Ist das Internet gut oder schlecht für die Demokratie?

    17. April 2011, 20:59
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    Der fruchlose Streit zwischen Technik-Optimisten und Apokalyptikern. Plus: Fekter als Finanzministerin.

    FS Misik diese Woche mit folgenden Themen: 

    Die Krise der Volkspartei. Die ÖVP hat eine Handvoll Ämter neu zu besetzen und es fallen stets nur drei Namen: Spindelegger, Mitterlehner, Fekter. Mehr gibt's dort offenbar nicht mehr. Selten wurde der personale Jammer der österreichischen Politik so vor Augen geführt. 

    Das Internet - gut oder schlecht? Zwei Schulen bestimmen die Debatte über das Internet. Die eine feiert das Netz als mächtige Kraft der Demokratisierung, das Autokraten hinwegfegt und auch in unseren Breiten den normalen Bürgern erlaubt, ihr Wort zu ergreifen, das die Herrschaft von Medienkamarillas untergräbt usw. Die andere behauptet das genaue Gegenteil: Wenn Aufstände wo ausbrechen, dann doch nicht wegen Facebook und Twitter, und ohnehin vereinzelt das Netz die Leute eher als dass es sie zu Engagement ermutigt. Es infantilisiert die Bürger. Und die Bürger hinterlassen überall ihre Daten und Spuren, sodass sie stets überwacht werden können. In Despotien erleichtert das den Gestapos unserer Tage die Arbeit gehörig. Aber beide Positionen haben, in ihrer klinischen Reinheit, etwas Weltfremdes. In der wirklichen Welt ist weder alles Weiß-Weiß noch Schwarz-Schwarz, sondern eher Weiß-Schwarz mit vielen Grautönen. Und in der wirklichen Welt muss man sich deshalb immer wieder einfach zurücklehnen und fragen: Überwiegt nun das Gute oder das Schlechte? Und wenn man so fragt, kann es da denn eigentlich irgendeinen Zweifel geben? Natürlich ist das Internet grosso modo gut für die Demokratie. Aber natürlich ist es keine Wunderspindel, die automatisch Mist zu Gold spinnt.

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