Mikl-Leitner

Vertraute Erwin Prölls mit scharfer Zunge

19. April 2011, 17:59
  • Artikelbild
    foto: apa

    Innenministerin Mikl-Leitner: Als Zögling der Pröll'schen Machtschule in Niederösterreich eilt ihr der Ruf der Härte voraus.

Johanna Mikl-Leitner wird Innenministerin

Mehr weibliche Polizisten - dieses Ziel wird Johanna Mikl-Leitner, die dritte Frau an der Spitze des Innenministeriums, wohl ebenso wie ihre VorgängerinMaria Fekter verfolgen. Denn die 47-jährige Klosterneuburgerin hatte als niederösterreichische Landesrätin auch für Frauenangelegenheiten die politische Kompetenz - und ein offenes Ohr. Zuletzt sprach sich die Mutter von zwei Töchtern für Dreißig-Prozent-Frauenquoten in staatsnahen Betrieben aus.

Den Ton gaben bei ihrem bisherigen politischen Aufstieg jedoch Männer an. Als erster der unlängst als Europaparlamentarier ins Stolpern geratene Ex-Innenminister Ernst Strasser: Er holte sie 1995 als Marketingleiterin der ÖVP Niederösterreich mitten hinein ins schwarze Machtzentrum. Zusammen übrigens mit Hannes Rauch, der jetzt ebenfalls aufgewertet wird: Er soll künftig die ÖVP-Bundesparteizentrale leiten.

Paris-Hilton-Vergleich

Mit scharfer Zunge und unverbrüchlicher innerparteilicher Loyalität erwarb sich Mikl-Leitner das Vertrauen des Chefs, Erwin Pröll. Für ihn entwarf sie als Landesgeschäftsführerin im Landtagswahlkampf 2003 zum Beispiel den "Lowlander" mit: eine zwölf Zentimeter große Erwin-Pröll-Actionfigur zum In-die-Tasche-Stecken als Werbemittel für die Jüngeren. Von ihm ließ sie sich 2007 beim Landhausball, der traditionell am Tag nach dem Opernball stattfindet, coram publico mit Opernballgast Paris Hilton vergleichen. Mikl-Leitner nahm es hin und widersprach nicht.

Nun wechselt die studierte Wirtschaftspädagogin aus der St. Pöltner in die Wiener Herrengasse, ins Sicherheits- und Polizeiministerium. Politische Erfahrungen in dem machtpolitisch und menschenrechtlich sensiblen Bereich hat sie keine.

Keine Asylrechtserfahrung

Das gilt ebenso für die ministerielle Ewiggroßbaustelle: das Asyl- und Fremdenrecht, sowie für die Ausländerintegration, wo sie mit Sebastian Kurz einen innerministeriell gebundenen und sachlich unbeleckten Staatssekretär zur Seite gestellt bekommt (siehe unten).

"Sie übernimmt das Innenressort mit seiner elendigen Legistik zu einem Zeitpunkt, wo die ohnehin unüberschaubar gewordenen Gesetze erneut kurz vor der Novellierung stehen", kommentiert Madeleine Petrovic, Klubobfrau der niederösterreichischen Grünen. Sie geht davon aus, "dass also, wie gehabt, die Beamten das Ruder führen werden".

Auch Christa Kranzl, niederösterreichische Ex-SPÖ-Landesrätin, schätzt Mikl-Leitner "vor allem als Parteipolitikerin" ein. "Ihr Wechsel an die Spitze des Innenministerium sei "ein gewaltiger Sprung. Sie sollte sich dringend Berater in Sachfragen suchen." (Irene Brickner, STANDARD-Printausgabe, 20.4.2011)

***

Die Baustellen

Schon Freitag in einer Woche, am 29. April, sollen tiefgreifende Änderungen im Asyl-und Fremdenrecht beschlossen werden. Die bis zu siebentägige Anwesenheitspflicht für neu angekommene Asylwerber in den Erstaufnahmezentren und weitere Änderungen sind umstritten.

Auch das Bleiberecht ist nach wie vor höchst lückenhaft, wie fortgesetzte Härtefälle bei Abschiebungen zeigen. Zudem harrt eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes (EuGH), laut der drittstaatsangehörige Eltern österreichischer Kinder Aufenthalts- und Arbeitsbewilligung bekommen müssen, der Umsetzung.

Bei sechs von zehn angezeigten Strafdelikten lachen sich die Täter ins Fäustchen. Die Aufklärungsquote ist zwar zuletzt leicht gestiegen, bleibt aber mit 43 Prozent im Vergleich zu anderen Ländern zurück. Vor allem in Wien mit einer Erfolgsquote von nur 35 Prozent muss mehr ins Personal investiert werden. Wien trägt die Hälfte der landesweiten Kriminalitätsbelastung, hat aber nur ein Fünftel des Polizeipersonals.

Seit über drei Jahren wird mit der Kriminaldienstreform herumgewurschtelt. Bis heute gibt es trotz Fusion von Gendarmerie und Polizei 2005 keine landesweit einheitliche Organisationsstruktur. Wieder ist vor allem Wien betroffen. Ständig wechselnde Dienstanweisungen und mangelnde Aus- und Fortbildung trüben Kriminalistenkarrieren. (bri, simo/STANDARD-Printausgabe, 20.4.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 197
1 2 3 4 5
kolpix
00
27.4.2011, 23:57
Das wird herb!

Verglichen mit der Mikl-Leitner wird die Fekter noch als "Maria die Gütige" in die Geschichte eingehen.

aiuto
00
26.4.2011, 10:14
na danke,...

dieser Schragen hat uns noch gfehlt !?

Antony Buntspecht
04
25.4.2011, 20:09
Mies

Könntet ihr Kampfposter wenigstens aufhören, Menschen (besonders Frauen) nur nach ihrem Äußeren zu beurteilen oder Körpermerkmale als Qualifikation darzustellen???????????

kolpix
00
28.4.2011, 00:01
Gern

Mir ist egal, wie sie aussieht, aber ich habe sie oft genug persönlich erlebt und finde sie ist mit diesem Job überfordert, charakterlich und auch fachlich.

Kremser
00
26.4.2011, 08:26

och ne!
Könnte sie ihre scharfe Zunge nicht besser beim Abschmecken von Speisen einsetzen?

Arbeiterführer Kuhaltinger
 
00
24.4.2011, 18:56
Entschuldigen Sie

aber diese Dame sollte doch nach ihrem Wirken gemessen werden. Obwohl....eine Sarah Palin ist sie nicht, aber vielleicht sieht sie von ihrem Klosterneuburger Balkon aus Russland.

Ballaballa
00
23.4.2011, 10:10
Extrem symphatisch und

Liebe ausstrahlendes Aussehen.

aiuto
10
25.4.2011, 20:09
wer? die schaut doch aus wie eine Bissgrun in Personam.

Mondmann
11
22.4.2011, 15:44

Na servus, die beißt eine Schremser-Bier-Flasche sicher mit ihrem Gebiss auf.

Norrlandskille
00
22.4.2011, 05:27
A Mistelbacherin für die Mistelbacher!!

Alastair McKenzie
 
00
21.4.2011, 18:42
Dass das Bleiberecht ...

... "lückenhaft" ist, ist bestenfalls Wunschdenken der Autoren. Ich sehe hier kaum Ergänzuungsbedarf. Die siebentägige Aufenthaltspflicht im Erstaufnahmezentrum ist dagegen tatsächlich umstritten: Die Grünen wollen keine, FPÖ und BZÖ eine längere Aufenthaltspflicht. Insofern hat die Regierung einen guten Mittelweg gefunden.

travelmike
00
21.4.2011, 15:13
Die Hürde ist zwar erdrückend,

aber der erste Eindruck ist ausgezeichnet und es bleibt zu hoffen, daß Sie ihrer Vorgängerin auch nur halbwegs das Wasser reichen kann!

aiuto
00
25.4.2011, 20:12
warum tuat der Spindelegger den Österreichern die Mikl-Leiter als Ministerin an ?

Die wär' doch in Niederösterreich beim Glatzerten viel besser aufghoben.

bradlpit
21
21.4.2011, 05:54
Wie kan man mit 47 schon so alt aussehen?

Wie verbissen hat denn die gelebt?

schurlibub
03
21.4.2011, 14:08

Sex & Drugs & Rock 'n' Roll. Das typische ÖVPler-Leben halt.

hirtenlulu
01
21.4.2011, 04:50
Die geht sicher jeden Sonntag in die Kirche!

hirtenlulu
01
21.4.2011, 04:48
Jetzt muss sich sogar die Polizei fürchten!

Ich bin der Meinung...
00
20.4.2011, 21:40
Noch nie war es so leicht

Vorschusslorbeeren zu vergeben, weil ich denke: Schlimmer kanns eh kaum werden.

Jailex
00
20.4.2011, 18:13

Das also ist die Ministeriumsmama vom Kurz

fredi 1990
00
21.4.2011, 07:09
vielleicht kümmerst sie sich mehr um ihm als um ihr eigenes kind?

Jailex
00
20.4.2011, 18:12

Waruuum??

D. C.
00
20.4.2011, 17:58

Wenigstens lächelt der Spindelegger freundlich. Sonst müsste man sich ernsthaft Sorgen um den Tourismus in Österreich machen.

Der Steuerzahler1
00
20.4.2011, 17:36

Es ist was dran: "irgendwann schaut man so aus wie man ist"!

Ernst Hirschmugl
 
00
20.4.2011, 20:32

Wie meist, wird von parteigebundenen Journalisten ein ungünstiges oder eben ansprechendes Bild gewählt. Bei welchem Blatt posten wir gerade?

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 197
1 2 3 4 5

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.