Wieder 50 Flüchtlinge auf Lampedusa angekommen

19. April 2011, 11:09
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Weiteres Migrantenboot von Küstenwache gesichtet - Frattini: "Kooperationsabkommen mit Tunesien funktioniert"

Ein Boot mit 50 Tunesiern an Bord ist von der italienischen Küstenwache am Dienstag gesichtet und auf Lampedusa gebracht worden. Zu den Insassen zählen zwei Frauen und zwei Minderjährige. Ein weiteres Migrantenboot wurde 30 Seemeilen südlich von Lampedusa gesichtet, berichteten italienische Medien am Dienstag. Seit vergangenem Freitag waren wegen der rauen See keine Flüchtlingsboote mehr auf Lampedusa eingetroffen.

"Das Migrationsabkommen mit Tunesien funktioniert", berichtete der italienische Außenminister Franco Frattini. Italien werde bald vier Motorschiffe nach Tunesien entsenden, die mit den lokalen Behörden bei der Patrouillierung der tunesischen Küsten mitwirken sollen. Wenn Migrantenboote in Tunesiens Gewässern aufgegriffen werden, sollen die Flüchtlinge in ihre Heimat zurückgeführt werden.

In einem TV-Interview am Dienstag zeigte sich Frattini überzeugt, dass Italien und Frankreich ihren Streit rund um die Flüchtlingsfrage bewältigen werden. "Beide Länder haben Interesse, eine gemeinsame Lösung zu finden", erklärte Frattini.

Am Sonntag wollten rund zweihundert Menschenrechtsaktivisten aus Italien und Frankreich tunesische Flüchtlinge mit einem "Zug der Würde" von Ventimiglia über die Grenze nach Nizza begleiten; die französischen Behörden strichen daraufhin - unter Verweis auf eine nicht angekündigte Kundgebung und Sicherheitsgründe - mehrere Stunden lang die Zugverbindungen. Uneinigkeit herrscht darüber, wie mit den tausenden Tunesiern verfahren werden soll, die in den vergangenen Monaten nach Italien flohen. Rom will rund 20.000 Flüchtlingen eine Aufenthaltsgenehmigung ausstellen, mit der sie in andere europäische Länder weiterreisen können. Viele Tunesier haben Verwandte in Frankreich. (APA)

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