Austria-Debakel gegen Austria

19. April 2011, 22:01
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Wiener kassierten im Cup-Viertelfinale gegen Zweitligist Lustenau eine blamable 0:4-Heimniederlage

Wien - Rekordsieger Austria Wien musste sich im Viertelfinale des ÖFB-Cups am Dienstagabend im eigenen Stadion Zweitligist Austria Lustenau 0:4 (0:2) geschlagen geben. Die desolaten Violetten kassierten damit in der Generali Arena die nächste Pleite nach dem 0:1 gegen Mattersburg am vergangenen Wochenende. Felix Roth mit einem Doppelpack (21., 36.), Peter Pöllhuber (48.) und Dursun Karatay (65.) trafen scheinbar nach Belieben für die gastierenden Namensvettern.

Die Vorarlberger, im Vorjahrsbewerb im Viertelfinale an Ried gescheitert, schaffte damit erstmals in der Vereinsgeschichte den Sprung ins Halbfinale. Der Erfolg für den Tabellendritten der Ersten Liga war völlig verdient. Die violette Austria war ein Schatten ihrer selbst und kassierte die erste Heimniederlage im Cup seit 2002 - damals war man an Untersiebenbrunn gescheitert.

Die vor nur knapp über 2.300 Zuschauern wieder mit dem zuletzt gesperrt gewesenen Julian Baumgartlinger sowie Robert Almer im Tor eingelaufene Austria blieb von Beginn an alles schuldig. Baumgartlinger war es dann auch, der mit einem Ballverlust im Mittelfeld das 0:1 einleitete: Roth traf via Innenstange aus 20 Metern.

Danach profitierte der Deutsche von einem eklatanten Abwehrfehler des selbst ernannten Meisterkandidaten. Lukas Hoheneder und Manuel Ortlechner behinderten sich gegenseitig, Roth hatte keine Mühe und traf erneut. Die Elf des mit Saisonende scheidenden Trainers Edi Stöhr bot eine taktisch disziplinierte Leistung und zeigte gegen die harmlosen Gastgeber keinen Respekt. Ein solcher wäre an diesem Abend allerdings auch in keiner Weise angebracht gewesen.

Keine zusammenhängende Aktionen und Fehler im Spielaufbau prägten das Spiel der Mannschaft von Karl Daxbacher. Gefährlich wurde der 27-fache Cupsieger bestenfalls aus Standardsituationen. Die Heim-Fans verabschiedeten ihre Mannschaft mit einen Pfeifkonzert in die Pause, Sportchef Thomas Parits musste erkennen: "Wir haben das Fußballspielen verlernt."

Mit der Einwechslung von Nacer Barazite und Michael Liendl versuchte Daxbacher das Ruder noch herumzureißen, besser wurde das Spiel seines Teams aber auch nach Seitenwechsel nicht. Im Gegenteil. Die Lustenauer erhöhten weiter: Der später verletzt ausgetauschte Pöllhuber nach einem Freistoß, und Karatay nach schöner Vorarbeit von Danijel Micic trafen zum 0:4-Endstand. Während die grün-weiße Austria am Ende über den ersten Sieg in Wien-Favoriten im siebenten Antreten sowie über 40.000 Euro Prämie für den Halbfinaleinzug jubelte, resignierten die Violetten angesichts der höchsten Saison-Niederlage. Am Ende verhinderte Almer in der 92. Minute sogar noch das 0:5.

Nach Spielende standen Austria-Präsident Wolfgang Katzian, Daxbacher, Parits und Vorstand Markus Kraetschmer rund hundert Anhängern Rede und Antwort. Ihnen wurde eine finanzielle Kompensation für ihren Eintritt in Aussicht gestellt. (red/APA)

ÖFB-Cup-Viertelfinale:
Austria Wien - SC Austria Lustenau 0:4 (0:2). Generali Arena, 2.312, SR Hameter.

Tore: 0:1 (21.) Roth, 0:2 (36.) Roth, 0:3 (48.) Pöllhuber, 0:4 (65.) Karatay

Austria: Almer - Koch (46. Liendl), Hoheneder, Ortlechner, Suttner - Klein, Baumgartlinger, Junuzovic, Stankovic (46. Barazite) - Linz, Jun (64. Tadic)

Lustenau: Kofler - Zech, Pöllhuber (58. Ernemann), Ch. Stückler, Soares - Dürr, M. Leitgeb - Micic (74. Rotter), Roth, Vural (66. Honeck) - Karatay

Gelbe Karte: Baumgartlinger

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    Felix Roth eröffnete den Trefferreigen der grünen Austria in Favoriten.

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    Amused.

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    Not amused.

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