VÖP sieht zu viel Premium-Sport im geplanten Spartenkanal

18. April 2011, 19:15
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ORF weist "Pauschalvorwürfe" zurück und dementiert Forderung nach "Zuschüssen" von Verbänden

In einem Offenen Brief an die Mitglieder des ORF-Stiftungsrats äußert sich der VÖP (Verband Österreichischer Privatsender) besorgt über Premium-Inhalte im Spartenkanal ORF Sport Plus. Die Ausstrahlung von Formel 1 oder Tennis will der Verband nicht hinnehmen und kündigt "notfalls" sogar rechtliche Schritte an. Geht es nach dem VÖP, so sollen die Spartenkanäle des ORF "keine massenorientierten Vollprogramme" sein, "die den Wettbewerb belasten".

Der VÖP beruft sich auf das ORF-Gesetz, demnach habe der Sport-Spartenkanal über jene Sportbewerbe zu berichten, "denen üblicherweise in der österreichischen Medienberichterstattung kein breiter Raum zukommt", "die in Österreich ausgeübt oder veranstaltet werden oder an denen österreichische Sportler oder Mannschaften teilnehmen". 

Wiederholungen von Formel 1-Rennen, wie vom ORF angekündigt, oder die Tennis-Übertragung des ATP-1000-Turniers würden in Widerspruch zur Gesetzeslage stehen. Weiters fürchtet der VÖP Wettbewerbsnachteile, nachdem der ORF kürzlich neben dem Budget von fünf Millionen Euro auch sechs Millionen Jahreszuschuss von Verbänden forderte.

Der ORF hat die "Pauschalvorwürfe" der heimischen Privat-TV-Sender "mit Nachdruck" zurückgewiesen. Man habe auf Grundlage des neuen ORF-Gesetzes ein Angebotskonzept erstellt, das nun von der Aufsichtsbehörde begutachtet wird. Auf Basis der Entscheidung der KommAustria werde der ORF das Projekt realisieren. "Kernaufgabe von ORF Sport plus wird es wie bisher sein, Plattform für den österreichischen Sport in seiner ganzen Breite und Vielfalt zu sein: sogenannte 'Randsportarten' stehen dabei im Mittelpunkt", hieß es in einer ORF-Stellungnahme. Wiederholungen auf "regelmäßiger Basis" seien nicht vorgesehen. Live-Ereignisse österreichischer Sportbewerbe, denen üblicherweise in der österreichischen Berichterstattung kein breiter Raum zukommt, würden Vorrang genießen, so der ORF.

Unzutreffend sei laut Küniglberg auch, dass man "Zuschüsse" von den Sportverbänden fordere. Von einer "weiteren Erosion des ORF-Programmauftrages" und einer "weiteren Kommerzialisierung von Angeboten des ORF" könne daher laut ORF keine Rede sein. (sb/APA)

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