Forschungsquote stagniert in Österreich

19. April 2011, 12:30
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Die F&E-Ausgaben steigen aber - Statistik Austria legt Schätzung für das laufende Jahr vor

Wien - Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung (F&E) in Österreich steigen, die Forschungsquote stagniert allerdings. Wie aus einer am Dienstag von Statistik Austria vorgelegten Schätzung hervorgeht, werden in Österreich 2011 zwar voraussichtlich erstmals mehr als 8 Mrd. Euro (8,286 Mrd. Euro) für Forschung und Entwicklung (F&E) aufgewendet, die Forschungsquote bleibt allerdings das dritte Jahr in Folge praktisch unverändert bei voraussichtlich 2,79 Prozent (2010: 2,78 Prozent).

Zuletzt war es 2009 nach dem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) und einem moderaten Anstieg der Forschungsausgaben zu einem deutlichen Plus bei der Forschungsquote von 2,67 (2008) auf 2,79 Prozent gekommen. Dass es heuer trotz der Erhöhung der Forschungsausgaben neuerlich zu keiner höheren Forschungsquote kommt, ist auf die Steigerung des BIP zurückzuführen. Für das von der Regierung selbstgesteckte Ziel, den Anteil der F&E-Ausgaben am BIP bis 2020 auf 3,76 Prozent zu steigern, verheißt dieser Wert nichts Gutes.

Die Forschungsaufwendungen selbst nahmen indes gegenüber dem Vorjahr (7,890 Mrd.) um fünf Prozent zu und machen 8,286 Mrd. Euro aus. Damit haben sich die Ausgaben seit dem Jahr 2000 mehr als verdoppelt.

Herkunft der Mittel

Von den gesamten F&E-Aufwendungen kommen 44,6 Prozent (3,70 Mrd. Euro) von der Wirtschaft. 38,7 Prozent (3,21 Mrd. Euro) werden von der öffentlichen Hand bereitgestellt, wobei die Ausgaben durch den Bund 2,73 Mrd. Euro und jene der Bundesländer 394 Mio. Euro ausmachen. Der Rest stammt von sonstigen öffentlichen Einrichtungen wie Gemeinden. Die 16,2 Prozent aus dem Ausland (1,34 Mrd. Euro) stammen überwiegend aus mit heimischen Firmen verbundenen europäischen Unternehmen, die Österreich zum Forschungsstandort gewählt haben, und von Rückflüssen aus EU-Forschungsprogrammen. Der Rest (rund 35 Mio. Euro) wird vom privaten gemeinnützigen Sektor finanziert werden.

Aufschwung ist bei den F&E-Ausgaben heimischer Unternehmen zu erkennen: Nach einem Rückgang 2009 und einer nur geringen Steigerung im darauf folgenden Jahr nimmt die Finanzierung durch den Unternehmenssektor 2011 mit 5,9 Prozent wieder deutlich zu. Die Forschungsfinanzierung durch den Bund steigt - vor allem im Bereich der Forschungsprämie - erneut an und liegt mit 2,73 Mrd. Euro um 5,1 Prozent über dem Wert des Vorjahres. Die Aufwendungen aus dem Ausland stiegen um 3,8 Prozent. (APA/red)

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