Zagreb - Die kroatische Firma Heli kompanija d.o.o, in den lokalen
Medien auch "Hiko helikopteri" genannt, ist in Österreich Gegenstand von
Ermittlungen in Sachen Hypo Alpa Adria, berichtete die kroatische Zeitung
"Vjesnik". Dabei gehe es um einen Kredit über 2,08 Mio. Euro, den das
Unternehmen von der Hypo erhalten haben soll, ohne irgendwelche Sicherheiten
vorweisen zu können. Hiko helikopteri habe lediglich als Vorwand dafür gedient,
Geld aus der Hypo abzuziehen, zitiert die Zeitung einen anonymen Informanten.
Die Genannten weisen die Vorwürfe zurück.
Die Firma hat eine öffentliche Ausschreibung für einen
Hubschrauber-Rettungsdienst gewonnen und hätte u.a. die Bergung von
Unfallopfern, die Grenzraum-Überwachung aus der Luft sowie Bergrettungseinsätze
übernehmen sollen. Der Wert der zehnjährigen Konzession für diesen
Hubschrauberdienst wurde mit 200 Mio. Euro beziffert. 2005 erklärte die
Regierung die Ausschreibung jedoch für ungültig - die kroatische Regierung zog
es vor, den Bedarf mit russischen Hubschraubern zu decken, mit denen Moskau
Schulden gegenüber Zagreb beglich.
Kroatische Medien vermuten hinter Hiko den kroatischen Ex-General Vladimir
Zagorec, der eine solche Verbindung jedoch dementiert hat, ebenso wie
Hiko-Geschäftsführer Robert Hirc. Laut Medienberichten soll die Ausschreibung
für den Rettungsdienst genau auf Hiko zugeschnitten gewesen sein. Heute gibt es
die 2004 gegründete Firma nicht mehr.
Robert Hirc, Geschäftsführer von Hiko Helikopteri, bestätigte gegenüber
"Vjesnik", dass er von der österreichischen Staatsanwaltschaft vor einem halben
Jahr befragt worden sei. Die Hiko-Hubschrauber seien von der Hypo geleast
worden, erklärte Hirc. Der Versuch, nach der Annullierung der Ausschreibung
kommerzielle Flüge anzubieten, sei gescheitert und man habe die Hubschrauber der
Bank zurückgegeben. Den von der Hypo erhaltenen Kredit habe man zurückgezahlt,
versichert Hirc.
Hirc sagte auch, dass die Firma bei der Gründung Kredite von der Bank Austria
und der Raiffeisenbank aufnehmen wollte, doch dass diese abgelehnt hätten, weil
die Firma keine staatliche Garantie gehabt habe. Von der Hypo habe man den
benötigten Kredit schließlich erhalten, "ich vermute, dass ihre Geschäftspolitik
weniger konservativ war", so Hirc. Doch das Geschäft - nach der gescheiterten
Ausschreibung bot die Firma kommerzielle Flüge an - lief offenbar nicht. Die
Hubschrauber wurden der Bank zurückgegeben. Der Kredit sei zurückgezahlt worden,
so Hirc. (APA)