Junge Liberale unterstützen Kirchenvolksbegehren

19. April 2011, 11:30

Kritik an theologischen Fakultäten - Bisher 1.500 von 8.032 notwendigen Unterstützungserklärungen gezählt

Wien - Das "Volksbegehren gegen Kirchenprivilegien" wird von den Jungen Liberalen (JULIs) unterstützt. Für deren stellvertretende Vorsitzende Claudia Gamon sind vor allem angebliche Bevorteilungen im Schul- und Universitätsbereich "unerträglich", wie sie in einer Pressekonferenz am Dienstag sagte. Laut Mitinitiator Niko Alm hat man bisher an die 1.500 Unterstützungen für das Volksbegehren gezählt, 8.032 sind notwendig. Eingerichtet wurde auch eine "Meldestelle für noch unbekannte Privilegien".

"Die Freiheit von Wissenschaft und Lehre wird durch die theologischen Fakultäten verhindert", meinte Gamon und zitierte aus Diplomarbeiten, die sich etwa mit Wundern beschäftigen: "Man könnte genauso gut für Astrologie einen Magister bekommen." Zudem würden katholische Privatschulen Förderungen erhalten, "die sich alternative Schulformen nie vorstellen können". Da das Volksbegehren Bewusstsein zum Einfluss der Kirche auf das Bildungssystem schaffe, werde es von den JULIs unterstützt.

"Kirche schafft an"

"Hunderte E-Mails und Briefe" haben die Initiatoren des Volksbegehrens laut eigenen Aussagen bereits bekommen. "Der Staat zahlt, die Kirche schafft an", so der bekennende Atheist Alm, der ebenfalls von "unerträglichen Zuständen" sprach. Wenn ein Staat mehrere Religionen akzeptiert, so müsse er sich auch agnostisch verhalten, was automatisch zum Laizismus führen würde, lautet Alms These. "Privilegien in allen möglichen Bundes- und Landesgesetzen" gehörten daher abgeschafft.

Sepp Rothwangl, Sprecher der Plattform "Betroffene kirchlicher Gewalt", kritisierte abermals den Umgang des Staates mit den kirchlichen Missbrauchsfällen: "Die Untätigkeit von Politik und Justiz erregt Besorgnis." Man würde sich auf die von Kardinal Christoph Schönborn eingesetzte Klasnic-Kommission verlassen. "Das ist vergleichbar mit einer Verbrecherorganisation, der man die Bereinigung der Verbrechen selbst überlässt." Das Volksbegehren fordert daher die Einsetzung einer staatlichen Kommission.

Unterschriftenlisten ab Karfreitag

Durch die nun eingerichtete "Meldestelle für noch unbekannte Privilegien" erhoffen sich die Initiatoren des Volksbegehrens, über weitere angebliche "Sonderrechte" der römisch-katholischen Kirche in Österreich zu erfahren. Die Unterschriftenlisten zur Unterstützung liegen zudem ab Karfreitag in sämtlichen österreichischen Gemeinden auf. (APA)

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Wolferlll
10
22.4.2011, 12:01
Wir haben

Niko Alm vor ca. 2 Jahren zu uns auf die beiden theologischen Fakultäten eingeladen, weil wir ja das Gespräch mit ihm gesucht habne. Leider hat er bei einer sehr gut besetzen Diskussionsrunde es nicht wirklich geschafft, seine Anliegen schlüssig zu argumentieren sonder ist immer wieder nur in halbwahrheiten und polemik verfallen.
inwieweit die Freiheit der Wissenschaft durch die Theologie beinflußt wird, mag mal hitnerfragt werden, ich wüßte nicht wo genau das passieren sollte, also ich kenn ihn Wien keinen einzen Prof. / Profin die unredlich oder unwissenschaftlich arbeiten würde,... sein Bild von Theologie ist da sehr eindimensional,...

Staatssekretär
12
22.4.2011, 13:46

Naja, aber streng genommen ist eben Theologie keine Wissenschaft, weil sie unhinterfragbare Axiome aufstellt. - Im Unterschied dazu angesiedelt sind die Religionswissenschaften.

Mit dem gleichen Anspruch könnte man Ufologie oder Zwergen- & Feenkunde an der Universität anbieten.

Also gerne eine Fakultät - von der jeweiligen Religionsgemeinschaft finanziert und an keiner staatlichen Universität angesiedelt.

Wolferlll
20
22.4.2011, 18:10
naja strenggenommen

gibt es keinen einheitlichen Wissenschaftsbegriff. Und ich studier schon 6 jahre theologie und mir ist noch kein unhinterfragbares axiom untergekommen,.... nur viele Stunden lernen über Wissenschaftstheorie
In vl. Teildisziplinen wei Kirchengeschichten, Kirchenrecht, Praktischer Theologie (empirische Studien z.B.), und in den literawissenschaftlichen methoden die bei der auslegung wichtig sind, sind wir auf alle fälle eine wissenschaft.
Der Ufologie und Zwergen und Feenkunde vergleich hinkt deswegen, weil man auch ein wenig die historische Entwicklung sehen muss und Kirchen sind Teil dieser Welt, sind Teil der Geschichte und ist für vielen Menschen einfach noch wichtig und Theologie leistet ja auch einen Beitrag für die Gesellschaft

North Ace
00
20.5.2011, 18:28

Na das Axiom "Gott existiert" wird man ja wohl kaum hinterfragen. Damit ist es mit der Wissenschaftlichkeit schon dahin.

Wolferlll
00
20.5.2011, 18:37

Doch auch das wird hinterfragt. Die strittigkeit Gottes is ja das spannende

North Ace
00
20.5.2011, 18:55

Welcher Theologe würde ernsthaft von diesem Axiom abrücken? Hinterfragen fängt erst an, wenn man auch wirklich gewillt ist ein Axiom beim Vorliegen einer besseren Theorie aufzugeben.

we do what we must because we can
01
23.4.2011, 11:25

"Theologie leistet ja auch einen Beitrag für die Gesellschaft"
haha, scherzerl

abgesehen davon...die menschen glauben schon länger an feen als an den gott aus dem nahmen osten

Wolferlll
10
23.4.2011, 12:41

Erstens: cooler nick, freu mi scho auf Portal 2
Zweitens: ja Theologie leistet Beiträge, sei es Diakonie, sei es Seelsorge, sei es durch mäßigung der radikalen Kräfte, alles Dinge von den alle profitieren.

we do what we must because we can
00
23.4.2011, 12:58

Als Atheist sind mir alle Punkte egal. Je radikaler die Religiösen, desto mehr öffentliche Stimmung gegen die Religion, also nichts Schlechtes für mich.

Hosenträgerträger
00
24.4.2011, 12:50
Nöja...

Also, ich denk einfach mal, Radikalität ist immer nachteilig...
Weil dann haben wir zwei Gruppen, die sich im Bezug auf eine einzige Sache stark unterscheiden und sich so auch leicht in Konflikt begeben. Da bekommen Sie da aus konfesionellen Gründen auf einmal keinen Job mehr... Als Atheist hier nicht als Christ dort...

Wolferlll
10
23.4.2011, 14:46

Das heißt es sind ihnen ihre Mitbürgerinnen egal. UnDemokratische und unaufklärische Einstellung, in punkto Toleranz umdenken Akzeptanz anderer Weltanschauungen sind ja noch Jahrhunderte zurück. atheisten werden es wohl so wie Religionen auch auf die harte tour lernen müssen.
der Staat is übrigens nicht agnostisch, er muss zu meiner Weltanschauung genau soviel Distanz wahren wie zu ihrer

we do what we must because we can
00
23.4.2011, 17:27

Wenn Sie Ihren Gott belegen könne, dann kriegen Sie vielleicht auch den Respekt, den Sie für sich fordern

atomkraft neindanke
03
20.4.2011, 11:30
für die einen Barmherzigkeit, für die anderen Mittäterschaft

Religion, Glaube, Riten und Kult können für einen wichtig und für den anderen unwichtig sein, das spielt keine Rolle.
es geht um die Trennung von Staat und Religion.
Ein selbsbewusster Staat, der auf einer Verfassung beruht kann keine religiös motivierten Gesetze außerhalb dieser Verfassung dulden, in Europa gibt es aber die Tendenz: einzelne Bevölkerungsgruppen fordern ein Anrecht auf eine "eigene"
Rechtssprechung! und wollen ihre rechtl. Angelegenheiten selbst regeln.
zb gab es bei vielen pädophilen Verbrechen innerhalb der Kirche sicherlich Mitwisser, die geschwiegen haben, obwohl es ihre Staatsbürgerpflicht gewesen wäre, Anzeige zu erstatten. Sie sind mitschuld, dass Verbrecher nicht rechtzeitig angezeigt und verfolgt wurden.

M. Kunz
41
20.4.2011, 10:13

Es ist zwar nicht Neues, dennoch..die Uni wirkt, bes. an der Kath.Fakultät Wien NICHT meinungsbildend. Professoren, besonders jene, die glauben ständig Macht demonstrieren zu müssen und freilich nie hinterfragt werden (wer maßt es sich schon an eine Prof.wie die Sozialethikerin Gabriel fachlich anzugreifen...) Erwartet wird von StudentInnen eine stupide Widergabe von dem was in ihrer eigens verfassten und allgemeingültigen Pflichtlektüre steht. Eine Abweichung hin zu relevanten und gängigen anderen Meinungen ist nicht erwünscht -Wehe diesen Mutigen-dies wird üblicherweise mit einem "machs nochmal Sam" geahndet. Da geht es nicht mehr um Wissen oder Nichtwissen.Das ist ein subtiles Spiel der Machtausübung.

another_stranger_me
37
20.4.2011, 08:47

"Die Freiheit von Wissenschaft und Lehre wird durch die theologischen Fakultäten verhindert" ... wenn die Dame die eine oder andere VL auf der Theologie besucht hätte (z.B. logik), wüsste sie vlt, dass man eine aussage auch begründen muss, wenn man mit ihr argumentieren will

aber halt, der öh-wahlkampf geht ja schön langsam los - da spielen solche feinheiten keine so große rolle mehr...

Thomas Felder1
12
20.4.2011, 17:45

ich finde die Aussage auch überzogen, sehe allerings keine Grundlage für Theologische Studien. Jene sollten auf den Unis gestrichen werden.

another_stranger_me
01
20.4.2011, 18:20

darf ich fragen, in wie fern Sie mit diesen Studien bez. Fakultäten zu tun haben?

we do what we must because we can
01
21.4.2011, 13:29

ich finanziere sie unfreiwillig

another_stranger_me
00
21.4.2011, 14:49
we do what we must because we can
00
21.4.2011, 15:45

the cake is a lie :)

17+4
02
20.4.2011, 08:02
wo kann man unterschreiben?

ein Hinweis im Bericht wäre Service.

M. P.1
01
21.4.2011, 04:39

Gemeinde oder Magistrat.

Hier ist der Link zur Website mit weiteren Infos (wie u.a. auch, ob Sie das Formular selbst ausdrucken und mitnehmen müssen, oder ob es auf der Gemeinde aufliegt, das variiert von Gemeinde zu Gemeinde):

http://www.kirchen-privilegien.at/

17+4
00
26.4.2011, 10:14
mach ich, danke

sainty1
11
20.4.2011, 09:37
in jeder Bezirkshauptmanschaft

glaub nur das heißt jetzt anders..

Pyros
11
20.4.2011, 09:17

Bei einem Ausländer-Raus Volksbegehren soll dieses Service auch geboten werden? Oder nur bei Ihnen genehmen Initiativen?

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