Schwedische Notenbank hebt Leitzins

20. April 2011, 11:35
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Stockholm - Wegen der starken Inflation hat die schwedische Notenbank zum sechsten Mal in Folge ihren Leitzins angehoben. Der Zinssatz steige von 1,5 auf 1,75 Prozent, teilte die Riksbank am Mittwoch in Stockholm mit. Sie kündigte zugleich eine weitere Straffung der Geldpolitik an. "Um die Inflation zu stabilisieren, muss der Leitzins wieder auf ein normales Niveau angehoben werden", hieß es in einer Stellungnahme der Währungshüter. 16 der 17 von Reuters befragten Analysten rechnen mit einer erneuten Anhebung beim nächsten Treffen der Notenbanker im Juli.

Die Teuerungsrate lag im März mit 2,9 Prozent deutlich über der von der Riksbank angestrebten Zwei-Prozent-Marke. Ein Grund dafür ist der kräftige Aufschwung, durch den die Unternehmen höhere Kosten durch steigende Energie- und Rohstoffpreise leichter auf die Verbraucher abwälzen können. Am Jahresende 2010 war das Bruttoinlandsprodukt um 7,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal gestiegen. Der Aufschwung werde sich fortsetzen, schrieb die Notenbank.

Die schwedische Krone verlor trotz der Zinserhöhung gegenüber dem Euro an Wert. Devisenanleger hatten vergeblich auf Signale für stärkere Zinserhöhungen gehofft. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte im April die Zinswende eingeleitet und ihren Leitzins erstmals seit fast drei Jahren angehoben - von 1,0 auf 1,25 Prozent. Die meisten Experten rechnen bis Jahresende mit zwei weiteren Erhöhungen auf dann 1,75 Prozent. Der Leitzins gibt den Preis vor, zu dem sich Geschäftsbanken bei der Zentralbank mit Geld eindecken können. Steigt er, werden Kredite teurer, was Investitionen und Konsum und damit auch den Preisanstieg dämpfen kann. (APA/Reuters)

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