Pulitzer-Preis für "ProPublica"

19. April 2011, 06:46
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Recherchevereinigung erneut ausgezeichnet - Korruptionsskandal aufgedeckt: Hauptpreis an "Los Angeles Times"

In New York sind am Montag die diesjährigen Gewinner der Pulitzer-Preise bekanntgegeben worden. Geehrt wurde vor allem der aufdeckende Journalismus der großen amerikanischen Zeitungen. Erstmals wurde auch ein Beitrag ausgezeichnet, der nicht in einer Zeitung gedruckt wurde, sondern ausschließlich online zu lesen war. "ProPublica" erhielt einen Pulitzer-Preis für die Nachforschungen zu den Ursachen der Finanzkrise. Im Vorjahr wurde die Recherchevereinigung bereits für einen Beitrag ausgezeichnet, den die "New York Times" veröffentlichte. 

Hauptpreis für "Los Angeles Times"

Die "Los Angeles Times" bekam den Preis in der Königskategorie "Dienst an der Öffentlichkeit" für die Aufdeckung eines Korruptionsskandals im Städtchen Bell in Kalifornien. Dort hatten sich die Stadtoffiziellen an den Steuergeldern bedient und sich gegenseitig enorme Gehälter ausgezahlt. Die Berichte der Zeitung gipfelten in Festnahmen und politischen Reformen. Von den 14 Journalistenpreisen ging noch der für Fotoreportagen, in diesem Fall über die Opfer von Bandenkriegen, an die "Los Angeles Times".

Die erfolgsverwöhnte "New York Times" bekam ebenfalls zwei Preise. Einen erhielten zwei Moskau-Korrespondenten für ihre Reportage über das Justizsystem in Russland. Seine Kommentare über die Haushaltskrise in den USA brachten einem "New York Times"-Mitarbeiter den zweiten Preis für die Zeitung ein.

Der ebenfalls hoch angesehene Preis in der Kategorie investigativer Journalismus ging an eine Journalistin der "Sarasota-Herald Tribune". Sie hatte zweifelhafte Praktiken von Hausversicherern in Florida aufgedeckt.

Aber auch Bücher, Musik und Theaterstücke wurden von der Jury an der Columbia-Universität ausgezeichnet. Die in 21 Kategorien mit jeweils 10.000 Dollar (7000 Euro) dotierten Preise, benannt nach dem Verleger Joseph Pulitzer (1847 bis 1911), sollen im Mai vergeben werden. (APA/sb)

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    Jubel im Newsroom: "ProPublica" feiert den zweiten Pulitzer-Preis in Folge. Heuer wurden Jesse Eisinger (rechts) und Jake Bernstein (Dritter von rechts) ausgezeichnet.

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    Ein Mann schoss in die belebte Straße, in der Erica Miranda spielte. Barbara Davidson erhielt für ihre Fotoserie über Bandenopfer in L. A. den Pulitzer-Preis.

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