Videocast von Robert Misik - Folge 177

Ist das Internet gut oder schlecht für die Demokratie?

17. April 2011, 20:59

Der fruchlose Streit zwischen Technik-Optimisten und Apokalyptikern. Plus: Fekter als Finanzministerin.

FS Misik diese Woche mit folgenden Themen: 

Die Krise der Volkspartei. Die ÖVP hat eine Handvoll Ämter neu zu besetzen und es fallen stets nur drei Namen: Spindelegger, Mitterlehner, Fekter. Mehr gibt's dort offenbar nicht mehr. Selten wurde der personale Jammer der österreichischen Politik so vor Augen geführt. 

Das Internet - gut oder schlecht? Zwei Schulen bestimmen die Debatte über das Internet. Die eine feiert das Netz als mächtige Kraft der Demokratisierung, das Autokraten hinwegfegt und auch in unseren Breiten den normalen Bürgern erlaubt, ihr Wort zu ergreifen, das die Herrschaft von Medienkamarillas untergräbt usw. Die andere behauptet das genaue Gegenteil: Wenn Aufstände wo ausbrechen, dann doch nicht wegen Facebook und Twitter, und ohnehin vereinzelt das Netz die Leute eher als dass es sie zu Engagement ermutigt. Es infantilisiert die Bürger. Und die Bürger hinterlassen überall ihre Daten und Spuren, sodass sie stets überwacht werden können. In Despotien erleichtert das den Gestapos unserer Tage die Arbeit gehörig. Aber beide Positionen haben, in ihrer klinischen Reinheit, etwas Weltfremdes. In der wirklichen Welt ist weder alles Weiß-Weiß noch Schwarz-Schwarz, sondern eher Weiß-Schwarz mit vielen Grautönen. Und in der wirklichen Welt muss man sich deshalb immer wieder einfach zurücklehnen und fragen: Überwiegt nun das Gute oder das Schlechte? Und wenn man so fragt, kann es da denn eigentlich irgendeinen Zweifel geben? Natürlich ist das Internet grosso modo gut für die Demokratie. Aber natürlich ist es keine Wunderspindel, die automatisch Mist zu Gold spinnt.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 63
1 2
qummunismus.at
00
24.4.2011, 17:04
gut oder schlecht fuer die demokratie? warum nicht jemand fragen der seit 15+ jahren zu dem thema forscht:

http://www.youtube.com/watch?v=0Y_4_jc-YPA

Manuel Castells - WikiLeaks to Wiki-Revolutions: Internet and the Culture of Freedom

q.

das Tierchen vom Mezzanin
00
19.4.2011, 12:45

"es kommt drauf an" würde Walter Lürzer sagen.

Prolet
10
19.4.2011, 11:26
Jetzt sieht man, er kann sich einen Friseur leisten;-)

lumpihumpi
00
22.4.2011, 19:06
habe ich mir auch gedacht,

der standard nährt seinen mann, dass man ihn auch anschauen kann ;) auch sein essigsaures gesicht hat er verloren, der mann muss sich nun auch einen pr-berater leisten können ;)

OberWaldMeister
 
32
19.4.2011, 01:19

Bravo, eine Erörterung vollkommen ohne Argumente und sich genau darüber beschweren!

OberWaldMeister
 
20
19.4.2011, 01:17

Die bösten Staaten und Firmen, die dem Internet die Anarchie austreiben und standardisieren? xD

wwwx
01
19.4.2011, 23:44

Es geht nicht um Standardisierung. Aktuell ist der Verlust der "net neutrality" (bitte über google/wikipedia nachschlagen).

markimark
01
18.4.2011, 23:45
was wollte er uns eigentlich sagen?

dass radikalismus schlecht ist?

ARO5
14
18.4.2011, 21:32

Man kann zu Misik stehen wie man will. Er beleuchtet Themen immer von verschiedenen Gesichtspunkten, an die man mitunter nicht immer denkt und die oft einer näheren Betrachtung wert sind.

Aber die Standard Poster als Mob 2.0 zu bezeichnen ist sehr billig. Im Vergleich zur Krone haben wir uns schon ein 3.11 verdient.
Na, ist schon OK.

milk for breakfast
01
19.4.2011, 10:47

besser als die krone, ja. aber was man hier teils noch für geistigen kurzsinn lesen kann..
der mist bekommt dann aber oft sogar reichlich grün

awacon
01
18.4.2011, 20:30
Evgheni Morozov

ist kein demokratischer Aktivist aus Moldawien sondern aus Weißrussland. Warum das mit der demokratischen Revolution in Moldawien nicht funktioniert hat, verstehe ich auch nicht. Im April 2009 führten Straßenproteste und der Sturm des Parlaments zu einer Neuwahlen, bei denen die demokratische Allianz die Mehrheit errungen hat und seit dem an der Regierung ist.

Gleirsch
01
18.4.2011, 20:21
"mob da unten"

sehe ich anders: mir taugen die postings im standard! von manchen habe ich schon sehr viel lernen können.

goldameir
21
18.4.2011, 19:31

während der diskurs schon längst von der postdemokratie beherrscht wird, fragt sich misik ob internet gut oder schlecht für demokratie ist. was für ein intellektuelles niveau. das geht wohl nur noch in österreich.

Franz Klug
01
20.4.2011, 08:54

Zur Zeit erleben wir massiv die Wiedekehr des politischen Neu beginnen. Der Widerstreit der Multitude gegen das Empire, der Kampf zwischen Hegemonie und radikale Demokratie, ist gut zu beobachten beim derzeitigen arabischen Geschichtszeichen für Demokratie. Der in Frankreich postulierte kommende Aufstand fand nun in Ägypten und Tunesien statt und hat die vermeintlich versiegelte Zeit der isalmischen Welt aufgebrochen. Treibmittel und Beschleuniger für diese politischen Veränderungen waren die neuen Medientechnologien, daher ist Misiks praktischer Beitrag zur pol. Veränderung auch theoretisch in der weltweit herrschenden politischen Differenz gut verortet. Trotz Crouch bleibt Fakt: Die Demokratie steht nicht auf verlorenem Posten:))

rank7
10
18.4.2011, 18:38
"kontrolliert, manipuliert, beschnitten, zensuriert"

so, und jetzt, nachdem Du das ja als gegeben ansiehst, sag doch bitte, wieso das Internet dann noch ein Freiraum, in dem sich subversiv zu formulieren möglich ist, sein soll

dieses Potenzial hat das Internet doch schon längst nicht mehr, nicht einmal ästhetisch, und nur wirkliche IT-SpezialistInnen schaffen es heute noch, im Netz nicht nachvollziehbar zu bleiben.

apropos: https://www.vibe.at/aktuelles... tenbericht

E. Pagliacci
01
18.4.2011, 21:09

Sprach 's und bewies damit das Gegenteil.

rank7
00
18.4.2011, 21:33

das ist natürlich eine nette Antwort, aber stimmt nicht so ganz; an meinen Zeilen ist ja nichts subversiv.

E. Pagliacci
00
18.4.2011, 22:19

Ich sprach lediglich vom Gegenteil, das Sie bewiesen hätten, nicht von der Kontradiktion, der Schwarz-Weiß-Malerei, deren Blüte im Internet Misik beklagt: Denn wer nicht kontrolliert, nicht manipuliert, nicht beschnitten und nicht zensiert wird, ist zunächst noch gar nicht zwangsweise subversiv, sondern lediglich frei. Und auf mehr kommt es nicht an. Die Subversivität war Ihre persönliche radikale Zuspitzung, ein Add-On ohne Not und Zwang, da außerhalb der Logik.

collateral
00
18.4.2011, 17:22
demokratie ist ein beliebtes missbrauchsopfer

irgendwann wird sie tot aufgefunden.

andreas lamers
 
21
18.4.2011, 15:57
intressanter ansatz

vor allem weil das internet so gar nichts mit der demokratie zu tun hat. es ist eine komunikationsfrom. als die natur den lebewesen die sprache und sozilaes wese gegeben hat war das nun ein schrit zu der demokratie oder weg? klar hat hitler die sprache benutzt um menschen zu vernichten, aber andere haben ihre stimmen erhoben. es wird immer welche geben die andere versuchen zu unterdruecken, eine mehrheit die nicht auffallen will und sich versteckt und einige die wiederstand leisten. die die stimmen erheben auch wenn es risiko sein koennte. aber so wie ich in einem chor von 1000 anonym bin kann ich es nur im internet sein wenn andere auch ihre stimmen erheben. und das liegt nun mal am menschen, ohne notwendigkeit tut er es nicht.

Moa Moa Moa
52
18.4.2011, 14:51
Am meisten schadet der Demokratie...

...das Orwell'sche Doppeldenk, zu dessen Hauptvertreter Misik gehört.

E. Pagliacci
02
18.4.2011, 21:08

Würden Sie uns wenigstens ein Beispiel für das Misiksche Zwiedenken nennen?

Miss Verständnis
07
18.4.2011, 14:05
Fingerzeig

Sehr hübsch!
Sagt in den Foren hier und deutet nach unten.
;-)

susi strolcher
00
18.4.2011, 12:51
das internet

ist genauso gut oder schlecht für die demokratie wie die bassena und der dorfwirt.

go no go
153
18.4.2011, 11:23
Robert Misik...

Es ist immer etwas skurril, wie der eigentlich stamm rote Parteisoldat Misik, den unsäglichen J. Pröll (=Blockierer) in den Himmel lobt. Die Facebook-Twitter-Thematik ist aber reiner Platzfüller. (es wäre schön, wenn diesen Blog einmal wer anderer, jüngerer übernehmen könnte. der Typ ist out)

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