Theseustempel strahlt wieder ganz in Weiß

19. April 2011, 07:11
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Generalsanierung abgeschlossen - Mini-Theseion wird eingezäunt

Der Theseustempel im Wiener Volksgarten wurde generalsaniert und darf nun in der Frühlingssonne strahlen. Der klassizistische Bau wurde 1823 vom Architekten Peter von Nobile errichtet. Die aufgebrachte leuchtende Farbe imitiert das einstige Bleiweiß, das nicht mehr verwendet werden darf. Nicht mehr dürfen, das gilt auch für die Stufen des Tempels: Sie können künftig nicht mehr betreten oder besessen werden.

Rund zwei Mio. Euro kostete laut Burghauptmannschaft Wien die Sanierung des Säulentempels, der dem Theseion in Athen nachgebildet ist. Wobei das Vorbild schon längst den Namen gewechselt hat und Tempel des Hephaistos genannt wird - da durch Funde belegt wurde, dass er wohl diesem Gott und nicht, wie ursprünglich angenommen, Theseus gewidmet war.

Der Bau im Volksgarten diente ursprünglich als Ausstellungsgebäude für ein einziges Kunstwerk: Bis 1890 war darin Antonio Canovas Theseusgruppe untergebracht. Sie befindet sich jedoch längst im Kunsthistorischen Museum, das auch in Zukunft den Theseustempel wieder bespielen wird.

Wie, das ist noch offen. "Wir arbeiten derzeit an der Programmierung", erklärte eine Sprecherin des Museums. Die Übergabe des Tempels soll im Sommer, die Eröffnung dann im Herbst stattfinden, hieß es.

Im Rahmen der Sanierung wurde das alte Kupferdach ersetzt und auch die Treppen vorübergehend entfernt. Auch das zuletzt ziemlich desolate Kellergewölbe des Tempels wurde erneuert. Derzeit werden noch die gärtnerischen Arbeiten rund um das Bauwerk durchgeführt. Der Bauzaun wird vermutlich Mitte Mai abgebaut, wie der stellvertretende Burghauptmann Markus Wimmer ankündigte.

Tempel wird eingezäunt

Dafür wird jedoch eine andere Absperrung errichtet - denn der Tempel wird eingezäunt. Die Stufen des Monuments, auf denen sich an warmen Tagen gerne lesende, plaudernde oder einfach nur die Sonne genießende Menschen versammelt haben, dürfen künftig nicht mehr in Beschlag genommen werden.

Der Zaun soll laut Burghauptmannschaft den Blick auf das Gebäude nicht einschränken. "Er ist jedoch ein gewisser Schutz", so Wimmer: "Wir versuchen, die Leute vom Theseustempel fernzuhalten." Denn es bestünde die Gefahr, dass die weiße, glänzende Oberfläche rasch wieder verschmutzt. Der Tempel sei ein hervorragendes Bauwerk, dem nun die ursprüngliche Attraktivität wieder zurückgegeben worden sei, betonte der stellvertretende Burghauptmann. (APA)

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    Ganz in Weiß: Theseustempel

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