Lewis Hamilton meldet sich zurück

17. April 2011, 10:48
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McLaren-Pilot gewinnt den GP von China nach einem packenden Rennen vor Sebastian Vettel - Sensationeller Mark Webber von Platz 18 auf das Podium

Shanghai - McLaren-Pilot Lewis Hamilton hat die Siegesserie von Weltmeister Sebastian Vettel in der Formel 1 beendet. Der 26-jährige Engländer gewann am Sonntag den Grand Prix von China auf dem Shanghai International Circuit vor dem deutschen Red-Bull-Star. In der WM führt Vettel aber weiter klar, hat nach dem dritten WM-Lauf 21 Zähler Vorsprung auf Hamilton. Dritter wurde Vettels australischer Teamkollege Mark Webber, der vom 18. Startplatz aus nach 56 Runden noch den Sprung aufs Podest schaffte.

Hamilton war nach dem 15. GP-Triumph seiner Karriere "einfach überwältigt". "Wir haben uns schon im Qualifying für die richtige Strategie entschieden, indem wir uns einen Satz weiche Reifen für das Rennen aufgehoben haben. Das war eines der besten Rennen, bei dem ich je dabei war. Ich musste viele Autos überholen und dabei auch ständig auf die Reifen aufpassen. Das ist mir gut gelungen. Dazu hat mir mein Team das bestmögliche Auto bereitgestellt", betonte der Ex-Weltmeister.

Vettel verschläft den Start

Dabei hatte es für ihn zu Beginn ganz schlecht ausgesehen, hatte sein Team doch bis zuletzt an seinem Wagen gearbeitet und es gerade noch geschafft, Hamiltons Boliden auf die Startaufstellung zu bekommen. "Ich bin im Auto gesessen, und es ist plötzlich nicht angesprungen", beschrieb der Brite die bangen Momente kurz vor dem Start. "Deshalb musste die ganze Abdeckung runtergenommen werden, aber zum Glück ist mein Team noch rechtzeitig fertig geworden."

"Pole"-Mann Vettel, der zuletzt vier Rennen en suite für sich entschieden hatte, verlor gleich am Start zwei Positionen, denn die beiden McLaren von Jenson Button, der am Ende Vierter wurde, und Hamilton zogen am Red Bull des 23-Jährigen vorbei. Unmittelbar vor seinem ersten Reifenstopp überholte Vettel aber Hamilton und in der Box dann auch noch Button, der für eine kuriose Szene sorgte. Der Engländer hatte nämlich unmittelbar vor dem Deutschen zunächst dessen Red-Bull-Box aufgesucht.

Zu diesem Zeitpunkt führte der schließlich fünftplatzierte Deutsche Nico Rosberg, der bewies, dass Mercedes einen gewaltigen Sprung nach vorne gemacht hat. Vettels Hauptgegner um den Sieg war jedoch Hamilton, der im Gegensatz zum Titelverteidiger ein fehlerfreies Rennen fuhr. Der Red-Bull-Star hatte nämlich nach dem verpatzten Start wieder einmal mit KERS-Problemen zu kämpfen, und neben dem Energierückgewinnungssystem funktionierte auch der Boxen-Funk nicht einwandfrei.

Red Bull verpokert sich

Dazu setzte sein Team auch noch auf die letztlich falsche Zwei-Stopp-Strategie, während Hamilton ebenso wie Webber, Button und Rosberg dreimal die Reifen wechselte. Deshalb war es für den Engländer ein Leichtes, in Runde 52 die Spitze zu übernehmen. "Durch meine kaputten Reifen war ich am Ende im Nachteil, deshalb ist er so einfach an mir vorbeigekommen", erklärte Vettel zur rennentscheidenden Szene.

Der Champion verpasste damit nach seinen Siegen in Australien und Malaysia den angepeilten Sieg-Hattrick zu Saisonbeginn. "Wir haben heute einige Fehler gemacht, sind aber trotzdem noch immer Zweiter geworden. Wir müssen aus diesen Fehlern lernen. Alles in allem waren die ersten drei Rennen in Übersee aber sehr gut", zog Vettel ein positives Resümee.

Die Mark-Webber-Show

Die Enttäuschung über den verpassten Sieg hielt sich bei Red Bull also in Grenzen. Dafür sorgte auch die Leistung von Mark Webber. Mit seiner famosen Aufholjagd hat der Australier seinem, Teamkollegen Sebastian Vettel fast die Show gestohlen. "Ich hatte auch ein bisschen Glück", meinte Webber.

"Nur sieben Sekunden hinter dem Sieger, das ist fantastisch", gratulierte der Kommandostand des Rennstalls dem 34-jährigen Routinier unmittelbar nach der Zielflagge. Webber, der im Rennen u.a. Rekordweltmeister Michael Schumacher, Ferrari-Star Fernando Alonso und Ex-Champion Jenson Button überholte, meinte dagegen trocken und bodenständig: "Es ist leicht zu sagen, ja das ist phänomenal. Aber letztlich ist es mein Job."

Nach 15 Runden war Webber noch aussichtslos auf Position 17 gelegen. Das lag auch daran, dass er sich entschieden hatte, das Rennen mit den härteren, langsameren Reifen zu beginnen. "Doch ganz plötzlich ist mein Auto dann sehr gut in Fahrt gekommen. Natürlich hat es auch geholfen, dass ich noch ein paar Reifensätze aus dem Qualifying übrig hatte", gab der WM-Dritte des Vorjahres zu Protokoll.

Red-Bull-Teamchef Christian Horner war trotz des verpassten Sieges mit seinen Burschen hochzufrieden. "Zweiter ist noch immer ein fantastisches Ergebnis und bringt viele Punkte", meinte der Engländer in Richtung Vettel. Und Webber gratulierte er zu einem "phänomenalen Comeback".(APA/red)

  • Lewis Hamilton ist in der neuen Saison angekommen.
    foto: epa/azubel

    Lewis Hamilton ist in der neuen Saison angekommen.

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    Der neue McLaren MP4-26 kommt auf Touren.

  • Mark Webber krönt seine Aufholjagd mit einem Stockerlplatz.
    foto: epa/robichon

    Mark Webber krönt seine Aufholjagd mit einem Stockerlplatz.

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