Knüppeldick

19. April 2011, 19:18
18 Postings

Es bleibt zu hoffen, dass die ZiB 2 mit der Einladung von Fritz Plasser eine Serie gestartet hat

Für fast so wichtig wie den Eindruck, welchen Politmenschen in TV-Diskussionen vor Wahlen hinterlassen, werden auch die Bewertungen ihrer TV-Performances durch Freunde und Konkurrenten erachtet, die nach Talks nachgereicht werden. Sie würden, so der Glaube, darüber mitentscheiden, wie der Wähler des Kandidaten Strahlkraft bewertet.

Nun sind die nächsten Bundeswahlen zwar noch recht fern, dennoch sind Analysen zum Wirken des neuen ÖVP-Lenkers beachtenswert. Und es bleibt zu hoffen, dass die ZiB 2 mit der Einladung von Analytiker Fritz Plasser quasi eine Serie zum Thema Michael Spindelegger gestartet hat. Im Sinne der Vielfalt. Man will ja doch wissen, ob nicht irgendwo ein optimistischer Politerklärer existiert, denn Plasser war keiner. Er lobte gerade einmal die "beruhigende Kraft" des Neuen.

Dazwischen aber kommt es knüppeldick: Fragt Armin Wolf, ob der Umbau eine ÖVP-Routinesituation sei, antwortet Plasser, es sei eher "eine dramatische Situation". Fragt Wolf, ob Herr Pröll mit seinem Rückzug die Partei "ins Chaos stürzte", antwortet Plasser, Pröll habe diese "mit einem politischen Super-GAU konfrontiert". Wie schwer also, fragt Wolf, sei es für den Neuen, eine Mannschaft zu bilden? "Außergewöhnlich ...", so Plasser.

Fragt Wolf, ob der Neue auch der Richtige sei, um die Partei aus dem "Umfragetief zu ziehen", antwortet Plasser, es gehe bestenfalls um den zweiten Platz. "Er will doch Kanzler werden?", wundert sich Wolf. "Dieser Wunsch ist legitim, aber völlig illusorisch", schließt Passer seine begräbnishafte Analyse, und man dankt für die klaren Worte. Aber sie sollten, wie gesagt, nicht die letzten zu diesem Thema gewesen sein. (Ljubisa Tosiæ/DER STANDARD; Printausgabe, 20.4.2011)

  • Fritz Plasser war zu Gast bei Armin Wolf.
    foto: screenshot/orf-tvthek

    Fritz Plasser war zu Gast bei Armin Wolf.

Share if you care.