Lichtnahrung für die ÖVP

19. April 2011, 18:43
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Ministerringelspiele sind gut, besonders fein ist, dass wir neue Leute kennenlernen dürfen

Ministerringelspiele sind gut. Bringen Abwechslung, bieten jede Menge Intrigen- und Schreibstoff - und besonders fein ist, dass wir neue Leute kennenlernen dürfen.

Das Scheinwerferlicht fällt so auf eine linientreue niederösterreichische Landesrätin, einen ökologiebewussten, studenten-(verbindungs-) verbundenen Tiroler Rektor, einen völlig unerfahrenen Integrationsstaatssekretär. Viele andere hätten auch etwas werden können. Hätten sie nur gewollt - oder auch einen Landeschef, der der ÖVP diktiert, wo es mit wem lang geht, oder hätten sie wenigstens bündemäßig die richtige Verbindung.

Der neue ÖVP-Chef und Vizekanzler hat beides - und auch uns ist das Glück hold. So erfuhren wir, Gratis-Konkurrenz sei Dank, nicht nur, wie der Neue "lebt, denkt und regiert", sondern auch, was er "liebt". Nämlich: Grießnockerlsuppe.

Grießnockerlsuppe also. Das ist irgendwie sympathisch und passt zu dem Mann: bodenständig, nicht überkandidelt.

Und so freuen wir uns schon auf weitere Leibspeisenveröffentlichungen politischer Auf-, Um- und Einsteiger und malen uns bis dahin ein paar Schmankerl für Schwarze aus. Scharfes Gulasch für Innenminister etwa. Oder Wasser und Brot für Justizminister, trockenes Brot für Finanzminister, Pausenwurstbrot für Wissenschaftsminister, Lichtnahrung für Integrationsstaatssekretäre. Und Kaiserschmarrn für Königsmacher aus St. Pölten. (Renate Graber, DER STANDARD, Printausgabe, 20.4.2011)

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