Neue Töne aus Kairo versetzen Israel in Angst

17. April 2011, 09:43
30 Postings

Rechte Jerusalemer Regierung fürchtet feindselige Haltung der neuen Führung Ägyptens

Jerusalem/Wien - Drei Monate nach Beginn der Revolution in Ägypten werden in Israel Befürchtungen laut, dass die neue Führung in Kairo eine feindselige Haltung gegenüber dem jüdischen Staat einnehmen könnte. In einem Gespräche mit Botschaftern aus EU-Ländern vor wenigen Tagen sagte Israels Premier Benjamin Netanyahu nach Angaben der Zeitung "Haaretz": "Ich bin sehr besorgt über manche Wortmeldungen, die jüngst in Ägypten geäußert wurden".

Insbesondere sei er besorgt über Äußerungen des derzeitigen ägyptischen Außenministers Nabil al-Arabi, fügte Netanyahu hinzu, wie "Haaretz" am Sonntag in seiner Onlineausgabe berichtete. Der israelische Premier reagierte damit auf Stellungnahmen hoher ägyptischer Außenamts- und Regierungsvertreter, die Israel als "Feind" bezeichnet hatten. Finanzminister Samir Radwan hatte in Bezug auf israelische Investitionen in Ägypten gemeint, man brauche Investitionen des "Feindes" nicht.

Am Freitag kam es außerdem zu Demonstrationen vor der israelischen Botschaft in Kairo und dem israelischen Konsulat in Alexandria, an denen sich tausende Ägypter beteiligten. Israelische Politiker äußerten zudem die Einschätzung, dass die Kandidaten vor den für September angesetzten Wahlen mit immer schärferen anti-israelischen Parolen auf Wählerfang gehen würden.

In einem Kommentar von "Haaretz" hieß es, die Kandidaten für die Nachfolge des gestürzten ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak würden immer extremere Positionen gegenüber Israel einnehmen. Die Übergangsregierung in Kairo wolle die mit Israel geschlossenen Verträge über Erdgaslieferungen verändern und nähere sich dem Iran an. Die rechte israelische Regierung sei international isoliert. Man könne sie daher attackieren ohne Folgen für die Beziehungen Ägyptens zu Amerika oder Europa fürchten zu müssen.

Netanyahu werde seinen verhafteten Freund (Mubarak) weiterhin vermissen, denn mit dessen Erben werde er viel schwierigere Zeiten erleben - besonders wenn Israel ein Rückzugsgefecht dagegen führen müsse, durch internationalen Druck aus den besetzten palästinensischen Gebieten vertrieben zu werden. (APA)

Share if you care.