Ausweisungsbefehl gegen 16 Libanesen aufgehoben

19. April 2011, 16:25
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Nach iranischen und Hisbollah-Drohungen

Manama/Beirut - Die Behörden von Bahrain haben ihren Ausweisungsbefehl gegen 16 libanesische Staatsbürger, von denen 14 schiitischer Konfession sind, zurückgenommen, wie das Außenministerium in Manama am Dienstag bestätigte. Die libanesische Botschaft berichtete dem Außenministerium in Beirut, dass die Betroffenen ihre von den bahrainischen Behörden beschlagnahmten Reisepässe inzwischen zurückerhalten hätten. Die Ausweisungen waren von der libanesischen Regierung, der Schiitenbewegung Hisbollah und vom Iran scharf kritisiert worden.

Der Iran hat UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon am Montag aufgefordert, unverzüglich den Weltsicherheitsrat einzuschalten, um dem "Abschlachten" der schiitischen Bevölkerung in Bahrain Einhalt zu gebieten.

Der bahrainische Außenminister Scheich Khaled Bin Hamad al-Khalifa hatte erklärt, dass schiitische Rädelsführer bei den Massenprotesten in seinem Land im Libanon "ausgebildet" worden wären. Die Hisbollah hat bestritten, Gegner der Königsdiktatur in Bahrain militärisch auszubilden. Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah hatte an die Regierung Bahrains appelliert, die im Lande arbeitenden Libanesen nicht zu behelligen. Andernfalls würde die "Situation noch komplizierter" werden, warnte Nasrallah.

Das bahrainische Regime hat die jüngsten Massenproteste von dem zu Hilfe gerufenen saudiarabischen Militär niederschlagen lassen und beschuldigt den Iran, die schiitische Bevölkerungsmehrheit zu den Aufständen anzustacheln. Mehr als zwei Drittel der Bevölkerung Bahrains sind schiitisch. Das Königshaus und die herrschende Schicht sind sunnitisch. Der kleine Inselstaat gilt als strategisch wichtiger Partner der USA. In Manama befindet sich der Hafen der 5. US-Flotte. (APA)

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