Budget

Rektoren und ÖH fordern mehr Mittel und hoffen auf Töchterle

20. April 2011, 13:43
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    foto: apa/neubauer

    „Ich hoffe, dass es ihm gemeinsam mit Maria Fekter gelingen möge, Überzeugungsarbeit in der Regierung zu leisten, die Gefahr (eines stagnierenden Budgets) abzuwenden und noch Mittel an Bord zu holen", setzt Sünkel in  Karlheinz Töchterle.

"Finanzierung bis 2013 sicher stellen"

Gestern wurde der Innsbrucker Rektor Karlheinz Töchterle von der ÖVP zum neuen Wissenschaftsminister designiert, heute Mittwoch konfrontieren ihn die Österreichische Hochschülerschaft (ÖH) und die Universitätenkonferenz (uniko) gemeinsam mit einem offenen Brief. Darin fordern ÖH-Chefin Sigrid Maurer und Uniko-Präsident Hans Sünkel die "Bundesregierung dringend auf, eine ausreichende Finanzierung der Universitäten über 2013 sicher zu stellen". 

Dieser Tage wird der Bundesfinanzrahmen für die Jahre 2012 bis 2015 beschlossen. Für die Universitäten ist dabei bislang vorgesehen, die budgetären Mittel einzufrieren, was reale Kürzungen bedeuten würde. Den eigentlichen Bedarf um den "qualitativen Status Quo" zu behalten, beziffert Sünkel jedoch mit 300 Millionen pro Jahr ab 2013. Dabei reiche diese Summe nicht, um eine Anhebung der Qualität der Universitäten zu erzielen.

"Ist es nicht eine Schande, wenn die österreichische Hochschülerschaft und die Uniko mit zwei Positionen sich immer zu Wort melden müssen, nämlich mit dem erhobenen Zeigefinger einerseits und der bettelnden Hand andererseits", fragt Uniko-Chef Hans Sünkel. Man weise „dramatisch" auf die Finanzierungsprobleme hin, die Hoffnung werde aber durch die Regierungsbildung genährt. 

"Pflichtprogramm, nicht Kür"

"Wir kennen die chronische Unterfinanzierung der Universitäten, unsere Regierung verhält sich hier provinziell", sagt Maurer. Sie sei sich jedoch sicher, dass Karlheinz Töchterle mehr Weitblick haben wird, ob er die Regierung davon überzeugen könne, werde man sehen. Es gehe um eine Prioritätensetzung, die 300 Millionen Euro seien das Mindestmaß, um den aktuell sehr schlechten Status Quo aufrecht zu erhalten.

"Wir reden vom Pflichtprogramm, nicht von der Kür. Wenn wir den Status Quo nicht sichern, dann müssen wir abbauen", sagt Maurer. Langfristig müsse man das Budget jedoch auf zwei Prozent des BIP anheben. Dazu fordert Maurer jedoch einen Finanzierungsplan. Maurer hofft, dass Karlheinz Töchterle das Amt mit einigen Bedingungen verbunden hat, die zur Verbesserungen der Unis beitragen.

Sünkel sei „hoffnungsvoll", dass die Neubesetzung im Wissenschaftsministerium dazu führe, dass die Probleme an den Universitäten nicht nur „akzeptiert werden, sondern realisiert werden". Töchterle kenne die universitäre Szene sehr gut und wisse, wo der Schuh drückt, so Sünkel. „Ich hoffe, dass es ihm gemeinsam mit Maria Fekter gelingen möge, Überzeugungsarbeit in der Regierung zu leisten, die Gefahr (eines stagnierenden Budgets) abzuwenden und noch Mittel an Bord zu holen", setzt Sünkel auf die neuen Köpfe. Ohne diese Mittel müssten die Universitäten „Restrukturierungsmaßnahmen" treffen. Dabei gehe es um ungefähr zehn Prozent des Uni-Budgets.

"Gemeinsame Aktivitäten" möglich

Auf die Frage was von Beatrix Karl als Wissenschaftsministerin bleibe, kritisiert Maurer, dass Karl eine Ankündigungspolitik betrieben habe, jedoch wenig umgesetzt habe. Ähnlich sieht es Sünkel. Karl habe zu viele Themen aufgegriffen, Baustellen sind nun offen. Sünkel sieht bei drei Themen wirklichen Handlungsbedarf. Dies sind zum einen die nachhaltige Finanzierung der Universitäten, ein Hochschulplan und die Studienplatzfinanzierung.

Welche weiteren Schritte sind geplant? Am 26. April wird die Uniko zu einer außerordentlichen Plenarsitzung zusammentreffen und weitere Schritte beraten. Sünkel kann sich auch gemeinsame Aktivitäten mit der ÖH vorstellen, Maurer kann sich zum Beispiel gemeinsame HörerInnenversammlungen vorstellen. Das gemeinsame Vorgehen von Studenten und Rektoren soll aus Sünkels Sicht "ein gewisses Warnsignal für die Regierung" sein, da hier zwei Gruppen "an einem Strang in die selbe Richtung ziehen", die sonst nicht oft derselben Meinung sind. (seb, derStandard.at, 20.4.2011)

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18 Postings
metalwoman
00
24.4.2011, 23:52

Wenn Studiengebühren wieder eingeführt werden, dann müsste man meiner Meinung nach das Stipendiensystem verbessern (Einkommensgrenzen anpassen, damit auch die Kinder normaler Arbeitereltern in den Genuss kommen könnten, Anzahl der Toleranzsemester anhand der durchschnittlichen Studiendauer bemessen). Wenn man das macht bedeutet das aber:
1. die Regierung müsste mal wirklich was arbeiten und verändern statt betonieren
2. die Einnahmen durch die Studiengebühren wären gleich wieder weg und könnten nicht für fette Politikerpensionen/Gehälter u.ä verwendet werden, die nur wenigen nützen.

klar kent
00
22.4.2011, 10:02
studiengebühren heben...

...auf 5000 euro, notfalls mehr. vergabe von niedrigverzinsten kredite. stipendien nur bei nem notendurchschnitt unter 2,0.

problem gelöst. ;-)

Loxoceles
00
22.4.2011, 18:05

Damit nivellieren Sie das Prüfungs- und Ausbildungsniveau nach unten, insbesondere in den technischen Fächern, um genügend Absolventen zu produzieren.

Amokk
12
21.4.2011, 15:17

Studiengebühren ja nein ja nein ja nein ja nein ja nein ja nein ja nein ja nein ja nein ja nein ja nein ja nein ja nein ja nein ja nein ja nein ja nein ja nein ja nein ja nein ja nein ja nein ja nein ja nein ja nein ja nein ja nein ja nein ja nein ja nein ja nein ja nein ja nein ja nein ja nein ja nein ja nein ja nein ja nein ja nein ja nein ja nein ja nein ja nein
Vielmehr wirds auch in Zukunft nicht geben.

Freigeist78
02
21.4.2011, 09:03

Selbst wenn Töchterle den Willen hat etwas zu verändern - jetzt ist Fekter Finanzministerin, da sehe ich schwarz.
Ich würde jedem raten bevor er den Job als Wissenschaftsminister annimmt, die 300 Mio. Euro zusätzlich im Jahr schon vorher zur Bedingung zu machen. Nur fürchte ich, hätte Töchterle das getan, wäre er jetzt nicht Minister...
Vielleicht verhandelt er wenigstens besser als Karl. Die war diesbezüglich völlig unfähig, so wird kolportiert.

smea_gol
01
21.4.2011, 09:25

nein, die wollte einfach nicht.
die wollte ja die unis zerstören.

Kalokagathos
 
00
20.4.2011, 23:36
Zweifache Bredouille?

Das eigentliche Dilemma besteht darin, dass ministeriale Bildungspolitik UND universitäre Organisationskalküle - hier insbesondere in Bezug auf Personalmaßnahmen/-strukturen, finanzielle Distributionsstrategien und Administrationsoptimierungslösungen - massive Defizite aufweisen. Die Kopplung beider Ebenen multipliziert den Negativeffekt auf das höhere Bildungswesen in Österreich. Selbst eine Gesundung bildungspolitischer Verstandeskraft - die in nächster Zeit kaum zu erwarten ist - wird den strukturellen und bürokratisch- respektive motivational-ideologischen Unterschuss in den Universitäten nicht beseitigen. Das wahre Dilemma erkenne ich in der gedoppelten Zerrüttung politischer Güte, i.e. Kontext Regierung und Universität.

an28
20
20.4.2011, 23:26
ÖH-Finanzierung

Ich habe ein Projekt mit der ÖH hinter mir: was mich bei dem Thema sehr stört ist, dass die ÖH zwar einerseits Geld aus dem Budget möchte aber andererseits kein Geld aus der Wirtschaft annimmt weil sie 'ausfinanziert sind' <so geschehen bei dem gemeinsamen Projekt) und auch für den Prozess wegen ihrer Nichteinhaltung Vertrages scheinbar uneingeschränkte Mittel zur Verfügung hat.

Dazu kommt, dass die beauftragte Rechtsanwaltskanzlei einem Mandatar gehört und damit zumindest implizit an der Budgetzuteilung beteiligt ist - keine gute Verflechtung.

Ich habe die ÖH immer gemocht und finde sie eine gute und notwendige Einrichtung (auch wenn man das Verhältnis zwischen Bundes-ÖH und anderen Vertretungen ernstlich hinterfragen sollte). Alle Mitte

zauberlehrling85
02
21.4.2011, 10:43

was hat das ÖH-Budget mit dem Uni-Budget zu tun?

Chris Lance
04
20.4.2011, 17:43

tsja blöd blöd blöd sag ich mal... wen wirds wieder treffen? die studenten! zuerst kürzung der familienbeihilfe um 2400 euro/jahr und jetzt werden noch die studiengebühren wiedereingeführt. das hat natürlich klasse, weil studenten können sich nicht wehren! frag mich mal wann die banken von ihren "gewinnen" das damals von österreich reingebutterte geld zurückzahlen... aber ja, wird sich wohl im sand verlaufen bzw. wirds darüber sicher keine schlagzeile geben!

aculus populus
 
211
20.4.2011, 13:57
Uni abschaffen und stattdessen FHs gründen

mein Vorschlag...Unis haben fast überall in Europa ausgedient

lemon1
05
20.4.2011, 20:13

geh bitte, nur weil sie Probleme mit der WU haben und ihre Bekannten auf der FH schneller fertig waren sind jetzt alle Unis pöse ?

b_w
00
20.4.2011, 15:57

ich würde keine von beiden institutionen abschaffen und auch in naher zukunft keine gründen, viel mehr sollten die beiden institutionen verstärkt zusammen arbeiten...zB an FHs verstärkt Bachelorstudiengänge anbieten, das Lehr- und Forschungspersonal austauschen, FHs auf Wirtschaft, Technologie,usw. spezialisieren... an Unis eben verstärkt Masterstudiengänge anbieten, doktoratsstudierende könnten an beiden institutionen unterkommen...usw...

anstatt auf das gegeneinader, sollte man sich auf das miteinander fokusieren und sich hier überlegen, wie man in naher zukunft vorgehen kann um damit einen möglichst hohen benefit für die zukunft von österreich zu erreichen...

...aber das wird wohl leider eine wunschvorstellung bleiben...

Bullet (Without Butterfly Wings)
06
20.4.2011, 14:31

Ihr Kommentar ist so viel Facepalm, da würde nicht mal Ganesh nachkommen.

phat_joe
00
20.4.2011, 14:08
hm?

war das jetzt ein scherz von ihnen?

per verser
03
20.4.2011, 13:51

bisher lief das immer so: zuerst scheinsolidarisieren sich die akademischen honorigen. dann bekommen sie ein zuckerl, und flugs gehts brutal und gnadenlos gegen die studentenschaft.

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