Fokus

GNOME: Gemeinsame Ziele für den gesamten Desktop

Andreas Proschofsky, 19. April 2011, 14:32
  • Artikelbild
    vergrößern 1040x860
    grafik: gnome

    Das Design-Team des Desktops wälzt derzeit einige Ideen zur Neugestaltung bestehender Anwendungen, hier ein Entwurf für den Bildbetrachter Eye of GNOME.

Fokussierte Pläne für GNOME 3.2 und darüber hinaus - GNOME OS im Gespräch - Personeller Umbau beim Release Team

Mit GNOME 3.0 hat das Projekt hinter dem Linux-Desktop vor kurzem eine grundlegend überarbeitete Version der eigenen Software ausgeliefert, nun nimmt man auch so manchen organisatorischen Umbau aus. Zusätzlich zu den Planungen der einzelnen Komponenten, soll es künftig eine plattformweite Roadmap geben, mit der man größere Features zentral angehen will.

Zentral

Diese "Feature Proposal Period" soll immer am Anfang des sechsmonatigen Entwicklungszyklus stehen, für das kommende GNOME 3.2 läuft sie ab sofort bis zum 9. Mai. Die Ideen werden im Wiki versammelt, schlussendlich entscheidet dann das Release-Team über deren Aufnahme. Prinzipiell verweist man darauf, dass es hier um kein Feature-Brainstorming geht, es werden überhaupt nur jene Vorschläge in Betracht gezogen, an denen auch bereits konkret gearbeitet wird. Mit der zentralen Planung will man es auch dem Marketing-Team einfacher machen, frühzeitig die GNOME-Pläne nach außen zu kommunizieren.

Konsistent

Damit verabschiedet man sich von bisherigen Gepflogenheiten zur Aufnahme neuer Komponenten. Neue Module können also nur mehr dann in den Kern-Desktop gelangen, wenn sie auch ihren konkreten Sinn im Konzept des Desktop als Ganzes nachweisen können. Nicht berührt von dieser Änderung wird hingegen die Möglichkeit neue Funktionen in bestehende Komponenten einzubringen, diese Phase endet wie bislang erst wenige Wochen vor der Veröffentlichung einer neuen Version - für GNOME 3.2 etwa am 15. August.

Pläne

Zu den bislang in der Feature-Planung vorgeschlagenen Punkten gehören ein Desktop-weites Kontaktmanagement oder die Integration mit Zeitgeist um Jumplists und eine bessere Dokumentsuche zu ermöglichen. Das Farbmanagement soll auf ein systemweites Service umgestellt werden - das dann auch von anderen Desktops genutzt werden kann - der Browser Epiphany will Web-Anwendungen mit der GNOME-Shell integrieren.

GNOME OS

Darüber hinausgehend wollen sich die DesignerInnen des Projekts nach und nach einzelne Komponenten des Desktops vornehmen, und deren Interface hinterfragen, wie man es für GNOME 3.0 ja schon beim File Manager Nautilus gemacht hat. Auch Ideen für ein eigenes "GNOME OS" - also eine Art eigene GNOME Linux-Distribution - kursieren weiter, entsprechende Pläne hatte Red Hat-Entwickler Jon McCann schon vergangenen Sommer im Rahmen der EntwicklerInnenkonferenz GUADEC präsentiert. 

Release Team

Praktisch gleichzeitig kündigt man auch personelle Veränderungen im Release Team des Desktop an, diverse Mitglieder wollten hier mit ihrem Abgang nur mehr auf die Fertigstellung von GNOME 3.0 warten, insofern ist die Ankündigung auch keine große Überraschung. Mit Colin Walters befindet sich jetzt einer der Kernentwickler der GNOME-Shell im Team, die Leitung übernimmt der schon länger aktive Frederic Peters. (apo, derStandard.at, 19.04.11)

Der WebStandard auf Facebook

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 30
1 2
Sir Harry....
00
20.4.2011, 22:57
Toll...

ChromeOS, Gnome OS, ... Wie klein sollen die Splitter noch werden?

Prof. Vogel
11
19.4.2011, 23:49

Ich verstehe noch immer nicht, warum canonical anfängt mit unity ein eigenes interface zu entwickeln, obwohl man sich doch einfach an der gnome shell aktiver mitarbeiten könnte.

.. ich weiß, der zug ist abgefahren, aber vom teilen haben doch alle was, auch canonical.

opryde
00
20.4.2011, 10:30

das liegt daran, dass unity bereits draussen war, als gnome 3 noch in arbeit war. unity war bisher das netbook-interface und ich muss sagen, es ist von allen, die aus dem sektor bisher kamen das beste, dass ich kenne und kanns mir auch am traditionellen desktop gut vorstellen.

Der Unkurze
00
20.4.2011, 11:32

offen und ehrlich, die netbookversion ohne unity war mir deutlich sympatischer

opryde
00
20.4.2011, 11:47

siehst, die fand ich dann wieder zu bäh - so verschieden sind die geschmäcker ;)

thafritz
00
19.4.2011, 18:38

heute ist fedora 15 beta release, falls wer gnome 3 ausprobieren möchte

ich habs seit der alpha 2 auf einem lenovo x200 installiert, und es läuft grossteils problemlos

hab auch unity angetestet, da liegen mmn welten dazwischen, bin mit ubuntu in die linux welt eingestiegen, jetzt wirds sicher fedora, love the diversity

Hagbard.Celine
00
20.4.2011, 14:43
Auch hier

läuft seit gestern Fedora 15 Beta. Alle Komponenten laufen bis jetzt problemlos und bis auf einige wenige kosmetische Fehler läuft auch alles rund.

Bin schon fleißg am Bugs posten, aber auf jeden Fall erfreulich, dass schon die Beta so rund läuft.

Hagbard.Celine
00
20.4.2011, 14:42
Auch hier

läuft seit gestern Fedora 15 Beta. Alle Komponenten laufen bis jetzt problemlos und bis auf einige wenige kosmetische Fehler läuft auch alles rund.

Bin schon fleißg am Bugs posten, aber auf jeden Fall erfreulich, dass schon die Beta so rund läuft.

wurzbar
00
20.4.2011, 03:35
Same here

Fedora habe ich immer gehasst, aber die Beta rennt erstklassig. Und Ubuntu hat sich für mich mit Unity eh dequalifiziert.

Jaden Leningrad
00
20.4.2011, 15:16
asdfgh

kann man ja alles den bedürfnissen anpassen, eine distro die einem persönlich zu 100%ig passt wirds sowieso nie geben.

T-C
63
19.4.2011, 16:34
Same shit ...

... different day.

Prof Bingo Bongo
00
19.4.2011, 15:14
Wann gibt es Gnome3 fuer Ubuntu und Mint?

Momentan muss man ja alles noh selbst kompilieren, oder?

dB. alpha3
00
19.4.2011, 15:26

angeblich 11.04 ganz eifach via ppa..

Adam Ecker
00
19.4.2011, 17:54

Hin geht es einfach mit dem PPA und 11.04, wer aber wieder zurück möchte, sollte vorher ein Backup anlegen.

sttereo3
00
20.4.2011, 06:44

Für das Entfernen gibt es ppa-purge. Das hat bei mir während der Testphase, als das gnome3-ppa mehrmals kaputt war, ganz gut funktioniert. Was einen jedoch nicht davon abhalten sollte, Backups zu machen. Das Parameter-Format von ppa-purge ist etwas unintuitiv, aber das Internet weiß da zu helfen.

sttereo3
00
20.4.2011, 06:50
Nachtrag

Ach ja, noch was: Auch ich bleibe bei der Shell. Läuft meiner Meinung nach einfach runder als Unity. Bei Ubuntu bleibe ich trotzdem, weil ich einfach auf die Menge und Qualität der verfügbaren Pakete verschossen bin. Habe mal Fedora und Opensuse ausprobiert, komme da aber im Gegensatz zu Ubuntu nicht ohne einen riesigen Haufen Fremdepositories aus. Aktuell benötige ich nur das Gnome3-ppa und das von 0ad.

Der Unkurze
01
19.4.2011, 15:26

ubuntu wird gnome3 garnicht unterstützen (zumidnest nicht ofiziell)

bei mint wirds also auch nur die debian edition können..

All Rites Reversed
00
19.4.2011, 16:31

Ich würde erstmal abwarten, wie Unity überhaupt angenommen wird, bevor ich Aussagen über die längerfristige strategische Ausrichtung von Ubuntu treffe. Wenn Unity ein Desaster wird, was ich für durchaus im Bereich des möglichen halte, wird Canonical die aktuellen Pläne vielleicht nochmal überdenken.

Der Unkurze
00
19.4.2011, 16:54

ja vielleicht, aber ich glaube nachdem sie so viel in unity investiert haben, werden sie natürlich auch schauen das es von einem großen teil angenommen wird.

Ich werde mir mal ansehen wie es weitergeht, und einstweilen entweder auf mint debian umsteigen, oder fedora.
Mit unity konnte ich mich schon am netbook absolut nicht anfreunden.

LostinSpacetime
01
19.4.2011, 19:24

Das alte Unity ist nicht mit dem aktuellen nicht vergleichbar. Unity ist jetzt einfach ein Compiz Plugin, dass man nach belieben configurieren oder einfach deaktivieren kann. Ich war extrem kritisch aber aus Neugier hab ichs doch mit dem Beta probiert ...und ich war nach 30 Minuten ein Fan. Ich habe die Gnome Shell noch nicht probiert, aber bezüglich Usability und Konsistenz ist Unity ein Riesenschritt in die richtige Richtung. Man kriegt jetzt auch zum ersten mal richtig mit, welche Vision dahinter steckt. Auf jeden Fall finde ichs sehr spannend, dass es 2 Ansätze gibt. Der ständige Vergleich wird sicher Früchte tragen. :)

mukl
01
20.4.2011, 09:09

klingt interessant, dann werd ichs doch nochmal testen.

ich hatte einfach 10.10 auf einem eeepc installiert und mich gewundert, was das soll.

All Rites Reversed
01
19.4.2011, 15:00

GNOME OS halte ich für eine gute Idee - könnte u.a. als Referenzsystem dienen, an der sich Distributionen mit GNOME-Fokus orientieren können.

KleinerDrache80
00
19.4.2011, 15:14
Solange

dann nicht wie beim Dos-Windows Umstieg die Möglichkeit verloren geht, ein System auch ohne grafischer Oberfläche zu starten, wäre das für mich ok.

Herman Toothrot
01
20.4.2011, 10:22

bei einer distribution die die qualtitäten eines desktop environments zeigen soll, bzw auf leute die genau gnome und nichts anderes verwenden wollen, wäre das ein eigenartiger feature request. reine server versionen gibts doch eh von allen anderen.
und der unterbau eines gnome os wäre dann ja sicher auch eine der bekannten distris (von der du dir dann die server version holen kannst)

All Rites Reversed
00
20.4.2011, 11:29

Erstens das, und zweitens müsste man bei Linux schon ziemlichen Aufwand betreiben, um dem User diese Möglichkeit komplett zu entziehen (also nicht nur zu verbergen). Das ist gar nicht so ohne weiteres möglich.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 30
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.