Ministerium stellte versehentlich Geheiminfos über britische Atom-U-Boote ins Web

17. April 2011, 14:58
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Eigentlich geschwärzte Paragrafen waren in Bericht versehentlich sichtbar

Im Internet sind geheime Informationen des britischen Verteidigungsministeriums über die Sicherheit der kostspieligen Unterwasserboote aufgetaucht. In dem Bericht, der vom Ministerium selbst ins Netz gestellt wurde, waren eigentlich geschwärzte Paragrafen versehentlich sichtbar - darunter Experteneinschätzungen, dass die Boote im Katastrophenfall nicht sicher genug sein könnten.

Passagen nach Hinweis entfernt

Ein Reporter des Boulevardblattes "Daily Star" hatte den Fehler entdeckt und das Ministerium informiert, wie die Zeitung am Sonntag berichtete. Daraufhin wurden die betreffenden Passagen entfernt. "Das Verteidigungsministerium ist dem Journalisten sehr dankbar, dass er es auf das Problem aufmerksam gemacht hat", sagte ein Ministeriumssprecher. "Als wir davon erfahren haben, haben wir sofort dafür gesorgt, dass das Dokument entfernt und durch eine ausreichend redigierte Fassung ausgetauscht wurde. Wir nehmen die nukleare Sicherheit sehr ernst und werden alles, was möglich ist, tun, um so etwas in Zukunft zu vermeiden."

"Potenziell katastrophal"

In dem Bericht ging es um die Zukunft der U-Boote. Zu den versehentlich sichtbaren Infos gehörten laut "Daily Star" Details über Sicherheitsmaßnahmen. Die Informationen seien für Großbritanniens Feinde von "größtem Interesse" und ihre Veröffentlichung könne "potenziell katastrophal" sein, zitierte das Blatt den Tory-Abgeordneten Patrick Mercer. Auf der Internetseite waren die Passagen geschwärzt - kopierte man das Dokument jedoch, wurden sie sichtbar.

Negativschlagzeilen

Die Flotte Atombetriebener U-Boote hat in den vergangenen Monaten häufiger Schlagzeilen gemacht. Im Oktober 2010 war das modernste Atom-U-Boot der Royal Navy in Schottland bei einer Testfahrt auf Grund gelaufen. Anfang April hatte ein Matrose auf demselben Boot einen Offizier erschossen und einen weiteren Offizier mit seiner Dienstwaffe angeschossen. (APA)

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    Das britische Verteidigungsministerium hat versehentlich Geheiminfos über die Sicherheit seiner Atom-U-Boote ins Internet gestellt. (Im Bild: die HMS Astute)

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