Aus dem Projekt StartClim2009 gehen u.a. Empfehlungen für die Landwirtschaft und das Hochgebirge hervor
Wien - Die Auswirkungen des Klimawandels auf Energieversorgung, Landwirtschaft,
Tourismus, Gesundheit und andere Sektoren werden in Zukunft deutlicher spürbar
werden. Einen ersten Beitrag zur Entwicklung einer österreichischen Anpassungsstrategie hat das Forschungsprojekt StartClim2009 geleistet, dessen Endbericht nun vorliegt.
Der Klimawandel zeigt sich laut StartClim durch eine verlängerte
Vegetationsperiode (ca. zwei Wochen frühere Erwärmung im Frühjahr, ca. eine
Woche späterer Wintereinbruch). Diese ermöglicht immer frühere und häufigere
Schnitte der Wiesen, was zu einer verringerten Artenvielfalt und zu mehr
Unkräutern führt. Nicht zuletzt verschwindet mit dieser Entwicklung auch die
beliebte bunte Blumenwiese.
Humusbildung
In der Landwirtschaft zeigt die Auswertung der StartClim-Daten, dass
humusreiche Böden nicht nur für eine bessere Wasserspeicherung und damit
Versorgung der Kulturpflanzen sorgen, sondern durch die Bindung von Kohlenstoff
auch einen deutlichen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Es ist daher wichtig,
dass Bauern erkennen, wie sich der Humusgehalt in ihren Böden aufgrund der von
ihnen gewählten Bewirtschaftungsform verändert. Dementsprechend sollen auch
Workshops für Landwirte abgehalten werden.
Bergwege
Im Hochgebirge werden sich die Risiken durch Naturereignisse (z.B. Felsstürze) als Folge des Klimawandels verstärken. Während für Siedlungen, Verkehrswege und
touristisch intensiv genutzte Flächen wie etwa Skipisten ein ausgeklügeltes
System an Schutzmaßnahmen existiert, fehlt es für Bergwege und Routen abseits
dieser geschützten Areale. Im Rahmen der Studie wurden die Abtragungsprozesse durch Gletscherrückgang und Permafrostveränderung für das Großglockner-Pasterzengebiet untersucht, modelliert und daraus eine Gefährdungskarte abgeleitet. Auf Basis von Daten aus Klimamodellen wurde eine solche Karte auch für das Jahr 2030 erstellt.
So konnten in Zusammenarbeit mit Ortskundigen Maßnahmen für die Bergwege und Routen vorgeschlagen werden. Diese reichen von konkreten Wegsicherungsarbeiten bis zu neuen Organisationsformen in der Wegerhaltung. Die Methodik könnte auf andere Gebiete übertragen werden.
Hintergrund
Im Rahmen der StartClim-Initiative, geleitet von der
Klimaforscherin Helga Kromp-Kolb, entstehen jährlich kleinere Projekte,
die sich Wissenslücken zuwenden und auch erheben, wo weiterer
Forschungsbedarf besteht. Dabei werden interdisziplinär
verschiedene Aspekte des Klimawandels untersucht - das Spektrum reicht
von der Analyse der
Auswirkungen bis hin zum Entwickeln von Strategien für die Anpassung.
So wurde im Rahmen von StartClim2009 beispielsweise auch untersucht, wie der Kühlenergiebedarf in Bürogebäuden bei gleichzeitiger Gewährleistung von ausreichendem thermischem Innenraumkomfort minimiert werden könnte. (APA/red)