Mehrere Tote bei Terroranschlag auf Verteidigungsministerium

18. April 2011, 12:24
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Taliban bekannten sich zu der Tat - Ziel des Angriff sei französischer Verteidigungsminister Longuet gewesen

Kabul - Ein Selbstmordattentäter hat bei einem Angriff auf das afghanische Verteidigungsministerium in der Hauptstadt Kabul zwei Soldaten erschossen. Mindestens sieben weitere Armeeangehörige seien verletzt worden, als der Mann am Montag in dem Gebäude das Feuer eröffnete, sagte Ministeriumssprecher Sahir Asimi. Wenig später sei der Täter, der auch mit einer Sprengstoffweste bewaffnet gewesen sei, getötet worden. Die Lage sei unter Kontrolle. Den Angaben zufolge trug der Schütze eine Uniform der afghanischen Armee.

Zunächst hatte es geheißen, zwei bewaffnete Männer hätten versucht, in das Gebäude im Stadtzentrum einzudringen. Sie seien von Wachposten erschossen worden. Der afghanische Sender Tolo TV hatte zunächst unter Berufung auf Sicherheitskreise von mehreren Attentätern berichtet, von denen sich mindestens einer in die Luft gesprengt habe. Unter den Verletzten sei einer der Leibwächter von Verteidigungsminister Abdul Rahim Wardak.

Frankreichs Verteidigungsminister als Ziel?

Die radikal-islamischen Taliban bekannten sich zu der Tat. Ein Sprecher sagte, der Attentäter sei Offizier gewesen und habe im Auftrag der Aufständischen gehandelt. Ziel des Angriff sei der französische Verteidigungsminister Gerard Longuet gewesen. Dieser hatte nach offiziellen Angaben am Sonntag Gespräche mit seinem afghanischen Amtskollegen geführt. Ob beide am Montag im Ministerium waren, war unklar. Taliban-Angaben gelten zudem als unzuverlässig.

Frankreich hat diesen Behauptungen widersprochen. Es gebe "keinen Hinweis" darauf, dass der französische Verteidigungsminister getroffen werden sollte, erklärte sein Ministerium am Montag nach dem Attentat in der afghanischen Hauptstadt Kabul.

Longuet war am Sonntagmorgen zu einem Truppenbesuch nach Kabul gereist und wollte sich am Montag unter anderem mit dem afghanischen Präsidenten Hamid Karzai und seinem afghanischen Kollegen Abdul Rahim Wardak unterhalten. Am Montagmorgen, als sich der Anschlag ereignete, sei kein Gespräch im afghanischen Verteidigungsministerium geplant gewesen, erklärte das französische Ministerium. Longuet habe sich zu dieser Zeit auf dem Stützpunkt Bagram aufgehalten, der 45 Flugminuten von Kabul entfernt sei. (APA)

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