÖ-Chef.

Eine Notwendigkeit zu personellen Änderungen innerhalb der Partei sieht Strache nicht, "wir haben eine tolle Spitzenmannschaft". Die FPÖ will mit ihren bekannten Positionen zur "bestimmenden Kraft" in Österreich werden.

Gefordert wurde ein neues Wehrpflichtsystem des Bundesheeres, in dem männliche Staatsbürger "eine exzellente Ausbildung" erhalten. Jene, die nicht tauglich sind, müssten eine professionelle Ausbildung im Zivil-, Sozial- und Katastrophendienst bekommen.

Die Freiheitlichen wollen sich auch als "Familien-, Umwelt- und Antiatompartei" positionieren. "Wir sagen, raus aus dem Euratom-Vertrag. Mit österreichischen Steuergeldern werden 100 Millionen eingezahlt." Wenn man das Geld in erneuerbare Energie investiere, würde Österreich in fünf, sechs Jahren keinen Atomenergieimport mehr benötigen, erklärte der FPÖ-Chef. Und bezüglich Familien kündigte Strache die Präsentation eines Modells an, wonach es für das zweite und dritte Kind Steuererleichterungen und für das vierte Kind gänzliche Steuerfreiheit geben sollte. (APA)

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