Weltwirtschaft aus dem Lot

Fetisch Wachstum

Johanna Ruzicka , 17. April 2011, 18:11

Wachstum nur auf Kosten von anderen ist auf Dauer nicht machbar

Die Sätze, die dieses Wochenende aus dem Mund von Dominique Strauss-Kahn kamen, waren ungewohnt für einen Chef des Internationalen Währungsfonds. "Nachhaltigkeit" wurde da von ihm gefordert und der "Abbau von Ungleichgewichten". Normalerweise argumentieren so Kapitalismuskritiker. Leute, die ein Wirtschaften für einen Irrweg halten, das nur auf kurzfristigen Ergebnissen beruht und auf Wachstum basiert.

Der Gesinnungswandel von Strauss-Kahn und seinem Weltbank-Pendant Robert Zoellick hat viele Gründe: die riesigen Schuldenberge, die die Industriestaaten im Kampf gegen die Finanzkrise aufgehäuft haben und die sie jetzt - mittels Ankurbelung ihrer Exportwirtschaft - abzubauen hoffen. Eine Konjunkturüberhitzung in Schwellenländern, da das vazierende internationale Kapital dort lukrative Investments wittert. Die Revolutionen in der arabischen Welt und die weiterhin extrem hohe Arbeitslosigkeit bei den Jugendlichen in diesen Ländern.

All dies war schon vor der Finanzkrise beobachtbar. Da aber seither keine wirklichen strukturellen Reformen durchgeführt wurden, sind diese Trends jetzt noch gefährlicher. Abwärtsrisiken nennen die Ökonomen so etwas. Sehr schnell könnten sie den Aufschwung wieder abwürgen. Den reichen Nationen in dieser Welt muss klar werden: Wachstum nur auf Kosten von anderen ist auf Dauer nicht machbar. (Johanna Ruzicka, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 18.4.2011)

Kommentar posten
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Solemnly Somnabulating Soliloquist
10
19.4.2011, 10:22
wachstum ist kein fetisch

sondern wird erzwungen durch das betrügerische einheben von zins und zinseszins auf luftgeld.

dadurch entsteht ein krankhafter innovationszwang (verschrottungsprämie, klimamärchen...).

wenn sie eine stadt bombardieren können sie sie wiederaufbauen und wachstum generieren.

Peter Pichler
 
00
12.5.2011, 20:19
Wachstums-Fetish ist doch eine passende Floskel...

... wieso betrügerisch ... Betrug bedingt aus meiner Sicht dass jemand angelogen wird... Wie das mit Geld funktioniert, kann man überall nachlesen...

Klima-Märchen... Die Vergasung so großer Mengen in der Erdkruste gebundenem Kohenstoff hat Auswirkungen auf die chemische Zusammensetzung der Atmosphäre. Zumindest die Überlegung, ob das nicht ungewollte Konsequenzen haben könnte, halte ich für hoch angebracht.

Die Qualität der Anlysen, Thesen und Modelle der ExpertInnen kann freilich hinterfragt werden... Noch mehr die Schlußfolgerungen der PolitikerInnen... Aber besser ein paar Mal zu oft gewarnt als einmal zu spät...

Die Verschrottungsprämie kann weder mit krankhaftem Inovationszwang noch mit Umweltschutz entschuldigt werden.

kapitän nemo
01
19.4.2011, 06:27
teil2:was politiker und investmentbanker dabei nicht bedenken oder auch einfach verschwiegen ist, dass dieses modell des ewigen wachstums natürlich nicht möglich ist. Es gibt nur zwei möglichkeiten für ungebremstes wachstum:

1; Es wird immer mehr produziert und konsumiert.
dann kommen wir irgendwann im jahr 2100 dort an, dass jeder der 20 millarden erdenbürger jedes monat sich ein neues auto kaufen muss.
der immer größere verbrauch an ressourcen für überflüssige produkte ist weder sinnvoll noch okölogisch tragbar.
2; wir setzen auf sogenanntes "qualitatives wachstum. also ein wachstum bei dienstleistungen die keine materiellen ressourcen verbrauchen.
aber auch hier gibt es grenzen in der konsumierfähigkeit eines menschen.
können wir 50 stunden pro tag im cyberspace verbringen? oder können wir alle coach und berater sein, und einander gegenseitig 15 stunden pro tag für 1000eur stundenhonorar beraten?

Martin Schwarzbauer
 
11
19.4.2011, 15:35
Wachstum funktioniert anders, als Sie sich das vorstellen

1. Dass eine Volkswirtschaft wächst heißt ja nicht, dass jede einzelne Branche oder gar jedes einzelne Unternehmen wächst. Es wird sicher nicht passieren, dass wir eines Tages keinen besseren Nutzen für unsere Ressourcen finden, als so viele Autos zu produzieren. Der Markt bestraft Überschüsse und unnötige Produkte - die kauft nämlich keiner.

2. Die meisten Dienstleistungen verbrauchen auch Materialien. Und auch hier wird sicher nicht mehr konsumiert werden, als die Menschen wünschen und können.

Sie gehen von der irrigen Vorstellung aus, dass Konsum das Wachstum treibt - in Wahrheit ist es die Produktion. Diese wächst durch Investitionen in Produktionsmittel. Für Investitionen muss erst gespart werden (teilweiser Konsumverzicht).

kapitän nemo
01
19.4.2011, 16:32

leider haben sie nicht zu ende gedacht, bzw geben sie argúmente von sich, die einen logischen zusammenhang haben

denn die produktion kann auf dauer nicht höher sein als der konsum, es sei denn sie wollen nur für die müllhalde produzieren.
und in solch eine produktion lohnt es sich auch nicht zu investieren.

Martin Schwarzbauer
 
11
20.4.2011, 09:01
Wenn die Produktion höher ist als der Konsum, sinken eben die Preise

Das erhöht die Nachfrage, sodass sich ein neues Gleichgewicht einstellt.
Durch die sinkenden Preise sinken natürlich auch die Margen, je nach Kosten und Stückzahl kann das die Gewinne schmälern. Profite unter Zinsniveau sind das Signal an Investoren, dass der Markt ein Produkt nicht in ausreichendem Maße begehrt, sodass die Produktionskapazitäten dafür nicht weiter ausgebaut werden.
Es sind die Kosten der Produktionsmittel einerseits und die Preise, die Konsumenten zu bezahlen bereit sind andererseits, welche die Produktion regeln. Die Kosten hängen davon ab, wie profitabel die Ressourcen anderweitig genutzt werden könnten.

Kurz: Profite sind da, wo die dringendsten Bedürfnisse zu erfüllen sind - wer am Markt vorbei produziert, verliert.

kapitän nemo
01
20.4.2011, 12:07
"Kurz: Profite sind da, wo die dringendsten Bedürfnisse zu erfüllen sind"

tatsache ist, dass profit nur dort erzielt wird wo auch viel kaufkraft vorhanden ist.

oft haben aber leider gerade jene menschen die dringendsten bedürfnisse, die nur sehr wenig kaufkraft haben.
mit schönheitsOPs lässt sich zb mehr profit machen als mit lebensnotwendigen impfungen in afrika.

tiere und natur haben garkeine kaufkraft, daher werden deren bedürfnisse in einer rein von profitinteressen getriebenen wirtschaft ignoriert, bzw werden diese sogar nochim sinne des profits versklavt und ausgebeutet
auch die ausbeutung von menschen ist teilweise hochprofitabel.
2:alleine durch die preisgestaltung kann man die nachfrage nicht erhöhen. irgendwann tritt bei jeder ware und dienstleistung eine sättigung ein,egal wie billig diese sein mag

Martin Schwarzbauer
 
11
20.4.2011, 12:41

ad Kaufkraft: man kann halt nicht über seinen Verhältnissen leben. Wenn die eigene Produktivität, der eigene Beitrag zum Gesamtwohlstand sehr gering ist, kann man auch nur in geringem Ausmaß daran teilhaben. Wohltätigkeit hilft denen, die sich nicht selbst erhalten können; alle anderen müssen ihren eigenen Wohlstand erwirtschaften.

ad Preise: wenn bei Preis 0 (kostenlos) noch was übrig bleiben sollte, dann ist volle Sättigung erreicht. Aber schon weit vorher verhindern die Produktions- und Logistikkosten weitere Preissenkungen, weil es eben Verschwendung wäre, die Ressourcen so einzusetzen.

kapitän nemo
00
19.4.2011, 06:13
teil1: theoretisch ist unser reales BIP ja heute 4x so hoch wie 1980. aber es sind bloß die kapitalvermögen und schulden in diesem ausmaß (und teilweise sogar) stärker gewachsen.

Real aber ist der durchschnittbürger bestimmt nicht 4x so wohlhabend wie vor 30 jahren.
und das subjektive gefühl von wohlstand und wohlergehen stagniert bestenfalls.
die menschen sind heute mehr als früher gezwungen mehr für weniger zu leisten, haben weniger sicherheit im job, und müssen ,wie es so schön heisst "den gürtel enger schnallen" weil wir ja angeblich bisher "über unsere verhältnisse gelebt" hätten.
das problem ist der zins und zinseszins. er sorgt dafür dass geld für die nichtreichen immer ein knappes gut bleibt, egal wieviel davon erwirtschaftet wird.
man setzt auf wirtschaftswachstum in der zukunft, um die kredite der gegenwart begleichen zu können.

Martin Schwarzbauer
 
01
19.4.2011, 15:20
Das Problem ist nicht der Zins

Das Problem ist eben, dass frühere Generationen über ihre Verhältnisse gelebt haben und dies noch immer tun.

Warum ist die Altersarbeitslosigkeit so hoch? Na, weil die älteren Arbeitnehmer zu teuer sind für das, was sie leisten (nicht alle, aber eben viele). Wenn man drei Junge einstellen kann für einen Alten, wird man das oft tun.

Warum ist die Steuer- und Abgabenlast so hoch? Unter anderem deshalb, weil wir so viele (Früh-)Pensionisten durchfüttern müssen, während die jetzt unter 40jährigen höchstwahrscheinlich keine staatliche Pension mehr bekommen werden, von der man irgendwie leben kann.

Ja, es ist ein Problem, dass alles Geld mit Zins belegt ist - das liegt aber an unserem perversen Geldsystem, nicht am Zins selbst.

kapitän nemo
00
19.4.2011, 16:27
bitte lassen sie sich in die 80er jahre zurückbeamen, und werden sie dort margaret thatcher-groupie! dort passen sie mit ihren ansichten besser hin ! das sind stehsätze die von konservativen seither uns ständig vorgekaut werden, sie aber deshalb

sie aber deshalb noch lange nicht wahr sind.
mitterweile ist vielen bzw einer steigenden anzahl von menschen die problematik der geldschöpfung bewusst:

es hat ja fast jeder staat schulden, ob konservativ oder sozialdemokratisch regiert. gerade USa, die keine sozialleistungen und frühpensionisten zu finanzieren haben, sind besonders hoch verschuldet.
Es gab und gibt für niemanden ein entrinnen aus der schuldenfalle bzw der zinsknechtschaft, ausser wir kämpfen und legen unsere ketten ab.
das system ist von prinzip wegen ungerecht: es priviligiert banken durch kreditvergabe aus dem nichts und ohne eigenleistung geld zu schaffen, und sich dafür reales eigentum als sicherstellung bekommen und dafür zinsen verlangen.

Martin Schwarzbauer
 
01
20.4.2011, 08:49
Wenn Sie meinen Standpunkt falsch darstellen, wird das nichts mit der Diskussion

Ich sage ja: die Geldschöpfung ist das Problem schlechthin - das hat aber mit dem Zins nichts zu tun. Zinsen sind nur Verleihgebühr für Geld, das ist ein wesentlicher Bestandteil der Wirtschaft.

Ich bin auch kein Konservativer, sondern ein Libertär. Dass Staaten in Kombination mit Zentralbanken und Minimalreserve-Bankwesen der Ursprung der wirtschaftlichen Probleme sind, habe ich eigentlich schon oft genug erwähnt.

Die USA haben sehr wohl große Sozialprogramme ("entitlements"): social security, Medicare, Medicaid. Hinzu kommen noch andere Programme, wie z.B. jenes, das Häuserkredite für nicht kreditwürdige Menschen garantierte und damit wesentlich zur Immobilienblase beitrug.
Die Rüstungsausgaben sind natürlich auch ein Wahnsinn.

Seimon
01
18.4.2011, 17:46
Das aktuelle Wirtschaftssystem würde dann Sinn machen,

wenn wir wüssten dass uns in 50 Jahren Aliens angreifen und die Menschheit bis dahin einen möglichst hohen Stand der Technologie erreichen muss.
Die Menschen überall auf der Welt setzen sich in Konkurrenz und laufen im Hamsterrad um nicht im Konkurrenzkampf unterzugehen.
Wenn man diesen Konkurrenzkampf zurückfahren würde, würden Entwicklungen die jetzt 20 Jahre dauern vielleicht 40 Jahre dauern. Die Menschen hätten aber eine geringere Lebensarbeitszeit.
Wenn man die Leute in den 80 Jahren ein IPhone gezeigt hätte und gefragt hätte: "Wollt ihr lieber weniger arbeiten und dieses Ding in 40 Jahren benutzen, oder mehr arbeiten und es in 20 Jahren benutzen", wäre die Antwort wohl eindeutig gewesen.

Martin Schwarzbauer
 
21
18.4.2011, 18:14
Wie viel oder wenig Sie arbeiten wollen, können Sie doch entscheiden.

Work-Life-Balance liegt den Händen der Individuen - niemand zwingt Menschen dzau, in einem Job zu bleiben, der ihnen zu stressig ist. Man muss dann aber seinen Lebensstil eben anpassen.

Abgesehen davon hatten es Menschen noch nie so leicht, mit wenig Aufwand ein komfortables Leben zu führen, wie in diesem Kapitel der Menschheitsgeschichte. Man muss sich nicht schinden (jedenfalls in keiner Wortbedeutung, die früheren Epochen Rechnung trägt), um gut leben zu können.
Aber wer mehr tun will, wer vielleicht mit persönlichem Einsatz und Risiko ein Unternehmen aufbaut, das begehrte Produkte und Leistungen anbietet (d.h. andere bereichert), der soll das bitte tun - und dabei reich werden.

Reich sein muss sich lohnen!
00
18.4.2011, 19:06

Warum muss man dabei reich werden bzw. was verstehen sie unter reich?

Martin Schwarzbauer
 
11
18.4.2011, 20:16

- Warum muss man dabei reich werden?
Weil persönlicher Vorteil (in diesem Fall materieller) das ist, was fast alle Menschen motiviert, und eine starke Motivation nötig ist, damit Menschen das Risiko auf sich nehmen und den Einsatz bringen, der zu Unternehmen führt. Je stärker Eigeninitiative und Leistung von Wohlstand und Reichtum entkoppelt sind, umso weniger wird man davon sehen - und die ganze Gesellschaft ist ärmer.

- Was verstehen Sie unter "reich"?
In diesem Zusammenhang einfach nur "wesentlich mehr als der Durchschnitt besitzen".
Im Allgemeinen etwa: ein Vermögen besitzen, dessen Erträge nach Steuern einem Einkommen des obersten Fünftels entsprechen. Da ist dann natürlich noch viel Platz nach oben.

Silvio Lackner
00
18.4.2011, 17:43

Ich hab das grad auf das Ungleichgewicht innerhalb von Volkswirtschaften übertragen und bin in Gedanken bei Marx gelandet. Nämlich, dass Mehrwert nur durch Arbeit entstehen kann. Das System tut aber so, als stehe Wohlstand dem Finanzkapital zu. Das führt zur Entsolidarisierung. Arbeitende bzw. Arbeitswillige werden vor den Kopf gestoßen.

radioactif
01
19.4.2011, 03:21

du hast 5 eier die aber schmutzig sind. du brauchst einen fetzen um sie zu putzen, hast aber keinen. man bietet dir 1 euro für die eier. ich habe einen putzfetzen, weiss aber nicht was ich damit tun soll. ich biete dir an ihn dir zu leihen um deine eier zu putzen. dafür verlange ich 50 centimes. du bist einverstanden, putzt deine eier, gibst mir den putzfetzen zurück und verkaufst deine eier um 2 euro.

anders betrachtet: was ist der isolierte wert von 40h buchhalterei ? richtig: null. auf die finanzwelt übertragen heisst das, dass sie den kontext herstellt, in dem arbeit zu wert wird, weil kredite es den einen ermöglicht ein geschäft aufzubauen, und anderen erlaubt ihre fähigkeiten in form von arbeit dem geschäftsbesitzer zu verkaufen.

Silvio Lackner
00
19.4.2011, 13:54
ja, so läuft das

einfach haben es die Geldverleiher, die aus dem Nichts Geld schöpfen und dafür auch noch Zins verlangen und so diejenigen, die arbeiten müssen, an der Kandare haben. Und weil ohnehin von allem längst genug ist, wird der Druck erhöht: du musst länger arbeiten, wochenends arbeiten, hast dich zu wenig weitergebildet, sprichst nur zwei Sprachen, ihr könnt ja beide arbeiten und andere erziehen lassen, usw. Ein paar Geldverleiher decken sich lachend mit billigen Diensteistungen ein, ohne selbst arbeiten zu müssen, während die, die durch Arbeit alles in Schuss halten, unter die Räder kommen und "danke" sagen müssen, dass sie überhaupt Zugang zu Geld in Form von Schulden erhalten haben.

kapitän nemo
00
19.4.2011, 12:18

und woher kommt der zusätzliche euro für die nun teureren eier in dem geschlossenen geldkreislauf der volkwirtschaft(en) ?

irgendwer anderer hat dafür nun einen euro weniger, dafür dass ihr beide nun jeweils 50cent reicher seid (du ohne arbeit der andere mit arbeit)

oder es muss ein zusätzlicher euro in den geldkreislauf eingebracht werden, was nur über kredit bzw verschuldung möglich ist, weil anders kann in unserem system kein geld erschaffen werden

Barnaba Cecchini
00
18.4.2011, 17:02

Kapitalistischer Wachstum ist doch ausschliesslich auf Kosten anderer möglich...

kapitän nemo
00
19.4.2011, 05:59

nicht unbedingt, aber es ist auf jeden fall nur durch raubbau an natürlichen ressourcen auf kosten anderer lebewesen, welche diesen planeten bewohnen und auf kosten unserer zukunft möglich, wenn es unbegrenzt sein soll.
wobei jedoch zumindest der völlige zusammenbruch des gesamten ökologischen systems wiederum die natürlich grenze eines solchen ungebremsten wachstums darstellt

Barnaba Cecchini
00
19.4.2011, 16:34

Als vegan lebender Mensch schliesse ich natürlich unter "andere" auch nichtmenschliche Lebewesen mit ein, d.h. kapitalistisches Wachstum ist unbedingt nur auf Kosten anderer möglich!

Citizen
00
18.4.2011, 16:45
http://www.postwachstumsoekonomie.org/

Für die Leute die glauben es geht nicht ohne Wachstum...

ghostworld
00
18.4.2011, 16:45

Wenn wir weiterhin so "wachsen", müssen wir wieder die Kinderarbeit einführen. Wo nämlich vor 30 Jahren noch ein einzelner Vollzeitbeschäftigter eine 4-köpfige Familie locker durchbrachte (inkl. Urlaube, Geburtstag, Weihnachten, Schnick & Schnack), braucht man heute dazu schon mindestens zwei vollzeitbeschäftigte Familienmitglieder.

Das Familieneinkommen hat sich also zwar verdoppelt, unterm Strich kommt aber nicht mehr dabei heraus als vor 30 Jahren. Gewachsen ist also nur die Arbeitszeit und nicht der "Wohlstand".

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