Microsoft schweigt zu Windows Phone 7-Verkäufen

18. April 2011, 10:54
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Zurückhaltende Kommunikation zu Marktzahlen – Multitasking-Update kommt erst im Herbst

Seitdem Microsoft im Dezember bekannt gegeben hat, dass in den ersten sechs Wochen nach dem Verkaufsstart 1,5 Millionen Smartphones mit Windows Phone 7 ausgeliefert wurden, hat man keine weiteren Zahlen veröffentlicht. Marktforscher gehen davon aus, dass Microsofts Handy-Plattform bis 2015 Apples iPhone überholen wird, doch bislang kündigt sich dieser rasante Aufstieg noch nicht an.

Zurückhaltende Kommunikation

Bei den im Dezember bekannt gegebenen Zahlen handelte es sich nicht um verkaufte Geräte, sondern um an Händler und Mobilfunker ausgelieferte Smartphones. Wieviele Geräte tatsächlich bislang an Kunden verkauft wurden, behält Microsoft für sich. Generell beschränkt der Konzern seine öffentliche Kommunikation rund um Windows Phone 7 auf sporadische Präsentationen zu Events wie dem Mobile World Congress im Februar in Barcelona oder etwa der MIX11 vergangene Woche in Las Vegas. Im Vorfeld der MIX11 hatte man zumindest Einblicke in die Apps-Entwicklung gegeben. Auch Microsoft Österreich hält sich mit Marketing-Aktivitäten zur eigenen Smartphone-Plattform zurück.

Mit Nokia-Hilfe iOS überholen

Der Marktanteil von Windows Phone 7-Geräten liegt laut IDC und Gartner 2011 knapp über 5 Prozent. Bis 2015 erwarten beide Marktforscher einen Anstieg auf rund 20 Prozent. Bei dem Wachstum wird einkalkuliert, dass Nokia der Plattform mit ersten Geräten ab 2012 einen Push verschafft. Das Update mit Codenamen "Mango" soll Windows Phone 7 beim Funktionsumfang voranbringen.

"Update wie 2009"

Mango soll den Internet Explorer 9, Multitasking-Support und Zugriff für Entwickler auf Kamera und Bewegungssensoren bringen. Das Update soll jedoch erst im Herbst 2011 kommen. Das hat Microsoft nun auf der MIX11 bekannt gegeben. Für Gigaom-Blogger Kevin C. Tofel sind die Features zwar begrüßenswert, doch sei Windows Phone 7 damit mit Geräten von 2009 vergleichbar. Unter iOS wird Multitasking für Apps von Drittanbietern zwar auch erst seit 2010 unterstützt, das 2008 gestartete Android bot dieses Feature allerdings von der ersten Version an. Auf beiden Plattformen können Entwickler zudem schon seit langem Kamera und Sensoren für eigene Apps nutzen. Für Tofel ist es unverständlich, wieso Microsoft für das Update so lange benötigt, vor allem, da die Features bereits im Februar in einer Preview demonstriert wurden. Mit iOS 5 und Android "Ice Cream Sandwich" werden in den kommenden Monaten massive Plattform-Updates bei der Konkurrenz erwartet. Für Microsoft wird es daher mit jedem Monat zuwarten schwieriger. (red/derStandard.at, 18. April 2011)

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  • Keine Verkaufszahlen zu Windows Phone 7
    foto: epa

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