GNOME: Gemeinsame Ziele für den gesamten Desktop

19. April 2011, 14:32
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Fokussierte Pläne für GNOME 3.2 und darüber hinaus - GNOME OS im Gespräch - Personeller Umbau beim Release Team

Mit GNOME 3.0 hat das Projekt hinter dem Linux-Desktop vor kurzem eine grundlegend überarbeitete Version der eigenen Software ausgeliefert, nun nimmt man auch so manchen organisatorischen Umbau aus. Zusätzlich zu den Planungen der einzelnen Komponenten, soll es künftig eine plattformweite Roadmap geben, mit der man größere Features zentral angehen will.

Zentral

Diese "Feature Proposal Period" soll immer am Anfang des sechsmonatigen Entwicklungszyklus stehen, für das kommende GNOME 3.2 läuft sie ab sofort bis zum 9. Mai. Die Ideen werden im Wiki versammelt, schlussendlich entscheidet dann das Release-Team über deren Aufnahme. Prinzipiell verweist man darauf, dass es hier um kein Feature-Brainstorming geht, es werden überhaupt nur jene Vorschläge in Betracht gezogen, an denen auch bereits konkret gearbeitet wird. Mit der zentralen Planung will man es auch dem Marketing-Team einfacher machen, frühzeitig die GNOME-Pläne nach außen zu kommunizieren.

Konsistent

Damit verabschiedet man sich von bisherigen Gepflogenheiten zur Aufnahme neuer Komponenten. Neue Module können also nur mehr dann in den Kern-Desktop gelangen, wenn sie auch ihren konkreten Sinn im Konzept des Desktop als Ganzes nachweisen können. Nicht berührt von dieser Änderung wird hingegen die Möglichkeit neue Funktionen in bestehende Komponenten einzubringen, diese Phase endet wie bislang erst wenige Wochen vor der Veröffentlichung einer neuen Version - für GNOME 3.2 etwa am 15. August.

Pläne

Zu den bislang in der Feature-Planung vorgeschlagenen Punkten gehören ein Desktop-weites Kontaktmanagement oder die Integration mit Zeitgeist um Jumplists und eine bessere Dokumentsuche zu ermöglichen. Das Farbmanagement soll auf ein systemweites Service umgestellt werden - das dann auch von anderen Desktops genutzt werden kann - der Browser Epiphany will Web-Anwendungen mit der GNOME-Shell integrieren.

GNOME OS

Darüber hinausgehend wollen sich die DesignerInnen des Projekts nach und nach einzelne Komponenten des Desktops vornehmen, und deren Interface hinterfragen, wie man es für GNOME 3.0 ja schon beim File Manager Nautilus gemacht hat. Auch Ideen für ein eigenes "GNOME OS" - also eine Art eigene GNOME Linux-Distribution - kursieren weiter, entsprechende Pläne hatte Red Hat-Entwickler Jon McCann schon vergangenen Sommer im Rahmen der EntwicklerInnenkonferenz GUADEC präsentiert. 

Release Team

Praktisch gleichzeitig kündigt man auch personelle Veränderungen im Release Team des Desktop an, diverse Mitglieder wollten hier mit ihrem Abgang nur mehr auf die Fertigstellung von GNOME 3.0 warten, insofern ist die Ankündigung auch keine große Überraschung. Mit Colin Walters befindet sich jetzt einer der Kernentwickler der GNOME-Shell im Team, die Leitung übernimmt der schon länger aktive Frederic Peters. (apo, derStandard.at, 19.04.11)

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  • Das Design-Team des Desktops wälzt derzeit einige Ideen zur Neugestaltung bestehender Anwendungen, hier ein Entwurf für den Bildbetrachter Eye of GNOME.
    grafik: gnome

    Das Design-Team des Desktops wälzt derzeit einige Ideen zur Neugestaltung bestehender Anwendungen, hier ein Entwurf für den Bildbetrachter Eye of GNOME.

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