Italien kämpft gegen den Etikettenschwindel

18. April 2011, 13:49
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Italien ist wild entschlossen: Ein neues Gesetz soll Lebensmittel mit lückenlosen "Geburtsurkunden" versehen

Im Kampf gegen den Etikettenschwindel bei Lebensmittelverpackungen hat Italien nun einen ersten Schritt gewagt. Wie Deutschlandfunk berichtet, hat die Regierung in Rom ein Gesetz verabschiedet, demnach alle Lebensmittel mit einem lückenlosen Herkunftsnachweis versehen werden sollen. Damit soll zum Beispiel vermieden werden, dass chinesische Produkte mit dem Label "Made in Italy" ausgegeben und an den Konsumenten gebracht werden können.

Italiens Landwirtschaftsminister Giancarlo Galan freut sich über die neue Regelung, die Italiener hätten nun ein Recht mehr: "Das Recht zu wissen, woher ein Lebensmittel kommt, wer es produziert und abgepackt hat." Die neu beschlossenen Etiketten müssen nämlich lückenlos erklären, wer was wo herstellt hat und was das Produkt exakt enthält.

Bis jetzt galt ein Herkunftsnachweis nur für Geflügel und anderes Fleisch, Milch und Olivenöl, sowie einige andere Produkte, berichtet Deutschlandfunk weiter. Nun müssen auch Nudeln, Wurtswaren, Säfte, Tomatenmark oder Käse eine perfekte "Geburtsurkunde" aufweisen können.

In Italien gibt es Zustimmung von allen Seiten, nur die EU könnte dem italienischen Alleingang noch einen Strich durch die Rechnung machen. Die EU-Kommission habe drei Monate Zeit, um die Gültigkeit des Gesetzte zu überprüfen. Italien zeigt sich auf jeden Fall kampfbereit - man werde die neue Bestimmung auf keinen Fall zurücknehmen. (red, derStandard.at, 18.4.2011)

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    Italien will lückelose Etiketten für Lebensmittel - beim Schwein am Bild wissen wir, es lebte einmal in Deutschland.

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