Rom und Paris streiten weiter um Flüchtlinge

17. April 2011, 23:09

Italien gibt Tunesiern Papiere zur Weiterreise - Frankreich reagiert mit verschärften Kontrollen und Unterbrechung der Bahnverbindung

Rom/Paris - Rom macht seine Drohung war: Die italienischen Behörden begannen am Samstag damit, den ersten von Tausenden tunesischen Migranten vorläufige Aufenthaltsgenehmigungen zur Weiterreise nach Frankreich auszustellen. Mindestens 20 Migranten passierten am Samstag in Ventimiglia die Grenze zu Südfrankreich. Am Sonntagmorgen folgten weitere, wie italienische Medien berichteten. Hunderte warteten noch in der Stadt auf die Papiere und den ersehnten Übergang.

Frankreich reagiert mit verschärften Kontrollen und ordnete am Sonntag sogar eine Unterbrechung der Bahnverbindung zwischen Ventimiglia und der französischen Küstengemeinde Menton an. Erst zum Abend wurde die Strecke wieder freigegeben. Mit den Tunesiern hätten auch Menschenrechtler im Rahmen einer nicht angemeldeten Demonstration einreisen wollen, hieß es von den Behörden. Es habe eine Gefährdung der öffentlichen Ordnung bestanden.

Politikum

Nach dem Schengen-Abkommen zum offenen Grenzübergang können die umstrittenen Ausweise tatsächlich zum Übertritt berechtigen. Doch der Großteil der EU hatte sich unter der Leitung von Deutschland und Frankreich auf einem Sondergipfel in Luxemburg bereits vor einer Woche heftig gegen das italienische Vorgehen ausgesprochen. Besonders zwischen Rom und Paris ist die Frage zum Politikum geworden.

Die Kontrollen wurden in Frankreich bereits in den vergangenen Wochen und Monaten verstärkt. Nach Angaben von Innenminister Claude Guéant wurden allein zwischen dem 23. Februar und dem 28. März insgesamt 2800 Illegale aus Tunesien bei Personenkontrollen erwischt. 1700 von ihnen wurden bereits zurückgeführt, die meisten nach Italien.

Selbst mit den Papieren aus Italien dürften die meisten Tunesier keine Chance auf eine legale Einreise haben. Sie müssen unter anderem nachweisen, dass sie ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten können. 31 Euro pro Tag und Person sind notwendig, wer keine Bleibe hat muss sogar 62 Euro pro Tag und Person nachweisen.

Seit dem Sturz des tunesischen Präsidenten Zine el Abidine Ben Ali im Jänner kamen mehr als 23 000 Tunesier illegal nach Italien. Rom darf nach einem vor knapp zwei Wochen geschlossenen Sonderabkommen mit Tunis Migranten von dort zwar ab sofort wieder abschieben. Die zuvor angekommenen müssen jedoch versorgt werden. Da die meisten Migranten ohnehin weiter nach Frankreich wollten, hatte die italienische Regierung von Silvio Berlusconi die Ausstellung von Sonderpapieren zur Weiterreise angeordnet.

Allein am Samstag hatten die Behörden in Ventimiglia an der Grenze zu Frankreich rund 400 Anträge wartender Tunesier bearbeitet. 120 von ihnen wurden laut Medienberichten mit Dokumenten ausgestattet. Viele der wartenden Tunesier verbrachten auch die Nacht zum Sonntag erneut im Aufnahmezentrum des kleinen Grenzorts, andere auf dem Bahnhof. Es wird damit gerechnet, dass Italien ab sofort täglich rund 100 Dokumente ausstellt. (APA)

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Def. Izit
00
18.4.2011, 12:34
Wenns um Flüchtlinge streiten würden wars eh gut -

sie streiten aber ÜBER Flüchtlinge.

AMS statt APA

Kritiker1A
00
18.4.2011, 12:32
Na wo ist die die angeblich auch so humanitäre Art der Franzosen geblieben ? Gilt die Nur wenn der Franzos auch Bomben schmeissen darf ?

Pefo
00
19.4.2011, 07:21

Hat Frankreich auch eine Fekter?

EUphoriker
00
18.4.2011, 12:13
Der Sarkosconi ist so überflüssig

fridakeynes
92
18.4.2011, 11:31
tja, das versteht man, ein paar hundert flüchtlinge

bedrohen natürlich das fortkommen und den wohlstand der 500 millionen europäer tatsächlich ganz enorm!!!!

Veles
02
18.4.2011, 14:01
Und selbst wenn mich das nur 20€ mtl. kosten würde..

würde ich es nicht zahlen wollen - weil es mich nichts angeht.........

Pefo
00
19.4.2011, 07:25

Wollen Sie, Veles,

damit sagen, es wäre richtig, Sie nach einem Unfall in Ihrem Blute liegen zu lassen, nur weil "es mich nichts angeht"?

Poldi Fesch
02
18.4.2011, 11:43
alle 500 mio nicht,

wohl aber die, die in tourismuszentren wie Còte d'azur o- riviera leben u. arbeiten

Poldi Fesch
00
22.4.2011, 13:29
zunaechst, weil sie

herumlungern, Leute belaestigen u. nach alkoholkonsum extrem agressiv werden. Vor allem aber, weil die Touristen erst garnicht kommen. Also doppelter Schaden, sie kosten u. schrecken Geld ab

fridakeynes
00
22.4.2011, 13:22
ach ja? inwiefern sind die flüchtlinge dort eine bedrohung?

Pefo
00
19.4.2011, 07:27

Als ich letzten Sommer in Nice war, fescher Poldi,

gab es dort einen Personalmangel im Gastgewerbe.

Poldi Fesch
00
19.4.2011, 10:37
schon Nizza

ist ein eigenes Pflaster, was aber der Arbeitskraeftemangel mit massiven Umsatzeinbruechen zu tun haben soll, erschlieszt sich mir nicht

Pefo
00
19.4.2011, 12:12

Ihnen wird sich, fescher Poldi,

wohl einiges nicht erschließen.

Poldi Fesch
00
22.4.2011, 13:42
mehr als ihnen

allemal

Pefo
00
22.4.2011, 17:39

Erkannt, fescher Poldi,

daß sich Ihnen mehr nicht erschließen wird, als mir.

Sie sind wohl einer der stolzen Lese-Teilnehmer für Österreich.

Ernst Kratochwil
01
18.4.2011, 11:41
ein paar hundert?

Verwirrt?

Ernst Kratochwil
00
25.4.2011, 18:42
Heisst das Sie verwechseln Frankreich mit der EU oder

können nicht einmal lesen was Sie selbst geschrieben haben, oder glauben "diese zwanzig" sind alle die nach Europa gekommen sind?

Damit ist meine Frage von vorher ausreichend beantwortet- Passt schon danke!

fridakeynes
00
22.4.2011, 13:21
genau gesagt handelt es sich um 20! falls sie des lesens mächtig sind...

Observateur
010
18.4.2011, 11:04
liebe Standard Redaktion: ein Deutsch- oder Grammatikkurs wäre...

...angebracht. Italien und Frankreich streiten sich nicht UM Flüchtlinge, denn das würde ja heißen, jeder will mehr von ihnen als der andere bereit ist, zu geben, sondern WEGEN der Flüchtlinge.
Tja, da braucht einen die Pisa Studie nicht mehr zu wundern.

Lupus67
04
18.4.2011, 10:34
BravO

Also Italien führt der EU gerade deren eigene unfähigkeit vor augen. steht ihnen ja als nettozahler auch zu. wenn die anderen länder genauso mutig wären, dann wäre "die eu" vielleicht schon weiter auf dem weg zum vereinten europa. die damen und herren in brüssel sind nicht zum kaffee trinken, tantiemen kassieren und nebenbei von lobbyisten bestechen lassen da, sondern um eine gemeinsame, für ganz europa tragbare politik zu machen. wenn sie das bei diesen überhöhtne gehältern nicht schaffen, muss halt jedes land wieder selber schauen wie es zurecht kommt. siehe ungarn. bravo

van.der.stiege
02
18.4.2011, 10:33
also wir reden hier von rund 20.000 die....

... irgendwo in europa untewegs sein sollen.... und dann kommen immer so meldungen wie 10 auf den weg nach nizza und 15 irgendwo in norditalien.

wenn da tatsächlich ein paar hundert oder gar tausende richtung D oder FR wollen.... wo sind sie? worauf warten sie? offensichtlich scheinen sie öffentliche verkersmittel zu meiden oder es sind doch nicht soviele wie angekuendigt am weiterreisen interessiert.

oder unsere linken qualitätszeitung versuchen hier absichtlich die massnahmen ö, d und fr (grenzkontrollen, kontrolle in zuegen, etc) als vollkommen ueberzogen darzustellen :-))

The Chaos Path
02
18.4.2011, 10:19
Deutschland und Frankreich auf einem Sondergipfel in Luxemburg bereits vor einer Woche heftig gegen das italienische Vorgehen ausgesprochen

deutschland und frankreicht sollten vielleicht mal mit einem lösungsvorschlag betrffend der flüchtlingspolitk in europa aufwarten - anstatt die verantwortung an die geographisch "aussen" liegenden staaten abzuschieben. was die italiener machen, ist nicht schön, aber verständlich und die eu hat ein solches verhalten schlussendlich provoziert.

Brel
10
18.4.2011, 10:54
Die Lösung ist ganz einfach

Sich an bestehende Regelungen halten. Bei Vorliegen eines Asylgrundes ist das die Gewährung von Asyl. Bei Nichtvorliegen Zurücksenden. Es exisitiert auch nachwievor die Möglchkeit ganz einfach mittels Visums in die EU einzureisen.

Um der Wahrheit die Ehre zu geben ...
00
18.4.2011, 16:25

Also zurücksenden: das wäre dann so, die Marina militare dringt in tunesische Hoheitsgewässer ein, ankert irgendwo und schifft tausende Flüchtlinge aus. Oder wie haben Sie sich das vorgestellt, gegen den Willen des Herkunftslandes und ohne Verträge. ...

Mann oh Mann.

Brel
00
18.4.2011, 19:19

Es gibt Verträge.
Was ist Ihre Lösung? Alle hereinlassen, wofür haben wir dann Immigrationsregeln? Wenn Sie diese Gesetze abschaffen wollen, dann sagen Sie das offen und ehrlich, aber bitte keine besondere Menschlichkeit vorheucheln!

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