Für S&P US-Topbonität in Gefahr

18. April 2011, 15:58
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Die US-Kreditwürdigkeit wird zwar weiter mit "AAA" bewertet, der Ausblick ist jedoch negativ

Wien - Kurz vor Börsenstart in den USA hat die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) den Bonitätsausblick für die USA gesenkt.  S&P hat den Ausblick für die Bonitätsnote der USA von stabil auf negativ gesetzt, womit eine Rücknahme der Bestnote "AAA" droht.  Damit würden sich die Kreditkosten der USA erhöhen, weil Gläubiger bei schlechteren Noten einen Risikoaufschlag verlangen.

Die US-Regierung hat die von der Ratingagentur S&P angedrohte Herabstufung der Kreditwürdigkeit scharf kritisiert. "Der negative Ausblick unterschätzt die Fähigkeit der Führer Amerikas, gemeinsam die schwierigen finanzpolitischen Herausforderungen anzugehen, vor denen die Nation steht", sagte Finanzstaatssekretärin Mary Miller am Montag in einer Stellungnahme. Die beiden großen politischen Lager stimmten darin überein, das Staatsdefizit zu senken.

Börsen leiden mit

Im Zuge dessen fielen die ohnehin schon schwachen europäischen Leitbörsen (siehe dazu: Marktberichte) weiter ab.

So drehte der DAX im Zuge dieser Nachricht bis 15.15 Uhr auf minus 2,2 Prozent ab, der Euro-Stoxx-50 rutschte um 2,5 Prozent ins Minus. Der ATX in Wien lag 2,2 Prozent tiefer. Am Vormittag hatte bereits eine Zeitungsmeldung, wonach Griechenland bei der EU und dem IWF um eine Umschuldung angesucht hätte, die Märkte tief ins Minus gedrückt. Auch die US-Futures brachen am Nachmittag deutlich ein. Der Future auf den Dow Jones Industrial Index verlor über ein Prozent.

Im Gegenzug konnte der Goldpreis von der Neuigkeit profitieren und auf ein neues Rekordhoch von bis zu 1.497 US-Dollar nach oben schießen. Der Silberpreis kletterte im Windschatten des als sichere Anlage geltenden Edelmetalls ebenfalls auf ein neues Rekordniveau. Auch der Euro konnte seine Verlaufsverluste etwas eingrenzen. (APA)

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