Tschernobyl-"Liquidatoren" demonstrierten für Rechte

17. April 2011, 16:59
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2.000 Teilnehmer bei Kundgebung in Kiew

Kiew - 25 Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl sind am Sonntag etwa 2.000 ehemalige "Liquidatoren" in Kiew für eine bessere soziale und medizinische Versorgung auf die Straße gegangen. Die Demonstranten waren einem Aufruf der ukrainischen Tschernobyl-Union gefolgt und kamen aus allen Teilen der Ukraine in die Hauptstadt.

Sie versammelten sich vor dem Rathaus von Kiew und forderten einen besseren Zugang zu Pflegedienstleistungen, bessere Pensionen und Hilfen bei der Unterbringung. Bereits im Februar und März hatte es Demonstrationen gegeben.

UdSSR schickte Tausende ins verseuchte Gebiet

Nach der Explosion des Reaktors 4 im Atomkraftwerk von Tschernobyl am 26. April 1986 wurden etwa 600.000 "Liquidatoren" aus der gesamten Sowjetunion dienstverpflichtet, um sich an den Arbeiten am Unglücksreaktor zu beteiligen. Bei dem monatelangen Einsatz arbeiteten sie mit nur unzureichender Schutzkleidung daran, das Austreten radioaktiver Strahlung einzudämmen, die Trümmer des Reaktors zu isolieren und das verseuchte Gebiet rund um die Anlage zu säubern. Tausende von ihnen starben in den vergangenen Jahren vermutlich an den Folgen der Verstrahlung.

Auch 25 Jahre nach der schlimmsten Atomkatastrophe in der Geschichte werden die gesundheitlichen Folgen des Unglücks weiter heftig diskutiert. Nach offiziellen Angaben waren in der Ukraine 2,3 Millionen Menschen Opfer radioaktiven Niederschlags, was in zahlreichen Fällen zu Krebserkrankungen führte. Die ukrainischen Behörden schätzen die Zahl der Opfer der Katastrophe in der Ukraine, Weißrussland und Russland auf insgesamt fünf Millionen. Ein Großteil von ihnen lebt noch immer in den verseuchten Gebieten. (APA/AFP)

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