AvW-Vermögen großteils versilbert

17. April 2011, 17:29
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Mit Ausnahme von sieben Liegen­schaften ist das Vermögen der pleite-gegangenen AvW-Invest und AvW-Gruppe so gut wie verkauft

Mit Ausnahme von sieben Liegenschaften ist das Vermögen der pleite-gegangenen AvW-Invest und AvW-Gruppe so gut wie verkauft. Die Aktienpakete brachten zum Teil Verluste ein, die Autos hingegen Gewinne.

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Wien - Die Masseverwalter der pleitegegangenen AvW-Invest AG und AvW Gruppe sind fleißig am Verkaufen. Bis auf sieben Liegenschaften und ein paar wenige Aktienpakete der Krumpendorfer Gesellschaften rund um den wegen Betrugs zu acht Jahren Haft verurteilten Wolfgang Auer Welsbach ist beinah alles versilbert. Auf dem Massekonto der AvW Invest AG liegen derzeit 17,3 Mio. Euro, auf dem der AvW Gruppe 45,3 Millionen Euro.

Bei den Aktienverkäufen spießt es sich, wie berichtet, beim S&T-Paket. Der IT-Dienstleister kämpft mit argen Turbulenzen, finanzierende (und beteiligte) Banken sowie die AvW-Insolvenzverwaltungsges.m.H. um Gerhard Brandl und Ernst Malleg wollen nun ein Konsortium bilden, um das weitere Schicksal der Gesellschaft mitzubestimmen - ohne aber den Minderheitsaktionären ein Übernahmeangebot machen zu müssen. Für AvW hat sich der S&T-Kursverlust seit vorigem Mai mit 7,2 Mio. Euro Minus niedergeschlagen. Mit den bereits erfolgten Aktienverkäufen (etwa RHI oder Binder & Co) kamen bis Mitte April 93 Mio. Euro in die AvW-Masse-Kasse; im Vergleich zum Wert der Aktienpakete bei Konkurseröffnung im Mai 2010 bedeutet das einen Wertzuwachs von elf Millionen Euro.

Verloren hat AvW dagegen beim Verkauf von elf Prozent an der angeschlagenen Hirsch Servo AG. Da hatten die Masseverwalter zunächst ein Höchstgebot von zehn Euro auf dem Tisch, fahndeten danach mit der Bank Austria nach einem besseren Angebot, das am 5. April auch einging. Die Wiener Sares Invest AG von Michael Sares bot 17 Euro, sein Angebot stand bis 15. April. Daraufhin schalteten die Insolvenzverwalter Inserate, um höhere Gebote für die Papiere zu finden, die vorige Woche bei 22,5 Euro notierten - ohne Erfolg. Sares bekam die rund 57.000 Hirsch-Servo-Papiere um 966.331 Euro. Abgesichert hat sich die Insolvenzverwaltung dabei mit einer "Fairness Opinion" des Gutachters Oliver Lintner - er kommt zum Schluss, der Preis von 17 Euro sei "angemessen". Wertverlust für AvW: fast eine Million Euro. Sares ist Aufsichtsratschef des seit Jänner insolventen Spieleentwicklers JoWood, bezeichnete sich jüngst als einer deren größter Gläubiger. Bei JoWood wiederum untersucht die Finanzmarktaufsicht FMA diverse Aktientransaktionen.

Bei AvW kommen nun als Nächstes sieben Liegenschaften unter den Hammer - dass die Masse dabei so gut aussteigt wie beim Verkauf diverser Fortbewegungsmittel, ist aber nicht zu erwarten. AvW-Motorboot plus Lizenz fürs Fahren am Wörthersee (Schätzwert: 290.000 Euro) gingen um 347.000 Euro weg, und drei zusammen auf 8700 Euro geschätzte Autos (Subaru, Seat und VW Golf) um mehr als das Doppelte, nämlich 17.150 Euro. (Renate Graber, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 18.4.2011)

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    Dank des hohen Goldpreises brachte das Versilbern der königlichen Goldmünze aus dem AvW-Schatz im Vorjahr mehr als den Kaufpreis ein, den Auer-Welsbachs Anlagebetrieb seinerzeit bezahlt hatte.

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