Dichand erwirkt Gerichtsverfügung gegen Preiserhöhung

19. April 2011, 19:48
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Gegen Beschluss von WAZ und Raiffeisen - Neues Schiedsverfahren bestätigt

Christoph Dichand, Krone-Herausgeber und Erbverwalter der Familie über den 50-Prozent-Anteil am Kleinformat, erwirkte eine Einstweilige Verfügung gegen die von WAZ und Raiffeisen beschlossene Preiserhöhung, erklärte Anwältin Huberta Gheneff der Presse. Montag wollte sie sich zur Causa auf STANDARD-Anfrage nicht äußern, Dienstag hob sie nicht ab.

Die Mediaprint darf die Preise damit nicht erhöhen, bis ein neues Schiedsgericht in diesem Streit entscheidet. DER STANDARD berichtete bereits nach dem Beschluss von WAZ und Raiffeisen in der Mediaprint gegen die Dichands im März vom drohenden neuen Verfahren: Krone-Geschäftsführer Wolfgang Altermann kündigte noch in der Sitzung rechtliche Schritte gegen die Mitgesellschafter an. Gheneff hat sie umgesetzt.

Entscheidungen solcher Schiedsgerichte können Monate bis Jahre dauern. Das zeigen bisherige Verfahren: Im Sommer oder Herbst 2011 dürften Schiedsrichter entscheiden, ob sie eine Vereinbarung des 2010 verstorbenen Hans Dichand aufheben, wonach die WAZ einen Krone-Chefredakteur nominieren darf - den hat Dichand senior 2006 hinausgeworfen.

Die alte Preisfrage

Seit Jahren schon stellt sich auch eine andere Preisfrage zwischen den "Krone"-Gesellschaftern: Wieviel sind die 50 Prozent der WAZ wert? Der Essener Medienkonzern wäre wohl ab 200 Millionen Euro aufwärts verkaufsbereit, die Dichands boten bisher 150 bis 160 Millionen dafür. Höhere Verkaufspreise für die "Krone" trieben Umsatz und Gewinn in die Höhe und damit den Wert. Daran können die Dichands kein Interesse haben, wenn sie kaufen wollen. Auch die Anzeigenpreise der "Krone", insbesondere am Sonntag, liegen deutlich unter dem Erzielbaren. (fid, DER STANDARD, Printausgabe, 20.4.2011)

  • Christoph Dichand.
    foto: standard/fischer

    Christoph Dichand.

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