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Der Rundfunk hat einen neuen Intendanten, es war ein spannendes Match Rot gegen Schwarz im Aufsichtsgremium, und mit nur einer Stimme mehr wurde es der rote Kandidat. So jedenfalls sieht's beim kleinen Saarländischen Rundfunk seit Freitag aus, und Ähnlichkeiten mit dem ORF sind rein zufällig.
Die Sender unterscheiden sich schon beim Wahlmodus: Im Saarland brauchen Kandidaten eine Zweidrittelmehrheit, beim ORF war das nur bis 2001 nötig. Nun reicht hier die einfache Mehrheit unter den 35 Stiftungsräten des ORF. Die einfache Mehrheit genügte auch Thomas Kleist, bisher Vorsitzender des Verwaltungsrats beim Saarländischen Rundfunk. Schon wieder ein Unterschied, hier will die Vorsitzende des Stiftungsrats ja jedenfalls nicht als Generaldirektorin gleich den ganzen Rundfunk führen.
Wie konnte Kleist die einfache Mehrheit reichen? Sechsmal müssen die Rundfunkräte abstimmen, sich offenbar zwischendurch auch (zum Nachdenken oder Nachverhandeln?) vertagen, beim siebenten Mal reicht die einfache Mehrheit.
Das gab's so ähnlich beim ORF, nur wurde hier der irgendwann doch einfach gewählte Kandidat erst für ein halbes Jahr interimistisch Generaldirektor, in der Zeit reichte dann auch die einfache Mehrheit zur definitiven Bestellung.
Schade eigentlich, dass man sich von diesem interessanten Spiel verabschiedet hat. So müssen wir interessante Wendungen wie im Saarland wohl missen: Im vierrten Wahlversuch, der noch Zweidrittelmehrheit erforderte, lag der bürgerliche Kandidat Christoph Hauser, bisher Arte-Programmdirektor, mit 18:17 vorne, entnehmen wir deutschen Medien. Erst beim fünften Wahlgang stand es 18:17 für Kleist - und dabei blieb es dann auch bei sechs und sieben.
Aber wird die Generalswahl beim ORF ja doch noch auf anderem Wege spannend. (fid)
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