Sparinvest optimistisch für Aktienmärkte

18. April 2011, 19:33
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Fondsexperten setzen auf Nachhaltigkeit - Trend zu erneuerbaren Energien

Wien - Die weitere Entwicklung an den Aktienmärkten und auch bei Unternehmensanleihen wird von den Experten der Erste Sparinvest positiv eingeschätzt. Es seien zwar weiterhin Störfaktoren zu erwarten angesichts guter Bewertungen und der Entwicklung bei den Unternehmensgewinnen sei man relativ optimistisch, sagte Sparinvest-Chef Heinz Bednar heute, Montag, bei einer Pressekonferenz. Ein wichtiges Thema für die Kapitalanlagegesellschaft der Erste Group sei auch nachhaltiges Investment.

Die Erste Sparinvest habe vor mehr als zehn Jahren mit dem Aufbau nachhaltiger Investments begonnen. Derzeit liege das Volumen bereits bei 1,5 Mrd. Euro, das seien rund 6 Prozent des Gesamtvolumens. Bis 2007 sei Nachhaltigkeit fast ausschließlich für Privatkunden, mittlerweile aber auch für institutionelle Anleger wie Pensions- und Vorsorgekassen, ein Thema.

Der Trend gehe in Richtung erneuerbare Energien. An den Börsen sei der Hype des Jahres 2007 etwa um deutsche Solar- und Windkraftunternehmen mittlerweile abgearbeitet, so Wolfgang Pinner, Leiter nachhaltige Investments und Fondsmanager bei der Sparinvest. Die Unternehmen verdienten Geld, "2011 ist nicht 2007". Bei den Energiepreisen sei der Anstieg wohl nicht nur kurzfristig - tendenziell sei der Weg nach oben sehr wahrscheinlich. Damit steige die Konkurrenzfähigkeit von erneuerbaren. Neue Energiequellen seien angesichts von Diskussionen wie beispielsweise "peak oil", riskante Technologien (Stichwort: Atomkraft, Tiefseebohrungen) oder instabile Förderländer gesucht.

Nachhaltiges Investment

Nachhaltiges Investment gehe in Klimaschutz, Erneuerbare Energie, Transport, Energieeffizienz oder auch Wasser/Abwasser. Bei der Solarindustrie beispielsweise müsse man genau überlegen in welches Segment investiert werde - die Wertschöpfungskette reicht vom Maschinenhersteller bis zur Installation. Bei der Windenergie gebe es zwei Bereiche - Turbinenhersteller und Windparkentwickler und -betreiber wie etwa die erneuerbare-Energien-Töchter von EdF und Iberdrola. In Österreich zeichne sich nach dem geplatzten Isovoltaic-Börsegang kurzfristig wohl nicht neues in Richtung nachhaltiges Investment ab. Bei den bestehenden Papieren nennt Pinner etwa BWT und - wenn man Wasserkraft dazuzähle - den Verbund. An Isovoltaic hätten Nachhaltigkeitsfonds aus Österreich oder der Schweiz im übrigen durchaus Interesse gezeigt.

Die Performance an den Aktienmärkten habe sich heuer im wesentlichen um die Null-Linie bewegt, so Bednar. Vor dem Hintergrund der Krisen in Nahost, Japan und der Diskussionen um die Euro-Zonen-Staatsverschuldung hätten sich die Börsen aber gar nicht so schlecht entwickelt. Deutlicher Outperformer seien die Märkte in Mittel- und Osteuropa gewesen, die Sparinvest geht von einer Fortsetzung dieser Entwicklung aus.

Die langfristige Aufwärtsbewegung an den Aktienmärkten sei intakt, so Erste-Sparinvest-Investmentstratege Paul Severin. Man gehe davon aus, dass die Gesamtwirtschaft und auch die Aktienmärkte das Vorkrisenniveau wieder erreichten. Aber: "Es bläst ein ordentlicher Wind." Kurzfristig seien erhöhte Volatilitäten möglich. Risikofaktoren für die Aktienmärkte seien unter anderem eine andauernde Krise in Japan, die Staatsverschuldung oder geopolitische Risiken (Naher Osten, Nordafrika). Die jetzigen Zinsanstiege in den entwickelten Märkten bedeuteten eine Rückkehr zur Normalität, ebenso die Inflation. Positiv bewertet werden unter anderem der Aufwärtstrend bei den Unternehmensgewinnen, die wieder auf den Langfrist-Pfad zurückkehrten, sowie die Bewertungen.(APA)

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