Hisbollah: Volle Unterstützung für Assad

19. April 2011, 13:58
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"Amerikanisch-zionistisches Komplott" - Libanesische Schiitenbewegung droht pro-westlichen Kräften - Nervosität in Beirut GRAFIK 0484-11 (Format 88 x 100 mm)

Beirut - Die pro-iranische libanesische Schiitenbewegung Hisbollah hat dem mit einer immer stärker werdenden Protestbewegung konfrontierten syrischen Regime von Präsident Bashar al-Assad ihre uneingeschränkte "Solidarität und Loyalität" zugesichert. "Wir stehen heute an der Seite Syriens und seines Führers, der sich jedem Druck und jeder Verschwörung widersetzt", betonte am Dienstag in Beirut der Hisbollah-Parlamentsabgeordnete Nawaf al-Moussaoui. Syrien sehe sich gegenwärtig einem "amerikanisch-zionistischen Komplott" ausgesetzt, dessen deklariertes Ziel es sei, seine panarabische Rolle und seinen Widerstand gegen Israel zu schwächen.

Eine Destabilisierung Syriens würde zu einer noch viel gefährlicheren Destabilisierung des Libanon führen, warnte der Hisbollah-Politiker. Er griff damit die Aussagen des syrischen Botschafters in Beirut, Abdel Karim Ali, auf, der wörtlich erklärt hatte: "Alles, was Syrien schadet, schadet auch dem Libanon, womöglich in noch größerem Ausmaß". Dies wurde von Sprechern des pro-westlichen Lagers um den zurückgetreten Ministerpräsidenten Saad Hariri als "kaum versteckte Drohung" heftig kritisiert.

Ungeachtet seiner Vorbehalte gegen religiösen Fundamentalismus der Hisbollah hatte das syrische Baath-Regime der Schiitenorganisation das Tor zum Südlibanon geöffnet, um ein geeignetes Druckmittel gegen Israel zu haben.

Hariri soll den USA Vorschläge für einen Machtwechsel in Syrien unterbreitet haben, wie aus vertraulichen Diplomatendepeschen hervorgeht, die von der Enthüllungsplattform WikiLeaks veröffentlicht wurden. Insbesondere soll er für die Einbeziehung der verfolgten Muslimbrüder in eine Übergangsregierung in Damaskus eingetreten sein. Die syrische Führung hat das pro-westliche Lager im Libanon beschuldigt, die jüngsten Aufstände in Syrien finanziert und gesteuert zu haben.

Israel befürchtet, dass sich die Machtverhältnisse im Libanon infolge der Schwächung des syrischen Regimes zugunsten Teherans verschieben. Sollte das Assad-Regime zu Fall kommen, hätte die Hisbollah noch mehr Freiraum und der Libanon würde dann vollends zu einem iranischen Mittelmeer-Brückenkopf werden, warnten israelische Geheimdienstkreise. Syriens libanesischen Bundesgenossen, die auf Initiative der Hisbollah Hariris Einheitsregierung im Jänner zu Fall gebracht hatten, ist es bisher nicht gelungen, eine neue Regierung in Beirut auf die Beine zu stellen. (APA/AFP)

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