Das letzte Abendmahl fand an einem Mittwoch statt

18. April 2011, 15:24
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Colin Humphreys von der Universität Cambridge meint, die christliche Tradition irre sich um einen Tag

London - Dem religiösen Ritus entsprechend begehen Christen das Gedenken an das letzte Abendmahl, das Jesus Christus mit seinen Jüngern gefeiert haben soll (so es in dieser Form tatsächlich stattgefunden hat), am Gründonnerstag. Der britische Wissenschafter Colin Humphreys von der Universität Cambridge behauptet nun in einer am Montag veröffentlichten Studie, dass die Tradition sich hier um einen Tag irrt. Humphreys stützt sich auf eine Kombination aus astronomischen Daten, Bibelforschung und historischen Untersuchungen und meint, das Abendmahl habe in Wirklichkeit einen Tag früher stattgefunden.

Unterschiedliche Datierungen des letzten Abendmahls in der Bibel hatten Experten schon seit langer Zeit beschäftigt: Während die Evangelisten Matthäus, Markus und Lukas alle schrieben, es habe zeitgleich mit dem Beginn des jüdischen Pessach-Fests stattgefunden, heißt es bei Johannes, die Jünger hätten sich schon vor Pessach zum letzten Abendmahl versammelt. Humphreys kommt nun zu dem Schluss, Jesus habe ebenso wie Matthäus, Markus und Lukas einen anderen Kalender benutzt als Johannes.

Gefangennahme, Verhör und Verurteilung nicht in einer Nacht

Seiner Theorie zufolge richtete sich Jesus nach einem alten jüdischen Kalender und nicht nach dem offiziellen Mondkalender, der zum Zeitpunkt seines Todes weit verbreitet war. Demnach hätte das letzte Abendmahl an einem Mittwoch stattgefunden. Die Gefangennahme von Jesus, sein Verhör und seine Verurteilung hätten dann nicht alle im Verlauf einer Nacht stattgefunden, sondern sich über einen längeren Zeitraum erstreckt. (red/APA)

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    Leonardo da Vincis Meisterwerk ist die wohl berühmteste Darstellung des letzten Abendmahls. Ein britischer Wissenschafter behauptet nun, dass es an einem Mittwoch stattgefunden hat.

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