Patrouillen im Norden Nigerias aufgenommen
Abuja - Nach den blutigen Ausschreitungen vom Vortag haben Soldaten am Dienstag Patrouillen im Norden Nigerias aufgenommen. In diesem überwiegend muslimischen Teil des Landes hatten am Montag tausende Gegner von Präsident Goodluck Jonathan demonstriert, Geschäfte, Wohnhäuser und Kirchen zerstört.
Laut einer am Dienstag
veröffentlichten Erhebung von Augenzeugen und Rettungskräften sind dabei mindestens
50 Menschen ums Leben gekommen.
Diese Zahl beziehe sich lediglich auf die Großstädte im Norden des Landes. Hunderte seien bei den Unruhen verletzt worden und Tausende
hätten ihre Häuser verlassen müssen.
Helfer sagten am Dienstag, die am schwersten betroffenen Gebiete seien noch unzugänglich, eine genaue Aussage über die Opferzahl unmöglich.
Die Wahlkommission hat am Montagabend, einen Tag nach der Wahl, den Sieg des amtierenden Präsidenten Jonathan verkündet. Demnach hatte der 53-jährige Christ aus dem Süden 57 Prozent der Stimmen erhalten - sein muslimischer Rivale aus dem Norden, Exmilitärmachthaber Muhammadu Buhari, kam auf 31 Prozent. Die Anhänger Buharis bezeichneten die Wahlen als manipuliert. (Reuters, red/DER STANDARD, Printausgabe, 20.4.2011)