Ortstafeln

Fischer und Türk: "Von Prozentfragen abrücken"

19. April 2011, 11:36
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    foto: bundesheer/dragan tatic

    Österreichs Staatsoberhaupt Heinz Fischer mit Gattin Margit, Sloweniens Präsident Danilo Türk, begleitet von Ehefrau Barbara.

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    Fischer und Türk betonten den Willen zur Einigung.

Slowenischer Präsident für "Paketlösung" - Bundespräsident sieht Prozess um zweisprachige Schilder "nahe am Ziel"

Ljubljana - Bundespräsident Heinz Fischer und sein slowenischer Amtskollege Danilo Türk haben sich am Dienstag in Bezug auf die Kärntner Ortstafelfrage unisono für ein Abrücken "von Zahlen und Prozentfragen" ausgesprochen. Nach einem bilateralen Treffen auf Schloss Brdo nahe Ljubljana erklärten beide Präsidenten, dass es wichtig sei, eine "Paketlösung" zu finden, die im Einklang mit dem Staatsvertrag von 1955 und der österreichischen Verfassung stehe.

Liste statt Prozent

Statt über Prozentsätze zu diskutieren, sollte eine Liste jener Orte erstellt werden, in denen zweisprachige Ortstafeln aufgestellt werden. "Wenn man danach den Rechenstift nimmt, würde es mich nicht wundern, wenn der Anteil der slowenischsprachigen Bevölkerung in manchen Orten nicht exakt 17,5 Prozent ausmacht, sondern sogar darunter liegt", sagte Fischer.

17,5 Prozent ist jene Formel, die Anfang April in einem Kompromiss festgesetzt wurde. Allerdings wollen diesem nur zwei von drei Vertreterverbänden der slowenischen Minderheit in Kärnten zustimmen. Laut Staatsvertrag und Verfassungsgerichtshof liegt die Schwelle bei zehn Prozent.

Türk richtet sich nach Kärntner Verbänden

Für Slowenien ist eine Einigung nur dann akzeptabel, wenn alle slowenischen Verbände zustimmen. Sollte es soweit kommen, werde Slowenien alle Lösungen gutheißen, hielt Türk fest. Es seien ja schließlich die Vertreter der Kärntner Slowenen, die am Verhandlungstisch sitzen. "Alles, was die Volksgruppe und die Organisationen akzeptieren können, wird auch für Slowenien gut sein."

Wichtig sei aber auch, dass nicht nur über Ortstafeln geredet werde, sondern auch "gute Lösungen" in den Bereichen Schulwesen, Musikschulen, Kindergärten und Ortstafeln gefunden würden. Die Lösung müsse auch als Plattform verstanden werden, auf der in Zukunft in einem vielleicht besseren Klima weitere Verbesserungen erarbeitet werden können, forderte Türk.

Fischer glaubt an "Nähe des Ziels"

Fischer versprühte Optimismus, dass bereits in nächster Zukunft eine Einigung erfolgen kann. "Wir haben die Nähe des Ziels erreicht, es liegt ein vernünftiges Paket am Tisch und ich freue mich schon darauf, wenn ein entsprechendes Gesetz auf meinem Schreibtisch landet, und ich es unterschreiben kann." Nachsatz: "Wenn wir das Ziel jetzt doch nicht erreichen, sind wir selbst schuld, weil so nahe waren wir noch nie."

Unterschiedliche Meinungen vertraten Fischer und Türk in der Frage, ob Slowenien als Rechtsnachfolger Jugoslawiens im Staatsvertrag notifiziert werden könne. Österreich habe den Staatsvertrag mit Staaten geschlossen, die sich vor 1945 mit Hitler-Deutschland im Krieg befunden hätten. Staaten, die zu diesem Zeitpunkt nicht existierten, könnten dem Vertrag nicht beitreten. Türk hingegen erklärte, ein solcher Beitritt Sloweniens sei aus historischen und geographischen Gründen legitim. Er räumte aber ein, dass es dazu auch in Slowenien selbst unterschiedliche Ansichten gibt.

Deutschsprachige Minderheit als Thema

Bei dem Gespräch wurde auch die Stellung der deutschsprachigen Minderheit in Slowenien thematisiert. Die "Gottscheer" werden im Gegensatz zu den slowenischen Ungarn und Italienern nicht als autochthone Volksgruppe anerkannt. Türk erklärte aber, dass im slowenischen Parlament ein Beratungsgremium für jene Volksgruppen eingerichtet werde, die aus dem ehemaligen Jugoslawien stammen (Serben, Kroaten und Bosniaken). In diesem Gremium könnten auch die "Gottscheer" vertreten sein. "Wir müssen die Beziehungen zu den Minderheiten auf eine zeitgemäße Basis stellen."

Bezüglich des Kernkraftwerks Krsko, dessen Sicherheit in Österreich mitunter in Frage gestellt wird, wurde eine weitere Kooperation auf Expertenebene vereinbart. (APA)

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Gobi Todic
02
21.4.2011, 07:27
Für Kurt Scheuch fehlen mir die Worte

http://www.kleinezeitung.at/kaernten/... mung.story

toxxxic
00
20.4.2011, 15:35

kärntner slowenen sind auch kärntner und ebenfalls österreicher!
peinlich ist es nur das die rein deutschsprachigen kärntner auf den nationalen Trick reinfallen.
jaja die kultur muss rein bleiben, deutsch, ehrbar, ... whatever
meistens sind die leute die solche Propaganda betreiben nicht an dem Wohl der Leute, die sie da manipulieren, interessiert sondern an ihrer eigenen Person (Haider, Dörfler,..)
sie wollen ja nur dass wir uns mit Prozentzahlen herumschlagen und kein direkter, menschlicher, individueller Umgang mit Zweisprachigen Kärntner gibt.

Adrian Wotan
10
23.4.2011, 23:19
Verrat an Kärnten oder Kärntnern?

Wird mit den zweisprachigen topographischen Aufschriften auch zu Verstehen gegeben, dass jemand, der, selbst wenn er innerhalb dieser topographischen Grenzen geboren aber „nur“ einsprachig aufgewachsen ist, ganz zu schweigen von Zugewanderten Einsprachigen, z. B. nie eine volle Lehrverpflichtung als Volksschullehrer bekommen wird? Dass eine Anstellung mangels Zweisprachigkeit, im Gemeindeamt eines Ortes innerhalb dieser topographischen Grenzen, nur schwer zu bekleiden sein wird. Ganz unwesentliche Dinge für die Masse, entscheidend aber für viele Einzelne. Dass ein Pensionistenvereinsobmann aus dem Grenzgebiet, der im Rahmen einer Veranstaltung vor den Einladenden im Nachbarland Slowenien in seiner Dankesrede davon spricht, dass am als im G

sundancebull
00
22.4.2011, 02:28
tragisch

ein leeres blatt sinds, haben sich wohl nie mit der geschichte dieser region beschäftigt.

Johann Grabner, Wien
51
20.4.2011, 12:28
"Laut Staatsvertrag und Verfassungsgerichtshof liegt die Schwelle bei zehn Prozent."

in Art. 7/3 StV von 1955 steht keine Prozentangabe: http://www.verfassungen.de/at/staats... trag55.htm Nur im vom Parlament beschlossenen Volksgruppengesetz 1976 findet sich eine Schranke: 25%. Es gab keine Rechtsgrundlage für den VfGH, an diesem Prozentwert zu rütten, denn weder die Verfassung noch irgendein Staatsvertrag geben 10% her. Es hat auch nie ein Signatarstaat 10% gefordert, sondern die 25% waren in allseitigen Einvernehmen 25 Jahre lang gültig. Die 10% sind ein frei erfundener Wert, der aus dem Versuch von nicht gewählten Richtern resultiert, Politik machen zu wollen. Es bedarf wieder einer Verfassungsänderung, um diese Richter in die Schranken zu weisen.

Gladius2
00
20.4.2011, 13:24
Wo steht etwas im Staatsvertrag von 10%??

im Staatsvertrag wir d keine Prozenzahl genant

derfalke
63
20.4.2011, 12:57
Genau so ist es, nämlich Verrat an Kärnten

25 Jahre lang herrschte in Kärnten bestes Einvernehmen zwischen den Volksgruppen, bis ein zweifellos befangenes Gericht in Wien eine skandalöse Fehlentscheidung gegen Kärnten traf. Dies geschah im Zuge der illegalen EU-Sanktionen, um Jörg Haider politisch zu schaden.

Heute wird dieses auch unter renommierten internationalen Juristen höchst umstrittene VfGH-Erkenntnis von Slowenien dazu benutzt, um Österreich zu erpressen. Die Drohung, damit vor die UNO gehen zu wollen, ist nichts anderes. Es ist völlig unverständlich, warum die bewährte Kreisky-Regelung aus 1976 nicht schon längst in den Verfassungsrang gehoben wurde. Offenbar ist im politischen Wien der Wunsch Kärnten zu schaden größer, als das Gesamtinteresse der Republik Österreich.

Da

Cielito Lindo
01
20.4.2011, 22:26
Wo, um Gottes Willen, haben Sie die letzten 25 Jahre verbracht?

In einer KHD-Broschüre?

Ich will zurück nach oben!
00
20.4.2011, 22:06
Bestes Einvernehmen?

Jetzt bleibt wirklich nur mehr die Frage offen was und wieviel Du konsumierst?

hanSteiner
02
20.4.2011, 21:28

Warum nicht die Kreisky-Regelung von 1971? Nur weil ein gewalttätiger Mob sich in Orten mit über 30% bis 70% Slowenischsprachigen berufen fühlte seine Beschränktheit durch das Ausreissen und Zerstören von amtlichen Aufschriften zu demonstrieren?

205 Tafeln für alle Orte mit 20%, das war der Plan.
70 Tafeln und viele Orte mit bis zu 70% Slowenischsprechenden in "speziellen Gemeinden" galten als "einsprachig", das war die lächerliche Realität, die sie jetzt gerne im Verfassungsrang hätten???
Damit das "S@ujud" schimpfen von Kreisky und Bewerfen mit Eiern und Paradeisern sich ausgezahlt hätte?

Und Danke an den Stand..., dass man auf sowas zweimal antworten muss, bevor vielleicht einmal etwas erscheint...

Amanda aus W...
 
20
20.4.2011, 11:07

unser Herr BP war nie ein ehrlicher und gradliniger Politiker (z.B. seine Mittäterschaft bei den EU-Sanktionen).Ob jetzt 165 oder 175 Ortstafeln,es wird nie Ruhe sein,die Hetzer und Zündler auf beiden Seiten,die noch in der Vergangenheit leben, werden immer irgendwo etwas nicht in Ordnung finden.Bleibt nur noch die Hoffnung auf unsere Kinder,Enkel und Urenkel, die nicht mehr von Kriegsgreuel,Hass und Vergeltung geprägt sind,die Zukunft in Slowenisch/Deutsch friedlich zu leben und zu gestalten.

dr cameo
14
19.4.2011, 20:32

ganz schön zynisch, herr fischer. einerseits prozentlösungen die absage geben, sich andererseits aber auf die 17.5% + ca. 5 tafeln als großzügiges geschenk der republik österreich an ihre minderheit stützen.

und dann noch das kopftätscheln mit dem rechenstift kommentar.

unwürdig und blamabel.

FlauschBär
 
11
19.4.2011, 20:28
Blockfreie

Slowenien, Kroatien und Serbien haben wirklich nichts dazugelernt. Man denkt in diesen Ländern wirklich noch immer das im Völkerrecht "Papier" etwas wert ist.
Ohne Verbündete oder sonstige Druckmittel setzt man völkerrechtlich keine Ansprüche durch, schon gar nicht solche Vertragspunkte die ein Kriegsverlierer vor über 50 Jahren "freiwillig" eingegangen ist.
Kein Wunder dass weder Kroatien noch Serbien in der EU sind und dem Kosovo die Unabhängigkeit gewährt wurde. Zu abgehoben und realitätsfern agert man noch immer in den Staaten des ehemaligen Jugoslawiens.
Nichtsdestotrotz sollten die zweisprachigen Tafeln aufgestellt werden. 160 klingt nach einem fairen Kompromiss.

herr_zlicher
22
19.4.2011, 19:59
neben der immens wichtigen ortstafelfrage

wird der bp auch zeit finden und es wagen über akw krsko zu sprechen, oder bleibt dafür keine zeit?

derfalke
12
19.4.2011, 17:21
Heinz Fischer ist als Bundespräsident enttäuschen

Um derart banale Erklärungen abzugeben, hätte er sicher nicht nach Slowenien reisen müssen.
Noch etwas fällt auf:
Die slowenische Präsidentengattin ist deutlich besser gekleidet als unsere.

h 90
20
19.4.2011, 19:52

Fast jeder ist da besser gekleidet. Die schaut ja fuerchterlich aus.

Gewitterfreak
711
19.4.2011, 13:15
Slowenien ist kein Rechtsnachfolger

und kann sich weder auf den Staatsvertrag berufen, noch sich als Schutzmacht empfinden oder etwas für "entscheidend" erachten.

Das ist ein eine ebenso unotwendige wie kontraproduktive Einmischung und allenfalls Anzeichen der Großmannssucht die in laibach ausgebrochen zu sein scheint.

Österreich löst seine inneren Probleme ohne ausländische Einmischung!

Sandor Kocsis
01
20.4.2011, 11:38

also, das Problem haben wir ja alleine schnell gelöst. Da übt sich nun schon die dritte Generation im Aussitzen

Cielito Lindo
33
19.4.2011, 21:07

Sollen die Kärntner Slowenen die Deutschnationalen als ihre "Beschützer " empfinden?

die_geisterkuh
11
19.4.2011, 22:33

nein aber ein großteil der doppelsprachigen kärtner (die die 17,5, 10 oder 25% ausmachen),außer ein paar fanatikern- sieht laibach nicht als schutzmacht oder heimat...

Cielito Lindo
25
19.4.2011, 23:00

Was in Ihren Augen Fanatiker sind, kann ich nicht beurteilen.
Ich finde es aber nur natürlich, dass sich Slowenien für die Minderheit in Kärnten interessiert. Es würde mich nämlich auch stören und wäre völlig unverständlich, wenn sich Österreich nie für die Südtiroler interessiert hätte.

hanSteiner
05
19.4.2011, 19:45

Und mit so viel Elan und gutem Willen, ganz zu schweigen von der Geschwindigkeit, holadiraituliöh.

Igor Gassner
22
19.4.2011, 16:40
Der Staatsvertrag selbst ist ein Kuriosum

denn stimmt die 1943 Erklärung das Österreich einn Opfer des Faschismus war ist er obsolet stimmt es aber nicht ist er eine nachträgliche Anerkennung dass Österreich ein Teil Deutschlands war, da er im Grunde ein Friedensvertrag ist. Wie mann ihn nennt ist da im Grunde egal.

hanSteiner
11
19.4.2011, 19:48

Sehr gut, ihre antiösterreichischen revisionistischen Geschichtsphantasien in Ehren, aber langweilt sie das nicht selber auch schon?

bundesstraße127
46
19.4.2011, 16:24

ja - ganz offensichtlich löst Österreich seine Probleme selbst... das sieht man ja seit 1955, wie tadellos dieses Problem gelöst wurde.

und finden sie es nicht ein bisschen lächerlich, bei einem 2 Mio Volk von Großmannssucht zu sprechen???

und wer, wenn nicht Slowenien, sollte sich als Schutzmacht empfinden??? egal ob das jetzt völkerrechtlich gedeckt ist oder nicht, das liegt doch wohl auch so auf der Hand, oder?

das sind doch alles Argumente aus einem vorigen jahrhundert, seien sie doch ehrlich.

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