Familienschatz eines deutsch-jüdischen Flüchtlings gefunden

19. April 2011, 18:15
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Mann hatte Goldmünzen auf der Flucht vor den Nazis vergraben

London - 80 Goldmünzen, die ein Deutscher auf der Flucht vor den Nationalsozialisten in London vergraben hatte, kehren nach einem Gerichtsentscheid zu den Nachkommen des Mannes in Jerusalem zurück. Die jahrzehntelang verschollenen Dollar-Münzen waren bei Gartenarbeiten in Nord-London gefunden worden, verpackt in ein Glas. Die 80 Münzen aus den Jahren zwischen 1854 und 1913 werden auf einen Wert von bis zu 90.000 Pfund (103.000 Euro) geschätzt.

Die Geschichte

In aufwendigen Nachforschungen deckten die zuständigen Behörden zusammen mit dem British Museum und dem Museum of London das Geheimnis dahinter auf: Die Familie des deutsch-jüdischen Flüchtlings Martin Sulzbacher, der 1938 vor den Nazis nach London geflohen war, hatte die Münzen vergraben. Sie hatte Angst, die Deutschen könnten nach einer Invasion Großbritanniens die Banken dort ausrauben.

Mit Ausbruch des Krieges wurden Sulzbacher und seine Frau wegen ihrer Nationalität festgenommen. Die fünf verbliebenen Familienmitglieder, die wussten, wo die Münzen waren, wurden bei einem Bombenangriff getötet. Die Experten machten schließlich den Sohn des Mannes ausfindig, den 81 Jahre alten Max Sulzbacher. Er lebt in Jerusalem.

Der Erbe

Nachdem das Gericht entschieden hatte, dass die Münzen rechtmäßig ihm gehören, will er sie nun versteigern lassen und aus dem Erlös unter anderem die Gräber seiner Verwandten in London restaurieren lassen. Auch sollen die Finder etwas bekommen. "Wir freuen uns, das die Münzen nach all diesen Jahren zu den ursprünglichen Besitzern zurückkehren", sagte Roger Bland vom British Museum am Dienstag der Zeitung "The Times". (APA)


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The Times: Family's buried treasure goes home (Anmeldung erforderlich)

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