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Washington/Wien - 636 Millionen Liter Öl reichen nicht, um eine ganze Industrie zu verändern - schon gar nicht, wenn sie nicht in Pipelines, sondern in den Golf von Mexiko rinnen. "Es hat nach der Ölpest einige kleine Redesigns der Förderanlagen gegeben, aber am grundsätzlichen Sicherheitskonzept wird sich nichts ändern", sagt Herbert Hofstätter, Ölförder-Experte von der Montanuni Leoben. "Sie sind schon so weit entwickelt, dass heutige Projekte beherrschbar sind. Wenn sich alle an die Vorschriften halten."
Diese Projekte werden im Meer immer zahlreicher und tiefer: 10.300 Bohrgenehmigungen gab es laut Offshore Magazine 2010, Tendenz steigend. In bis zu 3000 Metern Wassertiefe wird bereits gebohrt, derzeit noch vereinzelt. Weil die meisten neuen Funde in Tiefen über 1500 Metern liegen, wird auch das sich mehren. Brasilien ist hier federführend: Vor seiner Küste wurden 2010 die größten neuen Lager entdeckt.
Der Ölpreis ist derzeit günstig für die Tiefseebohrer: Ab 80 bis 100 US Dollar pro Barrel lohnen sich bei entsprechender Feldgröße auch die komlizierten Förderprojekte, schätzen Experten.
Die Schwierigkeiten haben sich in den vergangenen Jahren wenig verändert: Mit "HT/HP", High Temperature, High Pressure, fassen Ölbohrer sie zusammen. Mit mehreren hundert Bar und bis zu 200 Grad Celsius kann das Öl aus den submarinen Löchern sprudeln. Kühlt es dann schnell ab, kann es zähflüssig oder hart werden und im Extremfall die Leitungen verstopfen.
Sobald die Löcher gebohrt sind, werden mit Robotern auf dem Meeresgrund Förderanlagen gebaut, die das Öl und Gas zu Sammelstellen leiten, wo es aufbereitet und von Tankschiffen an Land gebracht wird. Im Idealfall werden die Anlagen über dem Meeresspiegel auf ein Minimum reduziert - weil sie anfällig für schlechtes Wetter und Seegang sind und aufgrund des Personalaufwands viel Geld kosten.
Nächstes Ziel der Industrie ist die Arktis: US-Geologen schätzen, dass dort bis zu 22 Prozent der weltweit unentdeckten, förderbaren Öl- und Gasressourcen liegen, der Großteil davon in Küstennähe. Weil das ewige Eis immer schneller schmilzt, könnten bisher unerreichbare Felder künftig erschlossen werden - was Umweltschützern Sorgen bereitet.
Herumtreibenes Eis stellt zwar laut Hofstätter kein Problem für moderne Anlagen mehr dar - Mikroorganismen, die ausgeronnenes Rohöl nach einem Unfall im Wasser abbauen, sind bei niedrigen Temperaturen aber weniger aktiv als im warmen Golf von Mexiko. Dazu kommt, das Aufräumarbeiten bereits an Louisianas Ferienstränden schwierig sind - in der arktischen Nacht werden sie fast unmöglich.
Bis in der Arktis lohnende Bohrungen im großen Stil möglich sind, wird es noch mindestens zehn Jahre dauern, schätzt Hofstätter. Bis dahin muss auch ein Problem gelöst werden, an dem jeder Techniker bisher scheiterte: Die strittigen Gebietsansprüche der Anrainerstaaten. (Tobias Müller, DER STANDARD; Printausgabe, 20.4.2011)
Zahlungen zwischen 5,4 und 21 Milliarden Dollar erwartet
Konzern rechnet mit Kosten von 7,8 Milliarden Dollar
Wiederaufnahme der Gasförderung noch dieses Jahr
"Kulluk" hat mehr als eine halbe Million Liter Diesel und andere Ölprodukte geladen - Umweltschützer fordern Shell auf, Ölbohrpläne in der Arktis aufzugeben
Zehntausende Kläger warten noch auf Geld
Für Verschmutzung durch Ölplattform "Deepwater Horizon" im Golf von Mexiko
Expertenteam auf Plattform eingetroffen - "Keine direkte Verschmutzung des Meeres"
Zehn Jahre nach Prestige-Untergang startet nun Prozess - 250.000 Seevögel sind verendet - Staatsanwaltschaft fordert für den Hauptangeklagten zwölf Jahre Haft
Laut Regierungsbehörde bisher kein Öl an die Oberfläche gelangt
Schwere Umweltschäden durch lecke Pipelines: Ölkonzern bestätigt schlechte Wartung
Experten-Team soll Schadstelle untersuchen
Prüfung der Möglichkeit eines "well kills"
Britische Behörden: Gutachten zu Gefahren der Mission vorgelegt - Konzern will Leck zunächst mit Bohrschlamm verstopfen
Laut Total-Sprecher von selbst erloschen
Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Gasunfall - Die Umwelt ist derzeit kaum in Gefahr, erklärt der Energiesprecher von Greenpeace
Konzern Total verliert täglich eine Million Pfund an Einnahmen - Entlastungsbohrungen angedacht - Gaskondensat auf der Meeresoberfläche
Unterwasserroboter und vier Schiffe in der Nähe der havarierten Gasplattform - Leck in 4.000 Meter Tiefe geortet
Mehr unabhängige Kontrollen und Ausdehnung der Haftung gefordert
Anklagebehörde will zudem gerichtliche Suspendierung aller Aktivitäten des Konzerns im ganzen Land durchsetzen
Flamme kann nicht ferngesteuert werden und soll in den nächsten Stunden von selbst erlöschen
Informationen über das Ausmaß sollen verschleiert und die Beseitigung des Ölteppichs zu spät begonnen worden sein
solange der persönliche profit darunter nicht leidet, wird sich daran nie was ändern.
gewinne werden privatisiert,
verluste und verantwortung verstaatlicht.
das konzept ist genau zugeschnitten, für die herrengesellschaft.
im kaspischen meer geht es nach einem ähnlichen zwischenfall wie vor der küste der vsa genauso weiter: http://www.guardian.co.uk/world/201... intcmp=239
weitere heitere projekte:
in der russischen arktis sollen zusammen mit rosneft probebohrungen in der karasee durchgeführt werden (ist allerdings noch unsicher, da russische oligarchen bp vertragsbruch vorwerfen. diese betreiben mit bp ein joint venture namens tnk-bp zum selben zweck).
und dann sollte dieses jahr auch vor der küste libyens bis zu 2000 meter tief gebohrt werden - ist jetzt halt auch ein wenig fraglich, wie es da weiter geht.
die staatliche chinesische organisation cnooc will mithilfe ausländischer konzerne ebenfalls in grössere meerest
bei der mexikokatastrophe hätte man wasserreinigende schiffe (aus schweden?) gratis ausborgen können.
aber kein bedarf. das würde die kosten erhöhen und man darf die bevölkerung nicht wissen lassen, dass es bereits methoden gibt im notfall eine umweltkatastrophe zu reduzieren.
schiffe benötigen meist eine besatzung und eine besatzung bedeutet personalaufwand. will man auf einer anlage keinen personalaufwand, will man keinen personalaufwand für schiffe, die nur für notfälle bereitstehen.
ähnliches hatten wir in japan. man hätte die katastrophe besser abwickeln können, aber das hätte noch größere folgekosten für die anderen akws mit sich gebracht.
genauso atemschutz in minen. führt man atemschutz in einer ein, muss man in allen.
Lasst Euch nicht mehr von Horrormeldungen über steigende Energiekosten durch Erneuerbare Verarsc*en! Die Energiekosten steigen sowieso durch schwindende Ressourcen, darum kommen die Konzerne ja erst auf die Idee in der Tiefsee zu fördern, in der Arktis oder Teersandressourcen auszubeuten.
Die Frage ist: Steigen die Energiekosten unkontrolliert und in schwindelnde Höhen ohne Ende, oder steigen sie vorrübergehend bis die Erneuerbaren den Durchbruch geschafft haben.
Es liegt in unserer Hand: Lassen wir die Energiefrage weiter von einer kleinen Elite in ihrem Sinn entscheiden, oder nehmen wir es selbst in die Hand durch Eigeninitiative und Konsumentenentscheidungen.
Wer jetzt noch nicht sieht was los ist, muss Kartoffeln auf d Augen haben.
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